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| 01:08 Uhr

Mehr als nur eine Bibliothek

Cottbus.. Das Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum (IKMZ) der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) setzt in Cottbus neue architektonische und medientechnische Maßstäbe. Kein Wunder, dass bei der Führung mit Bibliotheks-Mitarbeiterin Anke Götte durch das Haus, mit dem das weltbekannte Schweizer Architekten-Büro Herzog und de Meuron das Cottbuser Wahrzeichen des 21. Jahrhunderts geschaffen hat, ein großer Andrang war. Von Ulrike Elsner

Das Gebäude zieht die Besucher schon bei der Annäherung in seinen Bann. Das Staunen hört nicht auf beim Betrachten der Formen und Farben im Innern. Jede Farbe habe ihre Funktion, ist von Anke Götte zu erfahren, so stehe Margenta für den Bereich, in dem Bücher und Zeitschriften präsentiert werden, Grün für Aufzüge, Toiletten und Fluchtwege. Die Leseplätze hingegen sind in dezentem Hellgrau gehalten. „Damit man in Ruhe arbeiten kann“ , sagt die Bibliothekarin. Von fast jedem Platz aus eröffnet sich ein wunderschöner Blick auf Universität und Stadt.
Das Medienzentrum ist viel mehr als nur eine Universitätsbibliothek. Neben der klassischen Bibliothek beherbergt der gläserne Turm an der Sielower Landstraße das Rechenzentrum, das Multimedia-Zentrum und die betriebliche Datenverarbeitung der Universität. Der Schwerpunkt verlagere sich immer mehr auf den neuen technischen Möglichkeiten. „Es gibt hier 600 computergestützte Arbeitsplätze“ , sagt Anke Götte. „Das findet man so schnell in keiner anderen Bibliothek.“
Während die Bücher in der Mitte des Turmes unter niedrigeren Decken platziert sind, zeichnen sich die Arbeitsplätze durch Weite aus. Alles erscheint großzügig. Das Haus, bei dem weder Vorder- noch Rückfront auszumachen sind, öffnet sich in alle Richtungen zur Stadt. Zwei der zehn Geschosse liegen unterirdisch, eine davon hinter dem künstlich aufgeschütteten Hügel, von dem aus das Haus, dessen Grundriss an ein vierblättriges Kleeblatt erinnert, 32 Meter in den Cottbuser Himmel ragt. Es ist damit vier Meter höher als der Spremberger Turm.

Toller Ausblick
Aus dem 7. Obergeschoss, in dem sich Arbeitsräume befinden und das den Bibliotheks-Nutzern gewöhnlich verschlossen bleibt, hatten die Gäste nun einen Blick über die Stadt, der dem Rundblick vom Spremberger Turm in nichts nachstand.
Etwa 70 Mitarbeiter seien im IKMZ beschäftigt, erfuhren sie. Viele von ihnen hinter den Kulissen. So müssten Literatur angeschafft, Datenbanken gepflegt und Technik gewartet werden.
„Wir sind in erster Linie für die Universität da“ , sagt Anke Götte. Deshalb beherberge die Bibliothek auch vorrangig wissenschaftliche Literatur. Doch auch eine Auswahl an allgemeinen Nachschlagewerken, Lexika und Wörterbüchern ist vorhanden. Von zahlreichen Bürgern aus Cottbus und dem Umland wird das Angebot bereits genutzt. 16 000 Nutzer zählt die Bibliothek insgesamt, darunter viereinhalbtausend Studenten.
Vom Empfangsraum führt eine Treppe in die so genannte Etage Minus Eins. Hier stehen Bücher zu den Themen Kunst, Literatur, Musik und Sprachen. Durch eine Gitterwand ist das Ulrich-Conrads-Archiv zu erspähen. Die Arbeiten, die der Bielefelder Architekturkritikers der BTU zur Verfügung gestellt hat, würden derzeit gesichtet, sagt die Bibliothekarin. Auf dem Weg durchs Haus fällt auf, dass jede Etage einen anderen Grundriss hat. „Das liegt am unterschiedlichen Zuschnitt der Deckenplatten“ , sagt Anke Götte. So ergeben sich reizvolle Durchblicke und hohe Lufträume. Die Arbeitsplätze auf den Galerien seien besonders begehrt ebenso wie die 15 abgeschlossenen Arbeitskabinen, die man buchen kann. „Davon könnten wir noch viel mehr haben“ , meint die Bibliothekarin.

Bereicherung für die Stadt
Gerhard Liersch, der an der früheren Bauhochschule studiert hat, erinnert sich noch an den ehemaligen Sportplatz, den er damals vom Lehrgebäude aus überschauen konnte. Es sei einfach großartig, was an dieser Stelle nunmehr entstanden ist, meint der jetzige Rentner. „Es ist wie Tag und Nacht.“ Begeistert ist auch Karin Piotrowski. „Es ist toll, dass wir freiwillig hierher kommen und lernen können.“ Das Medienzentrum sei etwas, was die Stadt Cottbus unbedingt bereichert.

Zum Thema Öffnungszeiten
 Die Universitäts-Bibliothek in Cottbus ist ab Oktober wieder montags bis freitags von 9 bis 22 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr geöffnet.
Während der Semesterferien wird wochentags 19 Uhr zugemacht.