Das schwere Schicksal eines kleinen Jungen in Peickwitz hat das ganze Dorf berührt. Der Sechsjährige hat den Blutkrebs zum Glück besiegt. Das stimmt auch die Dorfbewohner froh. "Aber viele andere Patienten benötigen zum Überleben eine Stammzellspende", sagt Ortsvorsteher Ingo Amsel. Deshalb ist mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) vor dem Spitzenspiel der 2. Kreisklasse, SV Germania Peickwitz - FSV Guteborn, am Wochenende um Stammzellenspender geworben worden. "Von den 279 Zuschauern, die in die Bahndamm-Arena gekommen sind, haben sich 104 registrieren lassen. Das ist einfach ein tolles Ergebnis", erklärt Ingo Amsel. "Unser Plan ist vollkommen aufgegangen und hat selbst die Damen von der DKMS angenehm überrascht", erzählt er. Etwa 30 Registrierungen seien der Durchschnitt solcher Aktionen. "Uns freut auch sehr, dass viele Auswärtige unter den Gästen waren, die sich als Stammzellenspender bereit halten wollen", berichtet Ingo Amsel weiter. Bei den vier Frauen am Schreibtisch herrschte Hochbetrieb. Zeitweise hatten sich die Freiwilligen sogar in eine Warteschlange einreihen müssen.

Auch für Frank Mutschischk (52) aus Peickwitz ist es ein Bedürfnis zu helfen. "Wir hatten in der Familie einmal einen schweren Krankheitsfall", erzählt er. "Das kann jeden treffen."

Alle 16 Minuten erhält ein Mensch in Deutschland die Diagnose Blutkrebs. Darunter sind viele Kinder und Jugendliche. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei erfasst seit 1991 Menschen, um für Patienten weltweit den passenden Spender zu finden. Bislang haben sich bereits sechs Millionen Stammzellspender allein dem Kampf gegen den Blutkrebs angeschlossen. Mit 54 614 passenden Spendern konnte seither mit Stand gestern geholfen werden. Doch nur jeder fünfte Blutkrebspatient findet allein in Deutschland einen passenden Spender. Denn für eine Stammzellenspende müssen die Gewebemerkmale des Spenders mit denen des Patienten hundertprozentig übereinstimmen. Nur ein Drittel der Patienten hat innerhalb der Familie einen geeigneten Spender. Der Großteil der Erkrankten benötigt daher dringend einen nicht verwandten Helfer. Die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Spender außerhalb der eigenen Familie zu finden, liegt bei 1 : 20 000 bis

1 : mehreren Millionen. Zum Lebensretter aber kann jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren werden, der sich in die Datei aufnehmen lässt. Das betonen die Experten, die die Datenbank dank vieler Menschen immer weiter füllen.

"Wenn wir mit dem Tag auch nur einem Menschen helfen könnten, wäre das schon ein riesiger Erfolg", sagt Ingo Amsel.

"Unsere Frauen haben auch sieben Kuchen für den guten Zweck gebacken. Und viele der Gäste haben es sich nicht nehmen lassen, ihren Eintritt zu spenden", berichtet er. Denn auch Geld werde gebraucht.

Und da neben dem Stammzellenspender-Rekord auch noch der der Zuschauer gebrochen worden ist, die zum Spitzenspiel kamen, ist der Ortsvorsteher auch noch ein Fass Freibier losgeworden. Wer vollmundig, um mehr als die bisher 251 Zuschauer wirbt, muss im Erfolgsfall auch in den Geldbeutel greifen. Amsel hielt sein Versprechen gern.