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| 19:15 Uhr

Senftenbergerin verschenkt 26 000 Euro
Mega-Spende fürs neue Vari-Land

Nach der überraschenden Nachricht gibt es von Tierpfleger Ulrich Wiese (l.) und Tierpark-Geschäftsführer Tino Jörke eine Bananenportion Extrafutter. Mit der Spende einer Senftenbergerin kann jetzt das Projekt Vari-Land umgesetzt werden.
Nach der überraschenden Nachricht gibt es von Tierpfleger Ulrich Wiese (l.) und Tierpark-Geschäftsführer Tino Jörke eine Bananenportion Extrafutter. Mit der Spende einer Senftenbergerin kann jetzt das Projekt Vari-Land umgesetzt werden. FOTO: LR / Jan Augustin
Senftenberg. Riesenfreude im Senftenberger Tierpark: Eine Seniorin hat der Einrichtung 26 000 Euro geschenkt. Geschäftsführer Tino Jörke ist überwältigt. Von Jan Augustin

Wenn es für Außenstehende nicht so irritierend wäre, würde Tino Jörke dieser Tage die ganze Zeit durch die Gegend hüpfen. Mit seiner Freude weiß der Geschäftsführer des Senftenberger Tierparks einfach nicht wohin. 26 000 Euro hat eine anonyme Spenderin dem Zoo jetzt geschenkt. „Man ist erst einmal baff – wow – das ist eine ganz tolle Geschichte“, ringt der 42-Jährige um die richtigen Worte, um seinen Gemütszustand zum Zeitpunkt der überraschenden Nachricht am treffendsten zu beschreiben. „Ich war erst einmal im Schockzustand. Dann will man vor Freude durch die Gegend hüpfen“, fügt er an. Doch das gehe ja nicht. Gern würde er der Frau aufrichtig Danke sagen. Aber auch das ist dem Geschäftsführer verwehrt. Denn die Spenderin will anonym bleiben. Tino Jörke vermutet, dass es sich um eine ältere Dame aus Senftenberg handelt. Viel mehr weiß er nicht über die Frau. Ein Ehepaar sei vorige Woche an ihn herangetreten und habe ihm von dem Vorhaben seiner Auftraggeberin, die keine Verwandtschaft besitzen soll, berichtet. Damit die Anonymität bewahrt bleibt, haben sich die Beteiligten gegen eine Überweisung und auf eine Bargeldübergabe geeinigt. Und so saß Tino Jörke am Montag – gemeinsam mit dem Mittler-Ehepaar – in seinem Büro und zählte die 500-Euro-Scheine durch.

Das Geld liegt längst auf dem Tierpark-Spendenkonto, das sich in den letzten Monaten gut gefüllt hat. 40 000 Euro sind zusammengekommen. Mit dieser Summe kann jetzt das im Dezember 2016 initiierte Projekt Vari-Land in Angriff genommen werden. In dem frei begehbaren Gehege im vorderen Teil des Tierparks sollen drei Varis und drei Kattas miteinander vergesellschaftet, also zusammengeführt, werden, erläutert Jörke. „Besucher sollen die Tiere hautnah erleben können.“ Durch Schleusen, so sieht es der Plan vor, gelangen die Tiere in das ansonsten geschlossene, 2,50 Meter hohe Gehege und wieder heraus. Die Wege führen am Rande entlang. In der Mitte sind Pflanzen und Spielmöglichkeiten für die Affen geplant. Die dann alten Reviere sollen als Rückzugsraum dienen.

Demnächst sollen Detailplanungen erfolgen, um dann die Bauleistungen ausschreiben zu können. Im Frühjahr 2019 könnte dann gebaut werden. Allerdings: Das ursprünglich avisierte Budget von 40 000 Euro werde nicht ausreichen, um die mittlerweile gestiegenen Baupreise und die neue Planung mit einer Überdachung auszugleichen. Die Lücke muss nun mit Eigenmitteln geschlossen werden, so Jörke.

Der Geschäftsführer muss ohnehin ständig auf den Taler schauen. Denn die rund 260 000 Euro, die der Tierpark pro Jahr kostet, können durch die Ticketerlöse und den Verkauf von Speisen und Getränken bei Weitem nicht ausgeglichen werden. Nur mit einem bärenstarken Zuschuss der Stadt Senftenberg ist das möglich. „Wir sparen an jeder Ecke und Kante“, betont Tino Jörke, der seit fünfeinhalb Jahren Geschäftsführer der WBS Tierpark-Betriebs-GmbH ist. Größere Investitionen seien nur möglich, wenn ein unerwarteter Geldregen auf den Tierpark prasselt – so wie in den Jahren 2013 und 2014, als die Einrichtung jeweils 200 000 Euro geerbt hatte. Mit dem Geld wurden damals die Be- und Entwässerung saniert, neue Beleuchtung und Grünanlagen angeschafft und der Spielplatz gebaut.

Die Tierparks in der Lausitz werden immer mal wieder mit größeren und kleineren Spenden überrascht. Anfang vorigen Jahres staunte ein Verwaltungsmitarbeiter des Zoo in Hoyerswerda nicht schlecht, als er das Konto routinemäßig überprüfte und dabei einen deutlich sechsstelligen Betrag registrierte. Auch in diesem Fall will die Spenderin anonym bleiben. Das Geld soll in den Bau einer 3000 Quadratmeter großen Afrika-Savanne fließen.

Das Vari-Land in Senftenberg wird deutlich kleiner werden, dafür aber ist die Freude über die Finanzspritze gleich groß. „Das ist einfach toll und bringt den Tierpark soweit voran“, schwärmt Tino Jörke.