(kw) Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz muss dem Klinikum Niederlausitz mit Geld helfen. Das sagt der langjährige Finanzausschuss-Vorsitzende des Kreistages, Wolfgang Roick (SPD). „Eine kurzfristige finanzielle Unterstützung des Kreises sollte möglich sein“, sagt Roick. Die fordert auch die Vereinte Dienstelstungsgewerkschaft (Verdi), die vom Unternehmen aufgefordert wurde, einen Notlagentarifvertrag auszuhandeln. Ziel ist es, den Beschäftigten das Weihnachtsgeld und die die nächste Entgelterhöhung ab Oktober zu streichen.

Der Finanzdezernent im Kreishaus Senftenberg, Wilfried Brödno (CDU), hatte zwar erklärt, dass der Gesellschafter das Klinikum wieder in stabile Verhältnisse bringen wolle. Einen finanziellen Beitrag, der Experten zufolge im Millionenbereich liegen müsste, hat er aber nicht in Aussicht gestellt. Vielmehr hat Brödno erklärt, der Landkreis Oberspreewald-Lausitz setze auf die eigene Stärke des Klinikums Niederlausitz, seiner hundertprozentigen Tochter.

Der Abgeordnete Wolfgang Roick sieht das offensichtlich anders: „Der Landkreis steht finanziell besser da als noch vor einigen Jahren und erhält auch mehr Geld vom Land. Deshalb sollte eine kurzfristige Unterstützung des Klinikums möglich sein“, so Roick. „Die Last des Sparens allein den Mitarbeitern zu übertragen, ist in meinen Augen der falsche Weg. Bereits jetzt ist die Fachkräftesituation im Pflegebereich sehr angespannt, so dass die Mitarbeiter perspektivisch eigentlich mehr und nicht weniger Geld bekommen müssten, um sie zu halten.“

Das Klinikum hat einen Jahresverlust von 4,5 Millionen Euro eingefahren und laut Experten, gemessen an der Eigenkapitalstärke, einen zu hohen Schuldendienst zu leisten.