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| 16:17 Uhr

Schipkau kooperiert bei Hausarzt-Nachfolge mit Klinikum Elbe-Elster
Medizin gegen Hausarztmangel

 Zuckersüße Medizin überreicht Schipkaus Bürgermeister Klaus Prietzel (2.v.r.) an den neuen Hausarzt Jens Lehmann (r.).  Zur Praxis-Eröffnung gratuliert der Geschäftsführer des Elbe-Elster-Klinikums, Michael Neugebauer, der Arzthelferin Marlene Ewert (l.).
Zuckersüße Medizin überreicht Schipkaus Bürgermeister Klaus Prietzel (2.v.r.) an den neuen Hausarzt Jens Lehmann (r.). Zur Praxis-Eröffnung gratuliert der Geschäftsführer des Elbe-Elster-Klinikums, Michael Neugebauer, der Arzthelferin Marlene Ewert (l.). FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE
Schipkau. Bei der Nachfolge-Suche haben Schipkau und Elbe-Elster-Klinikum ein glückliches Händchen. Von Andrea Budich

In der Großgemeinde Schipkau mit den sechs Ortsteilen schmeckt Medizin nicht bitter, sondern zuckersüß nach Vanille-Buttercreme und rosa Zuckerröschen. Mit der  fast tischtennisgroßen Torte hat  Bürgermeister Klaus Prietzel (CDU)  am Dienstag den neuen Hausarzt  Jens Lehmann im Gemeindegebiet begrüßt.

Schipkau  ist ländlich  geprägt. Junge Ärzte  stehen hier  nicht Schlange. Dennoch scheinen Bürgermeister und Gemeindeväter die richtige Medizin gegen  den akuten Hausarztmangel gefunden zu haben. Trotzdem in den  vergangenen zwei Jahren zwei Ärztinnen  in den Ruhestand verabschiedet wurden, gibt es keine leer stehenden Praxen mit Patienten, die landkreisweit auf Hausarzt-Suche sind.  Mit drei Hausärzten, die in Annahütte und in Schipkau praktizieren, ist die Großgemeinde gut versorgt.

Das Schipkauer Erfolgsmodell ist ganz eng  mit dem  Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Elbe-Elster verknüpft. Bei der  langfristigen Nachfolger-Suche  ziehen  Bürgermeister Klaus Prietzel und  der Geschäftsführer  des Elbe-Elster-Klinikums, Michael Neugebauer,  an einem Strang. „Das kann nur gemeinsam funktionieren“, zollen sich  beide Partner gegenseitig Respekt. Für Schipkau  ist die Zusammenarbeit ein Glücksfall.  „Mediziner fürs  flache Land zu begeistern, das  könnten wir allein niemals stemmen“, bestätigt Prietzel.

Ergebnis  des  gegenseitigen Vertrauens ist ein frisch renoviertes und instand gesetztes Schipkauer Ärztehaus, in dem mittlerweile zwei Internisten und ein  Zahnmediziner  praktizieren.  350 000 Euro  wurden unterm Strich  in die  neue  Zweigpraxis des MVZ Elbe-Elster investiert.

Hausarzt  Mirko Müller war dabei der erste im Bunde, der sich aus dem Nachbar-Klinikum  stammend, für  das Schipkauer Revier  interessierte.  Im Süden des Landkreises Oberspreewald-Lausitz aufgewachsen,  kehrte er nach dem Medizinstudium  in Halle  nach Guteborn zurück. Schipkau ist für ihn ein Stück Heimat. Mit dem  jungen Arzt  war im November 2017  auch die fünfjährige Suche  nach einem Nachfolger für die  scheidende jahrzehntelang in Schipkau praktizierende  Hausärztin Dr. Gabriele Noack beendet.

Das Kunststück, einen Mediziner fürs Schipkauer Gemeindegebiet ein zweites Mal in kürzester Zeit zu  interessieren, ist mit der Praxis-Neugründung von Jens Lehmann erneut gelungen. Mit  dem Facharzt  für Innere Medizin  wird die Lücke geschlossen, die zum Jahresende mit der Praxisschließung von Allgemeinärztin Dr. Christina Schiefer in Klettwitz gerissen wurde. Ihren Patienten ist damit eine Endlos-Odyssee auf der Suche nach einem neuen Hausarzt erspart geblieben.

Die prekäre Hausarzt-Not in der Region  hat  der neue Arzt auch sofort zu spüren bekommen.  In seinen ersten vier Wochen in Schipkau hat er  300 Patienten behandelt. Viele davon stammen aus geschlossenen Praxen in Schwarzheide, Senftenberg und Klettwitz.

Für den Mediziner selbst ist die Praxis-Eröffnung in Schipkau ein echtes Heimspiel. Nach seiner Facharztausbildung  in den Krankenhäusern Senftenberg und Lauchhammer, späteren Stationen in Thüringen und Elbe-Elster,  ist er jetzt wieder angekommen in seiner Lausitzer Wahlheimat.