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| 16:21 Uhr

Auszeichnung
Max Franke und seine drei „Mädel“

Max Franke ist einer der acht Lokführer der Parkeisenbahn Lauchhammer. Er ist der einzige Einwohner des Landkreises, der in diesem Jahr die Medaille des Landtags in Empfang nehmen durfte. Max Franke ist seit 49 Jahren Lokführer, davon viele Jahre im Braunkohlebergbau aber auch beim Tunnelbau in Hamburg, Holland oder Österreich.
Max Franke ist einer der acht Lokführer der Parkeisenbahn Lauchhammer. Er ist der einzige Einwohner des Landkreises, der in diesem Jahr die Medaille des Landtags in Empfang nehmen durfte. Max Franke ist seit 49 Jahren Lokführer, davon viele Jahre im Braunkohlebergbau aber auch beim Tunnelbau in Hamburg, Holland oder Österreich. FOTO: Uwe Hegewald
Lauchhammer. Lokführer der Parkeisenbahn Lauchhammer erhält Medaille des Potsdamer Landtages. Von Uwe Hegewald

Rosi, Amanda, Luzie – der passionierte Lokführer Max Franke mag sie alle; Auch wenn die drei Damen nur wenige Jahre jünger sind, als der Kostebrauer selbst. Bei „seinen“ drei Damen handelt es sich um die Lokomotiven der Parkeisenbahn Lauchhammer, die der 66-Jährige zuverlässig durch die grüne Lunge der Industrie- und Bergarbeiterstadt steuert.

Am Freitag voriger Woche ging es noch femininer zur Sache. Mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Jutta Lieber war Franke einer Einladung nach Potsdam gefolgt, um von Landtagspräsidentin Britta Stark die Medaille des Landtags in Empfang zu nehmen.

Noch Tage danach schwärmt der Eisenbahner von einer „festlichen Atmosphäre im Plenarsaal“, einem „üppigen Büfett im Foyer“ und einer „rührenden Laudatio durch den CDU-Landtagsabgeordneten Ingo Senftleben. Das war schon verrückt: Um mich herum viele hochrangige Doktoren, Professoren oder Vereinsvorsitzende und ich mittendrin als kleiner Lokführer.“

Insgesamt waren es 30 Frauen und Männer, die mit ihrem gesellschaftlichen Engagement Brandenburg besser, sozialer und menschlicher machen und dafür mit der „Medaille des Landtages“ geehrt wurden. Max Franke stellt klar: „Medaille und Urkunde habe ich nur stellvertretend für die Leute entgegengenommen, denen unsere Parkeisenbahn am Herzen liegt oder die sich mit ihr verbunden fühlen.“

16 Mitglieder zählt die Parkeisenbahner-Gilde, die im zurückliegenden Jahr mehr als 4000 Einsatzstunden schrubbte, damit Loks und Waggons über die Gleise rollen. „Ein tolles Team, in dem sich jeder nach seinen Möglichkeiten einbringt“, so Franke. Er liebt und lebt Eisenbahn. Bereits als 18-Jähriger steuerte der gelernte Schlosser Züge durchs hiesige Kohlerevier. Auf Drängen des früheren und inzwischen verstorbenen (Park-)Bahnchefs Erhard Scheindel ist Franke im Ruhestand auf die Mini-Express-Loks umgestiegen. „Es sind die leuchtenden Augen der Kinder beim Einfahren in die Haltestelle oder während der knapp einen Kilometer langen Fahrt, die alle vorangegangenen Mühen vergessen lassen“, sagt er.

Und die Mühen reißen nicht ab. Momentan ist es Rosi, die ein wenig herumzickt. „Der Zylinderkopf ist gerissen. Wer irgendwo einen 10-PS-Deutz-Motor-Zylinderkopf rumliegen hat, darf sich gerne bei uns melden“, appelliert Lokführer Franke. Es müsse ja irgendwie weitergehen.

Symbolisch zieht er seine Dienstmütze vor der Stadt Lauchhammer, die im vorigen Jahr Geld in die Hände genommen hat, um den Zügen zu neuen Achsen zu verhelfen. Da die Räder eine zu geringe Lauffläche aufwiesen, hatte das Eisenbahn-Bundesamt, das auch für die Parkeisenbahn zuständige ist, auf einen Austausch gedrängt. Dank des technischen Ingenieurs Hartmut Würtz, Senior-Chef der Metallbau Luckau GmbH, und Michael Hein von Takraf Lauchhammer würden auch ambitionierte Vorhaben vollendet.

Für Max Franke wird die Festveranstaltung unvergesslich bleiben. „So eine hohe Ehrung habe ich noch nie erhalten“, sagt der Kostebrauer, der im kommenden Jahr auf ein Jubiläum zusteuert: Dann ist der „frische Medaillengewinner“ seit einem halben Jahrhundert auf Schienen unterwegs. Auszugehen ist von einer Ehrenrunde für den „ewigen Lokführer“ der Parkeisenbahn, die dem Traditionsverein Braunkohle Lauchhammer angeschlossen ist.


Saisonfahrplan 2018 unter www.tv-braunkohle.de .