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| 18:26 Uhr

Neue Forschung an der BTU in Senftenberg
Maßgeschneiderte Krebstherapie für die Lausitz

 Durch die geplanten Ansiedlungen weiterer Unternehmen und die Einrichtung eines gemeinsamen Labors im Innovationszentrum in Senftenberg sollen hochqualifizierte Arbeitsplätze und Ausgründungen entstehen.
Durch die geplanten Ansiedlungen weiterer Unternehmen und die Einrichtung eines gemeinsamen Labors im Innovationszentrum in Senftenberg sollen hochqualifizierte Arbeitsplätze und Ausgründungen entstehen. FOTO: Jan Augustin
Senftenberg. Auf dem Senftenberger Campus der BTU werden künftig die Möglichkeiten personalisierter Diagnostik erforscht.

Praemed.Bio - das ist der Name eines neuen Krebsforschungs-Projektes der BTU Cottbus-Senftenberg. Dafür haben sich die Lausitzer Universität, die Technische Universität Dresden und das Deutsche Konsortium Translationale Krebsforschung mit neun Unternehmen zu einem Konsortium zusammengeschlossen. Seit Anfang des Monats ist dieser Wachstumskern nun am Start.

Durch die geplanten Ansiedlungen weiterer Unternehmen und die Einrichtung eines gemeinsamen Labors im Innovationszentrum in Senftenberg sollen hochqualifizierte Arbeitsplätze und Ausgründungen entstehen. Beteiligt sind Partner entlang der kompletten Wertschöpfungskette für medizinische Diagnostik – vom Messgerätebau, der Entwicklung neuer diagnostischer Parameter über die Produktion und den Vertrieb bis hin zur klinischen Anwendung. Die Wachstumskerne werden im Rahmen der Innovationinitiative Unternehmen Region vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und vom Projektträger Jülich begleitet.

Für die amtierende BTU-Präsidentin Prof. Christiane Hipp ist der Wachstumskern Praemed.Bio „eine wichtige Brücke zwischen der BTU, Wissenschaftseinrichtungen und Unternehmen, die Transferprojekte wie beispielsweise den Innohub 13 im Rahmen der Innovativen Hochschule hervorragend ergänzt“. Sie diene gleichermaßen der wissenschaftlichen Profilschärfung der Universität wie der Stärkung des Standortes in Senftenberg.

 Professor Peter Schierack ist einer der führenden Köpfe des neuen Wachstumskerns Praemed.Bio, der am Senftenberger Campus angesiedelt wird.
Professor Peter Schierack ist einer der führenden Köpfe des neuen Wachstumskerns Praemed.Bio, der am Senftenberger Campus angesiedelt wird. FOTO: BTU Cottbus-Senftenberg / Ralf-Peter Witzmann
 Professor Peter Schierack ist einer der führenden Köpfe des neuen Wachstumskerns Praemed.Bio, der am Senftenberger Campus angesiedelt wird.
Professor Peter Schierack ist einer der führenden Köpfe des neuen Wachstumskerns Praemed.Bio, der am Senftenberger Campus angesiedelt wird. FOTO: BTU Cottbus-Senftenberg / Ralf-Peter Witzmann

„Erst die effiziente Diagnostik und Auswertung von Blut oder Gewebe eines erkrankten Menschen gibt dem Arzt ein umfassendes Bild einer Krankheit. Das ist wichtig, um die Therapie individuell zuschneiden zu können“, sagt Prof. Peter Schierack, einer der führenden Köpfe des Wachstumskerns. Anhand einer schnellen und präzisen Auswertung von medizinischen Patientendaten, den Biomarkern, sollen maßgeschneiderte Therapien ermöglicht werden. Grundlage sei die effiziente Diagnostik von Blutbestandteilen und Gewebe. Ausgebildete Spezialisten in Laboren analysieren bisher einzelne Biomarker. Das sei aufwendig und teuer.

Vor diesem Hintergrund arbeiten Forschende und Wirtschaftspartner gemeinsam an Technologien und Software-Lösungen, die gleich mehrere Messwerte auf Basis der digitalen Fluoreszenz automatisiert zusammenführen und auswerten. „Neu ist, dass wir mit der Technologie verschiedene Biomarker zusammenführen können, die uns detaillierte Informationen über den Zustand eines Patienten geben. Zudem ist die Fluoreszenzmikroskopie ein Verfahren, dass noch detailreichere Informationen über Zellen und Gewebe als die klassische Lichtmikroskopie liefert. Ein Patient kann so wesentlich besser charakterisiert und individuell therapiert werden“, fasst Schierack zusammen. So erhoffen sich die Forschenden, die Dauer einer Behandlung verkürzen und die Heilungschancen erhöhen zu können. Das soll insbesondere die Behandlung von Menschen mit Tumoren nachhaltig verbessern, heißt es in einer Mitteilung.

„Erst damit können zukünftig fundierte individualisierte Diagnostikdaten für die Diagnosestellung durch ein ärztliches Konsil über ein Messsystem zeitnah und kostengünstig bereitgestellt werden. Wir freuen uns, dass das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung des Deutschen Krebsforschungszentrums, eines der nationalen Meinungsbildner auf dem Gebiet der modernen Krebsforschung, Teil unseres Bündnisses ist“, sagt Prof. Dirk Roggenbuck, Sprecher des neuen Wachstumskerns.

 Durch die geplanten Ansiedlungen weiterer Unternehmen und die Einrichtung eines gemeinsamen Labors im Innovationszentrum in Senftenberg sollen hochqualifizierte Arbeitsplätze und Ausgründungen entstehen.
Durch die geplanten Ansiedlungen weiterer Unternehmen und die Einrichtung eines gemeinsamen Labors im Innovationszentrum in Senftenberg sollen hochqualifizierte Arbeitsplätze und Ausgründungen entstehen. FOTO: Jan Augustin
(jag)