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| 19:01 Uhr

Rückkehrer-Initiative
Marléns Heimweh war immer da

 Christian Krauß bringt seine Erfahrungen jetzt bei Zedas ein: „Mir war wichtig, dass die Dynamik im Beruf weitergeht und ich eine Perspektive habe.“
Christian Krauß bringt seine Erfahrungen jetzt bei Zedas ein: „Mir war wichtig, dass die Dynamik im Beruf weitergeht und ich eine Perspektive habe.“ FOTO: ChristianTaubert
Senftenberg. Als Rückkehrer sind Christian Krauß und seine Frau von Kuwait nach Lauta gekommen. Ein Rückkehrertag ebnete den Weg zu Zedas.

Marlén und Christian Krauß sind Rückkehrer. Allerdings passen sie nicht ganz in das Bild jener jungen Lausitzer, die in den 1990er-Jahren zu Tausenden der Arbeit wegen in den Westen gegangen waren. Wer in den alten Bundesländern Lehre oder Job nachweisen konnte, wurde nicht nur vom Land Brandenburg mit einer Umzugsprämie belohnt. „Arbeit statt Arbeitslosigkeit bezahlen“ war die Devise vor allem von Arbeitsministerin Regine Hildebrandt im SPD-Kabinett von Regierungschef Manfred Stolpe.

Christian Krauß aus Chemnitz zog es erst nach einem arbeitsreichen Jahr in Australien in die alten Bundesländer. Er hatte da bereits seinen Meister als Orthopädieschuhtechniker in der Tasche, wurde Betriebswirt des Handwerks. In den Westen war auch Marlén aus Spremberg gegangen, um ihr Diplom als Sozialpädagogin zu machen. Im nordrhein-westfälischen Siegen lernten sich die beiden schließlich kennen und lieben. Fern der Heimat, „nach der meine Frau schon Heimweh hatte“, räumt Christian Krauß ein.

Rückzug war aber (noch) kein Thema. Denn nach fünf Jahren in Jobs in Siegen eröffnete sich für das Paar eine ungeahnte Chance. Christian sollte für ein Medizintechnik-Unternehmen in Kuwait, Saudi-Arabien und Katar eine Vertriebsaußenstelle leiten. „Wir zogen mit Sack und Pack um“, erinnert sich Krauß an die Zeit auf der arabischen Halbinsel, in der sie beide so viele Erfahrungen fürs Leben in beruflicher und privater Hinsicht mitnahmen. Klar sei aber auch immer gewesen, erklärt Krauß, dass der Job eine zeitliche Begrenzung hatte. Als Leiter einer Abteilung von mehreren Hundert Mitarbeitern habe er dort viel allein entwickeln können. „Das hat mich auch für neue Jobs geprägt.“

Nach gut dreieinhalb Jahren hieß es schließlich erneut, Kisten zu packen und das Auto zu verschiffen. Das berufliche Projekt war abgeschlossen. Vom Abenteuer Kuwait, aus einer Glitzerwelt mit Wüstenflair, ging es zurück nach – Lauta in Sachsen. „Das war schon ein kultureller Schock“, sagt Krauß. Aber die Gründe für diese unumstößliche Entscheidung decken sich mit den in der Rückkehrer-Studie von „Ankommen in Brandenburg“ (siehe Info-Box) gemachten Angaben: Das Heimweh bei Marlén habe nie nachgelassen. Und da tat sich die Chance auf, in Lauta das Haus der Oma auszubauen – in Nachbarschaft zur Mutter. „Da haben wir nicht lange überlegt“, schildert Christian Krauß den Entschluss zurückzukommen, auch ohne einen Job in Aussicht zu haben.

Ein halbes Jahr hat es gedauert, dann war der Umbau erledigt. Beruflich waren die beiden noch immer auf der Suche. Aber für den Vertriebsexperten war das kein Grund, in Panik zu verfallen. Lautas Lage zwischen Berlin und Dresden hat ihn eher sicher gemacht, heutzutage einen neuen Job zu finden. Da wusste er noch nicht, dass er aufgrund eines Zeitungsartikels in der RUNDSCHAU im Dezember 2017 über das Abenteuer Kuwait längst ins Visier von Michael Rudel geraten war. Der ist Angestellter bei Zedas in Senftenberg, einem Unternehmen für Softwareentwicklung im Bahnbereich (siehe Info-Box). Und Rudel betreut mit der Marketingleiterin Ulrike Gollasch den jährlichen Rückkehrertag zwischen Weihnachten und Silvester in Schwarzheide.

„Wir waren auf der Suche nach einem versierten Mitarbeiter für den Vertrieb. Und haben nach Christian Krauß Ausschau gehalten“, erinnern sich Gollasch und Rudel. Nachdem sie mit ihm ins Gespräch gekommen waren, ging alles sehr schnell. Der 36-jährige Krauß hat einen Probetag im Unternehmen absolviert, die Arbeit und künftige Kollegen kennengelernt. „Da hat die Chemie gestimmt“, erinnert er sich. Gehaltsfragen hätten nicht im Vordergrund gestanden, „aber mir war wichtig, dass die Dynamik im Beruf weitergeht und ich eine Perspektive habe“.

Gesucht und gefunden konnte Zedas die Unterschrift unter den Vertrag mit Christian Krauß setzen. Auf der Suche nach einem Vertriebler, der Erfahrung im internationalen Geschäft mitbringt, „haben wir einen sicher auftretenden, nach vorn schauenden Mitarbeiter gewonnen“, erläutert Ulrike Gollasch. „Wir haben schnell gemerkt, dass Christian Krauß über das Vertriebs-Gen verfügt.“ Bei der Weiterführung der Unternehmensstrategie ist das extrem von Vorteil. Denn Krauß soll mit dazu beitragen, internationale Märkte für Zedas zu erschließen.

 Christian Krauß bringt seine Erfahrungen jetzt bei Zedas ein: „Mir war wichtig, dass die Dynamik im Beruf weitergeht und ich eine Perspektive habe.“
Christian Krauß bringt seine Erfahrungen jetzt bei Zedas ein: „Mir war wichtig, dass die Dynamik im Beruf weitergeht und ich eine Perspektive habe.“ FOTO: ChristianTaubert
 Christian Krauß bringt seine Erfahrungen jetzt bei Zedas ein: „Mir war wichtig, dass die Dynamik im Beruf weitergeht und ich eine Perspektive habe.“
Christian Krauß bringt seine Erfahrungen jetzt bei Zedas ein: „Mir war wichtig, dass die Dynamik im Beruf weitergeht und ich eine Perspektive habe.“ FOTO: ChristianTaubert