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Managerin für Malerviertel und Nordstadt Großräschen

Karin Krüger ist die Quartiermanagerin für das Malerviertel und die Nordstadt Großräschen im Programm "Soziale Stadt".
Karin Krüger ist die Quartiermanagerin für das Malerviertel und die Nordstadt Großräschen im Programm "Soziale Stadt". FOTO: Steffen Rasche/str1
Großräschen. Die Wohnquartiere Malerviertel und die Nordstadt von Großräschen haben mit Karin Krüger vom Schlupfwinkel-Verein jetzt eine Managerin. Denn die Stadt kann nun auf das Förderprogramm "Soziale Stadt – Investitionen im Quartier", das lebendige Nachbarschaften fördern und den sozialen Zusammenhalt stärken soll, zugreifen. Kathleen Weser

Und Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) hat sofort an Karin Krüger gedacht, um das Netzwerk aufzubauen. Die 56-Jährige hat die Aufgabe freudig übernommen. "Für mich ist das noch einmal eine schöne Herausforderung", sagt sie.

Karin Krüger ist im Jahr 1986, als der Braunkohlebergbau bis Großräschen-Süd vorgestoßen war, mit zwei kleinen Kindern ins Neubaugebiet gezogen. "Ich kenne hier jedes Haus und viele Leute", erzählt die ausgebildete Sozialarbeiterin. Bisher hat sie freilich hauptsächlich mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet. Die Bande zwischen allen Generationen - geschickt mit der helfenden Hand aus dem Hintergrund - zu knüpfen, das reizt die Großräschenerin.

Neben baulichen Investitionen lebt das Förderprogramm, aus dem die Stadt nach langer Vorarbeit jetzt neu schöpfen kann, vor allem durch das Engagement der Menschen vor Ort. Das kann von Aktivitäten im Stadtteil bis zum eigenständigen kleinen Projekt geschehen. Im Fokus stehen dabei die vom Stadtumbau betroffenen Wohnquartiere. "Die Erweiterung des Förderprogrammes Soziale Stadt auf kleinere Städte ist ein echter Gewinn für Großräschen", erklärt Thomas Zenker erfreut. Die Abwanderung ist zwar gestoppt, der Rückbau aber geht verzögert weiter. Denn die Bedarfe für Wohnraum ändern sich. Eine ausgewogene Stadtentwicklung ist das Ziel. In den Wohngebieten selbst sollen die Nachbarschaften und sozialen Strukturen stark werden. Das Scharnier zur Innenstadt und weiter zur Hafenstadt soll funktionieren. Hinterm Seespielplatz darf nicht Schluss sein mit dem pulsierenden Leben.

Karin Krüger will den Austausch fördern, vermitteln, Einsamkeit bei betagten Mitmenschen durch Kontakte ebenso bekämpfen wie jungen Leute in schwierigen Lebensphasen die Chancen eines aktiveren Lebens in der Gemeinschaft aufzeigen. Ohne belehrend zu werden. "Ich denke, ich kenne die Großräschener ganz gut und habe das nötige Gespür für die Leute hier", bestätigt Karin Krüger.

Oft seien nur der Anstoß und das Weitertragen guter Ideen wichtig. Ein Verein trage sich schon mit dem Plan für ein Nachbarschaftsfest. Spielenachmittage für Senioren gibt es bereits - davon dürften nur gern noch viel mehr betagte Bürger in den Wohnquartieren wissen. "Ich gehe auch an den Türen klingeln und bin sicher, mit den Räschenern gut ins Gespräch zu kommen", sagt die von Natur aus offene Quartiermanagerin, die sich spürbar auf die neue Aufgabe freut. Der fachliche Rückhalt im Schlupfwinkel-Verein macht Mut.