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| 01:52 Uhr

Mahnmal für Widerstandskämpfer soll saniert werden

Lauchhammer. Zweieinhalb Jahre nach dem Sturm Kyrill, der im Lauchhammeraner Schlosspark verheerende Verwüstungen hinterlassen hat, ist dort zwar schon viel wiederaufgebaut worden (RUNDSCHAU berichtete). red/cw

Doch am 1958/59 errichteten Mahn- und Ehrenmal für die Widerstandskämpfer gegen Faschismus und das Naziregime in den Jahren 1933 bis 1945 seien bisher noch keine Reparaturarbeiten durchgeführt worden. Das kritisiert die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) Senftenberg/Lauchhammer. Das Denkmal, das in diesem Jahr genau 50 Jahre besteht, müsse auf jeden Fall saniert werden.Bürgermeisterin Elisabeth Mühlpforte weiß um die Sorgen der Lauchhammeraner Antifaschisten: "Gemeinsam mit dem beauftragten Planungsunternehmen sind wir davon ausgegangen, dass mit der Einreichung des gesamten Sanierungsantrages für den Schlosspark auch der Antrag für das Denkmal mitenthalten ist." Das sei dann aber leider nicht so gewesen. "Erst nach unseren ausdrücklichen Nachfragen hat man uns mitgeteilt, dass wir einen separaten Antrag für das politische Denkmal für die Widerstandskämpfer stellen müssen." Das Planungsbüro habe unverzüglich die Gespräche mit der Denkmalschutzbehörde aufgenommen, so Elisabeth Mühlpforte. Das Denkmal solle nun so gestaltet werden, dass es sich künftig noch besser ins Bild des neuen Schlossparks fügt. "Dazu haben wir in Abstimmung mit der VVN einen Entwurf vorbereitet", erklärt die Bürgermeisterin.Waltraud Weber aus Lauchhammer-West hat sich mit der Geschichte von Schloss und Schlosspark während der Zeit des Nazi-Deutschland beschäftigt. Beides sei bis zum Jahre 1945 im Besitz des Bubiag-Konzers gewesen, der einer der wichtigsten Rüstungskonzerne der Faschisten war. "Bis zur endgültigen Niederlage des Faschismus waren Schloss und Schlosspark damit tief in die Naziideologie verstrickt, denn in dem Schloss befand sich die faschistische Abwehrzentrale", schreibt sie in einer Abhandlung.Nicht nur deshalb sei es wichtig, das Denkmal für die antifaschistischen Widerstandskämpfer nach 50-jähriger Standzeit zu sanieren. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes hat im Rahmen einer Forschungsarbeit die Namen der Ermordeten und der durch die Faschisten Verfolgten im Raum Lauchhammer zusammengetragen. Eine Tafel mit 57 Namen soll zu gegebener Zeit am sanierten Mahn- und Ehrenmal im Schlosspark angebracht werden. Die Liste weise auch sechs jüdische Bürger aus, vier wurden ermordet, so Waltraud Weber. red/cw