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| 02:47 Uhr

"Luther begeistert"

Am heutigen Samstag vor 471 Jahren ist Martin Luther gestorben. Aber vergessen ist er nicht. Das merken wir gerade in diesem Jubiläumsjahr: "500 Jahre Reformation".

So manche evangelische Kirche trägt seinen Namen. In Senftenberg ist es die Backsteinkirche an der Briesker Straße, am Alten Friedhof. Auch die Briesker Kirche trägt stolz seinen Namen. Dort steht Luther links im Altarraum auf einem Sockel. Der Besucher in der Kirchenbank schaut ehrfürchtig zu ihm auf. Warum? "Ich weiß nicht, mir gefällt Luther! Schon immer. Mein Leben lang", sagte mir dieser Tage eine Frau aus der Gemeinde. Ja, ich finde auch, dass es richtig ist, sich an ihm zu orientieren.

Seine Klarheit, seine Geradlinigkeit, seinen Mut zu feiern. Zusammengefasst in seinem Bekenntnis: "Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen." Ich bewundere, wie er trotz mancher innerer Anfechtung und Verzweiflung fest geblieben ist:"Glaubst du, so hast du; zweifelst du, so bist du verloren." Luther hat sein Leben gewagt, seine ganze Existenz aufs Spiel gesetzt, im Vertrauen Gottes, auf Sein oder Nichtsein. Hat es gewagt, gegen den Strom zu schwimmen und versuchte mit unglaublicher Energie das, was er von Gott als Auftrag spürte, gegen alle Widerstände zu leben. Das gilt es zu bewahren und zu bedenken, wenn wir ihn aus historisch sicherer Distanz und mit dem Maßstab unserer Zeit beckmessserisch benoten. Im Nachhinein ist man immer klüger. Luther: "Alle Menschen sind von Natur aus mehr Nach- als Vordenker, weil alle klug sind, nachdem etwas geschehen ist. Wir alle müssen Lehrgeld geben und aus Schaden klug werden." Luther richtig zu verstehen heißt also, nicht bei ihm stehen zu bleiben, sondern ihn weiter zu denken. Seine Spuren aufzunehmen, mit unserem Mut und aus Gottes Kraft.

Was bleibt von Luther?

Nun, sicher auch seine berühmten Sprüche. Sie sind legendär, manche derb, nicht wenige ermutigend und erhellend: "Was Gott tut, das stehet. Was Gott will, das gehet." "Wenn ein jeglicher seinem Nächsten diente, so wär die Welt voll Gottesdienst." "Furcht tut nichts Gutes. Darum muss man frei und keck sein in den Dingen allesamt und feste stehen." Und sehr wahr und aktuell zugleich: "Es ist wohl ein halb Himmelreich, wo Friede ist."