Die aufgelockerte Stimmung nach dem Theaterstück über die Besiedlung Australiens (die RUNDSCHAU berichtete) setzte sich bei den Konferenzteilnehmern fort. Holger Rupprecht (SPD), Minister für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, übersandte eine Grußbotschaft, in der er unter anderem das Fortbestehen der Goyatzer Oberschule nochmals bekräftigte: "Die Leichhardt-Schule hat eine gute Entwicklung genommen und wird durch ihren weiteren Bestand auch eine Zukunft haben."
Begeisterte Zustimmung aller Anwesenden begleitete wenig später die Erstaufführung des Filmes "Der junge Leichhardt und Wir" von Donald Saischowa. In akribischer Kleinarbeit war er in den letzten Monaten auf Spurensuche nach dem Kind, Schüler, Gymnasiasten und Studenten Ludwig Leichhardt in der Niederlausitz gewesen. Die Ergebnisse des Ausfluges zu Fuß, mit dem Auto oder mit dem Ballon hat der Filmproduzent aus Cottbus in einem 20-minütigen Film verarbeitet.
"Es ist wichtig, diese außergewöhnliche Forscherpersönlichkeit in seiner Heimat noch bekannter zu machen", sagte der 43-Jährige selbst. "Der Film ist einfach toll und wird sicher bewirken, dass das Leichhardt-Land rund um den Schwielochsee noch attraktiver für Besucher wird", schätzte Konferenz-Teilnehmer Reiner Ulbrich (54) aus Cottbus ein. "Es ist den Filmemachern treffend gelungen, die kulturhistorischen Fakten zum Thema Leichhardt mit der Schönheit unseres Landstriches zu verbinden", erklärte Gerhard Schippan, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Burg.
Vorträge über den am 23. Oktober 1813 in Sabrodt bei Trebatsch geborenen Naturwissenschaftler, Entdecker und Abenteurer schlossen sich an. Werner Pfeil (70), Mitglied des Naturwissenschaftlichen Vereins der Niederlausitz in Cottbus, referierte zum Thema "Der junge Leichhardt und das Werte bild einer Zeit", was mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurde. "Der Vortrag macht deutlich, wie eng Wissenschaft, Forschung und Bildung miteinander verbunden sind, und wie konkret wir diese Aspekte für neue Initiativen und Aktivitäten im Bereich der Oberschule, Kultur, Sport und Tourismus nutzen können und müssen", erklärte Bernd Boschan, Amtsdirektor Lieberose/Oberspreewald und Vorsitzender des im Jahr 2006 gegründeten deutsch-australischen Leichhardt-Vereins.
Zur langfristigen Vorbereitung des 200. Geburtstages von Ludwig Leichhardt im Jahr 2013 gehört eine ver stärkte Forschungsarbeit zum Leben und Wirken des prominenten Überlandreisenden, der im Jahre 1848 in der australischen Wildnis verschollen ist. "Wir müssen Alt und Jung im Leichhardt-Land in unsere gemeinsamen Vorhaben einbeziehen und den Entdecker in der Öffentlichkeit noch viel bekannter machen", forderte Dr. Hellmut Trunschke, Bürgermeister der Gemeinde Schwielochsee.
So sollen in nächster Zeit Artikel über den Lebenslauf des "Humboldts" Australiens im zuständigen Amtsblatt veröffentlicht werden. Schulpartnerschaften, die Gestaltung eines Leichhardt-Trails zwischen Trebatsch und Cottbus sowie die Präsentation eines Leichhardt-Wanderweges zwischen Goyatz und Mochow sollen die Öffentlichkeit auf die bedeutende Persönlichkeit aufmerksam machen. Ein wichtiger Aspekt soll der Ausbau von freundschaftlichen Kontakten zwischen deutschen und australischen Schulen, Vereinen, Landkreisen und Institutionen sein.
"Was in meinen Kräften steht, will ich auch tun, um die vielen Initiativen zu unterstützen", versprach der designierte Landrat Stephan Loge (SPD). In einem Jahr wollen die Teilnehmer sich zur dritten Leichhardt-Konferenz wiedertreffen und eine erste Bilanz zur Realisierung der umfangreichen Vorhaben ziehen.