„Ich habe ein schlechtes Gedächtnis. Mit 16 bin ich deshalb von der Schule geflogen.“ Das sagt der Gedächtnistrainer Gregor Staub über sich selbst. Ein Mann, der bereits seit über 20 Jahren anderen in Seminaren beibringt, wie sie Namen, Zahlen und Sprachen in kürzester Zeit lernen und behalten können.

Nachdem die Schüler der Dr.-Otto-Rindt-Oberschule bereits am Vormittag sein Gedächtnistraining absolvieren durften, wollten sich am Abend auch Eltern und Großeltern von der Wirksamkeit der Methoden überzeugen. Bei Gregor Staubs Seminaren ist jeder zum Mitmachen aufgefordert. Und so lernten die 25 Teilnehmer in einem großen Kreis zuerst die Namen der anderen Anwesenden.

25 Namen in fünf Minuten

Um einen Namen langfristig im Gedächtnis zu behalten, werden dessen Silben mit Bildern verknüpft, erläuterte der 65-Jährige. So stelle er sich für den Namen Christiane ein Kreuz für das „Christ-“ und eine Liane für das „-iane“ vor. Um den Namen nun auch noch der richtigen Person zuzuordnen, werden die Bilder an einem bestimmten Merkmal derselben festgemacht. Das könne ein blauer Schal oder eine Micky Maus auf dem T-Shirt sein.

Gregor Staub ist sicher, dass jeder in nur vier Stunden diese Methode erlernen, beherrschen und ein Leben lang anwenden kann. „Das ist wie immer im Leben: Gute Tricks müssen geübt werden“, erklärte er. Dabei solle man sich Zeit lassen und sich Fehler erlauben. Nach nur fünf Wiederholungen habe es jeder verinnerlicht, meinte der Gedächtnistrainer.

Die Loci-Technik hilft beim Einprägen

Eine andere Art, sich Fakten zu merken, sei die sogenannte Loci-Technik. Dabei wählt man einen Weg aus und weist markanten Orten einen Begriff zu. Bei Bedarf wird der Weg abgegangen und die Fakten abgerufen. So lassen sich in einer Minute zehn Präsidenten erlernen. Diese Erfahrung machten auch die Teilnehmer in der Aula. Jeder konnte die Staatschefs nach wenigen Minuten vorwärts und rückwärts aufsagen. Zur großen Überraschung und Begeisterung aller, denn viele hatten sich vorher weitaus schlechter eingeschätzt. Den meisten fehle es an Selbstbewusstsein, bemängelte Gregor Staub. Daher bekräftigte er: „Es gibt keine Grenzen, außer man setzt sie sich selber.“

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