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Lkw-Verbot für B 169-Umleitung

Am Mittwoch nutzen noch etliche Laster die Umleitung zwischen Lindchen und Woschkow. Damit soll ab heute Schluss sein. Seit vier Wochen wird die Landesstraße rege befahren, insbesondere vom Transit-Verkehr. Das hat Spuren hinterlassen. Bauarbeiter müssen das zerstörte Bankett ausbessern.
Am Mittwoch nutzen noch etliche Laster die Umleitung zwischen Lindchen und Woschkow. Damit soll ab heute Schluss sein. Seit vier Wochen wird die Landesstraße rege befahren, insbesondere vom Transit-Verkehr. Das hat Spuren hinterlassen. Bauarbeiter müssen das zerstörte Bankett ausbessern. FOTO: Jan Augustin
Woschkow/Lindchen. Laster ab 7,5 Tonnen dürfen ab heute nicht mehr die Ausweichstrecke zwischen Lindchen und Woschkow nutzen. Die Polizei kündigt temporäre Kontrollen an, dämpft aber die Erwartungen. Jan Augustin

Schon seit 40 Jahren lebt Reinhard Neubauer in Woschkow. Aber so etwas hat er noch nicht erlebt. "Das ist eine Katastrophe", sagt der 62-Jährige am Mittwoch über seinen Gartenzaun hinweg. Seit vier Wochen donnern unzählige Laster durch seinen Ort. Und das aus seiner Sicht viel zu schnell. Er schimpft: "Ich bin mit 90 km/h einem polnischen Lkw hinterhergefahren - der hat geschaukelt wie ein Kinderwagen." Die wegen Bauarbeiten und der Vollsperrung in Allmosen eingerichtete Umleitungsstrecke auf der Landesstraße 531 zwischen Lindchen und Woschkow wird trotz Hinweisen, dass Schwerlaster weiter übers Spreewalddreieck fahren sollen, rege genutzt - insbesondere vom Transit-Verkehr.

Damit soll nun Schluss sein. Seit Mittwochabend gilt für die Umleitung zwischen Lindchen und Großräschen ein Fahrverbot für Lkw ab 7,5 Tonnen. Ausgenommen sind Lieferanten- und lokaler Zielverkehr. Das bestätigt Steffen Kleiner, Dezernatsleiter Planung Süd im Landesbetrieb Straßenwesen, am Mittwoch auf Nachfrage. Der Schwerlastverkehr soll mit der Tonnage-Beschränkung auf den Autobahnen 15 und 13 bleiben - so, wie es viele Anwohner der Bundesstraße 169 schon seit Jahren fordern. Das Cottbuser Verwaltungsgericht hatte bereits zwei Mal in diese Richtung geurteilt. Den Klägern muss mehr Lärmschutz gewährt werden. Lkw-Fahrverbote auf der B 169 sind dafür eine Option.

Dem möglichen Wunsch, dass die nun geltende verkehrsrechtliche Anordnung auch über die bis September geplanten Bauarbeiten in Allmosen einfach aufrecht erhalten bleibt, nimmt Cornelia Mitschka, Pressesprecherin des Landesbetriebes, aber die Hoffnung. Nach der Maßnahme sei der Landkreis OSL als Straßenverkehrsbehörde wieder zuständig.

Die Polizeidirektion Süd hat unterdessen ein Lkw-Verbot auf der Umleitungsstrecke begrüßt. "Es muss für Anwohner erträglich sein", sagt Pressesprecherin Ines Filohn. Am Mittwochvormittag, als die neuen Verbotsschilder auf den Autobahnen und den Bundes- sowie Landesstraßen noch nicht aufgestellt waren, hat sie sich selbst ein Bild von der Situation vor Ort gemacht. Vor allem wünscht sie sich eine "ordentliche" und "rechtzeitige" Ausschilderung auf der Autobahn. Der Verkehrsteilnehmer müsse sich schließlich einrichten können. Ist der Laster aber erst einmal von der Autobahn abgefahren, erklärt die Polizistin, ist es zu spät. Denn der Lkw könne auf der B 169 nicht mehr wenden.

Ines Filohn kündigt für die Zeit der Anordnung Präsenz und temporäre Kontrollen durch die Polizei an. "Wir können aber keine Kontrollstelle einrichten." Dafür fehle einfach der Platz, dämpft sie die Erwartungen. "Wir würden einen Rückstau bis Cottbus verursachen." Wie Ines Filohn wünscht sich auch Cornelia Mitschka, dass sich die Lkw-Fahrer an die Regeln halten: "Ich vertraue darauf, dass sich die Verkehrsteilnehmer daran halten. Wenn nicht, sind wir am Ende."

Auch Reinhard Neubauer hofft, dass es ab diesem Donnerstag wieder ruhiger und sicherer wird in seinem Dorf und auf der Straße. "Für mich ist es ein Wunder, dass es noch keinen Unfall mit Lkw gegeben hat, gerade zwischen Leeskow und Lindchen", sagt er.