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| 01:30 Uhr

Lindenauer fürchten nach Insolvenz um ihren Schlosspark

Hüfthoch steht das Gras im Lindenauer Park. Kein schöner Anblick, findet Monika Nitzsche. Foto: Würz
Hüfthoch steht das Gras im Lindenauer Park. Kein schöner Anblick, findet Monika Nitzsche. Foto: Würz FOTO: Würz
Lindenau. Zehn Monate nach der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gegen die bisherigen Eigentümer von Schloss und Park Lindenau fürchten Lindenauer Bürger um die Zukunft ihres herrlichen Landschaftsparkes. Die Anlage ist derzeit sich selbst überlassen und verwildert zusehends. Von Catrin Würz

Das Gras steht fast hüfthoch, die Wege wachsen langsam zu und der frühere Steingarten ist als solcher unter dem wuchernden Unkraut gar nicht mehr zu erkennen. “Es blutet einem das Herz, wenn man das sieht„, sagt Monika Nitzsche. Die Lindenauerin ist nicht nur besorgt, dass die Vegetation auf dem Parkgelände üppig sprießt, sondern auch über zuwachsende Meliorationsgräben und kaputte Holzbohlen an einer der Brücken. “Das ist doch eine Unfallquelle„, sagt sie.

Bis zum Herbst 2009 hatte die Procuro Gesellschaft für Projektentwicklung mbH - Eigentümerin von Schloss und Park Lindenau - drei Mitarbeiter für die Pflege und Werterhaltung im Park angestellt. Damit war es allerdings mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens vorbei - wie auch mit den erst ein Jahr zuvor begonnenen Sanierungsarbeiten am Gebäude. Der Geschäftsbetrieb für Schloss und Park ist vom Berliner Insolvenzverwalter sofort eingestellt worden, die Mitarbeiter sind entlassen.

Das hoch stehende Grün im Park ist für den Lindenauer Bürgermeister Jürgen Bruntsch allerdings nur eine Seite des Problems. “Die Gemeinde und das Amt Ortrand tun derzeit alles, um sich das Wegerecht im Park zu sichern„, erklärt Bruntsch. Mit dem bisherigen Schloss eigentümer habe es konkrete Vereinbarungen für eine öffentliche Nutzung der Parkwege gegeben. Nun kümmert sich ein Dresdner Rechtsanwalt darum, dass diese Regelungen auch in die Verhandlungen mit einem möglichen neuen Schlossbesitzer einfließt und im Grundbuch eingetragen wird. Was konkret mit der Insolvenzmasse Schloss Lindenau passieren wird, ist bisher noch völlig unklar. “Es wird aber keine öffentliche Versteigerung geben, sondern eine andere Lösung„, sagt Amtsdirektor Kersten Sickert den neuesten Stand seines Wissens.

Über die ungepflegten Parkanlagen ärgert auch er sich schon lange. “Dem Amt sind jedoch die Hände gebunden„, sagt er. Außer Briefe zu schreiben könne man nicht weiter eingreifen, es handelt sich schließlich um Privateigentum.

Zumindest eine Behörde kann dem pflegelosen Zustand im Lindenauer Park etwas Gutes abgewinnen. Die untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt sieht keine Gefahr im Verzug, eine Vegetationsperio de lang halte es ein solcher Park ohne Rasenmäher aus. Aus Naturschutz-Sicht gelte: Für die Artenvielfalt ist weniger Pflege oft besser als zuviel.