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| 11:51 Uhr

Regionale Landwirtschaft
Flüssiges Gold im Hofladen Lindchen

 Der Lindchener Geschäftsführer Dr. Martin Schultze sorgt für frische und schmackhafte Pellkartoffeln aus eigenem Anbau für die Verkostung mit Leinöl und Quark.
Der Lindchener Geschäftsführer Dr. Martin Schultze sorgt für frische und schmackhafte Pellkartoffeln aus eigenem Anbau für die Verkostung mit Leinöl und Quark. FOTO: Renate Kupfer
Lindchen/Ressen. Der örtliche Landwirtschaftbetrieb vermarktet das Leinöl aus Drebkauer Anbau und Verarbeitung.

Der Landwirtschaftsbetrieb in Lindchen/Ressen hat seit der Eröffnung seines Hofladens vor fast 30 Jahren und auf den Märkten ständig sein Angebot an regionalen Produkten erweitert. Seit Mitte März wird hier nun auch noch das „flüssige Gold der Lausitz“, Leinöl frisch gepresst und lose, neu angeboten. „Dazu haben wir mit der Agrargenossenschaft Drebkau, die seit Februar mit Leinöl aus der eigenen Produktion auf dem Markt ist, eine feste Vereinbarung abgeschlossen“, erläutert Geschäftsführer Dr. Martin Schultze. „Damit können unsere Kunden  in unserem Hofladen das in der Region beliebte Lausitzer Gericht Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl, nach ihrer Wahl zusammenstellen.“

Allerdings muss die frische Kuhmilch, die in der Milchtankstelle gezapft wird, zu Hause in eigener Regie zu Quark verarbeitet werden. „Kein Problem“ schätzt Schultze ein, und gibt dazu die entsprechenden Tipps. „Die ebenfalls von  Drebkauer Kühen stammende Milch haben wir seit 2018 in unserem Angebot.“

Vom köstlichen Geschmack des frisch gepressten Drebkauer Leinöls mit frisch gekochten Pellkartoffeln der Sorte „Birgit“ und aus Frischmilch hergestelltem Quark haben sich Kunden kürzlich bei einer Verkostung überzeugen können. Zu denen, die von diesem Angebot begeistert waren, gehörte Andrea Jankowiak aus Allmosen. „Dieses Leinöl hat einen besonders nussigen und angenehmen Geschmack, es soll ja gesundheitliche Wunder bewirken und wird zu Recht als ,flüssiges Gold’ bezeichnet“, glauben auch Kunden aus Ruhland, die an diesem Tag im Hofladen vor Ort sind. „Wir schätzen und nutzen das umfangreiche Angebot heimischer Produkte in den Hofläden. Das Angebot ist in den letzten Jahren umfangreicher geworden und hat sich deutlich verbessert“, so ihre Einschätzung.

Die Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft in Drebkau, Dagmar Schenke, setzt wie Martin Schultze auf die Direktvermarktung ihrer Erzeugnisse. Immerhin hat der Drebkauer Betrieb im Vorjahr 200 000 Euro in die fünf neu geschaffenen Milchzapfstellen investiert. Die Technik und die Neuanschaffungen für die Produktion von Leinöl lagen im Preis nicht so hoch. Für Dagmar Schenke erfreulich ist der gute Absatz des Leinöls nach Produktionsbeginn in diesem Jahr. In mittlerweile zehn Verkaufsstellen ist es in und rund um Drebkau erhältlich.

„Die Ernte von Leinsamen aus dem Jahr 2018 auf zirka elf Hektar wird zukünftig nicht mehr ausreichen, und deshalb wird unser Anbau 2019 auf 40 Hektar erhöht. Ein Grundsatz ist für uns: Es wird nur in den Fluren von Drebkau gewachsener Öllein verarbeitet. Diese Regionalität ist unsere Stärke, und darauf bauen wir weiterhin“, kündigt Dagmar Schenke an.

Neben der Sicherung von Arbeitsplätzen in der heimischen Landwirtschaft hat die Eigenversorgung mit Nahrungsmitteln weitere enorme Vorteile für die Umwelt. Weite Transportwege entfallen, Öllein, der um Drebkau wächst, muss nicht aus Kasachstan oder China eingeführt werden. Zudem spart die lose Vermarktung von Trinkmilch und Speiseleinöl, wie zum Beispiel im Hofladen Lindchen, Verpackungsmaterial in Größenordnungen. Die genutzten Flaschen können immer wieder verwendet werden. Diese Vorteile aus der Direktvermarktung, den guten  Geschmack der Produkte und die Frische der Produkte wissen die Kunden mehr und mehr zu schätzen.