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| 11:55 Uhr

Denkmalstag
Sanierer finden Andreaskreuz

 Stolz präsentiert Cornelia Schnippa die sanierte Hofseite ihres Schrotholzhauses. Mehrere neue Balken haben ihre schadhaften Vorgänger ersetzt.
Stolz präsentiert Cornelia Schnippa die sanierte Hofseite ihres Schrotholzhauses. Mehrere neue Balken haben ihre schadhaften Vorgänger ersetzt. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Lieske. Das Schrotholzhaus in Lieske wird wieder hergestellt.  Von Torsten Richter-Zippack

Auf einen besonderen Schatz sind die Sanierer des Schrotholzhauses in der Liesker Ortsmitte gestoßen. Sie haben im Dachstuhl ein uraltes Andreaskreuz gefunden, sagt Eigentümerin und Bauherrin Cornelia Schnippa. Es handelt sich dabei um zwei diagonal sich kreuzende Streben. Die Bezeichnung geht auf den heiligen Andreas, den Apostel Russlands und Kleinasiens, zurück. Der Bruder des Petrus wurde einst in Griechenland an ein Kreuz aus zwei schräg stehenden Hölzern geschlagen.

Inzwischen ist der Liesker Dachstuhl nach seiner Sanierung wieder intakt. Allerdings fehlen noch handgestrichene Biberschwänze als Abdeckung. Bis diese eingebaut werden, so sagt Cornelia Schnippa an, schütze ein Notdach das Gebäudeinnere.

Darüber hinaus wurde die hofzugewandte Seite des Schrotholzhauses inzwischen saniert. Zahlreiche Fehlstellen mussten dabei ausgebessert werden. Lange werden die imposanten Holzbalken allerdings nicht zu sehen sein. „Wir setzen eine Kalkwand davor“, sagt Schnippa. Diese solle das Holz schützen. Früher befand sich an ihrer Stelle eine Lehmverkleidung. Sie würde aber relativ schnell verwittern. So hätten die Denkmalschützer eine Kalkwand, die optisch wie eine Lehmwand hergerichtet wird, empfohlen.

Darüber hinaus erhält das Liesker Schrotholzhaus demnächst ein neues Fundament. Und auch die historischen Holzdielen sollen wieder eingebaut werden. Die alten Hölzer wurden herausgenommen und getrocknet. „Dadurch sind sie erstaunlicherweise wieder gerade geworden“, sagt Cornelia Schnippa.

Wann das Gebäude, das aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt, komplett fertig saniert sein wird, hänge von Fördergeldern und den entsprechenden Fachfirmen ab. Perspektivisch könnten im Inneren des Gebäudes eine kleine Tourist-Information sowie ein Heimatmuseum einziehen. Schließlich wird in ein paar Jahren nur ein paar hundert Meter entfernt der Seestrand Lieske am Sedlitzer See einladen. In der in Flutung befindlichen früheren Kohlengrube fehlen allerdings noch sechs bis sieben Meter Wasser.

 Stolz präsentiert Cornelia Schnippa die sanierte Hofseite ihres Schrotholzhauses. Mehrere neue Balken haben ihre schadhaften Vorgänger ersetzt.
Stolz präsentiert Cornelia Schnippa die sanierte Hofseite ihres Schrotholzhauses. Mehrere neue Balken haben ihre schadhaften Vorgänger ersetzt. FOTO: Torsten Richter-Zippack