Schreiben geschieht in der Regel in aller Stille, oftmals zunächst für sich selbst. Überwindung ist nötig, um das Ergebnis anderen zu zeigen, vorzulesen, gar zu einem Wettbewerb einzureichen. Über 450 junge Leute haben das getan. Sie beteiligten sich an dem 2. Bundesdeutschen Kinder-und Jugendliteraturwettbewerb des „Birkchen“ in Brieske. Einige von ihnen waren nun zur Auswertung angereist, die durch die musikalische Umrahmung von Inge Blümel (Geige) und Hannelore Weber (Keyboard) ein feierliches Gepräge erhielt.

Wenig Resonanz bei Bürgern
Leider wurde von der Veranstaltung trotz vieler Einladungen von der Öffentlichkeit kaum Notiz genommen - enttäuschend nicht nur für Wolfgang Wache, den nimmermüden Organisator, und seine Helfer, sondern besonders für die jungen Autoren, die von weither kamen: Nele Fechtmann und Anna Morbach aus Delmenhorst, Friederike Wein aus Stendal, Monique Eitner aus Dobberhau dicht bei Stendal, Stefanie Müller aus Zschopau. Sie gaben dennoch ihr Bestes, lasen heitere und besinnliche Texte und freuten sich auch an denen, die Jana Arlt, Andrea Beutel und Wolfgang Wache ausgewählt hatten. Da ging es um den (Fleisch-)Einkauf im Supermarkt aus zwei Sichten, um Erfahrungen im Kindergarten. Besonders einfühlsam war die Einsamkeit eines Menschen von dem 17-jährigen Florian Rogge in dem Gedicht „Im Stadtcafé“ in anspruchsvollen Reimen gestaltet.

Großes Lob für Tamina
Sehr viel Lob gab es auch für Tamina Rauth, deren Erzählung „Ich bin eine alte Frau“ in der Sommerwerkstatt der Kunstschule entstanden war. Sie war mit Eltern und drei Geschwistern aus Hillmersdorf (Elbe-Elster-Kreis) angereist. Nach dem Vortrag verriet ihre Mutter, dass sie sich auch schon im Schreiben versucht hatte, aber bis jetzt noch alles in der Schublade versteckt sei. Das ist überhaupt ein Verdienst des „Birkchen“ , jungen Leuten Mut zu machen und ihr Selbstvertrauen zu stärken, es immer wieder zu versuchen. Dazu ermunterte auch Peter Drescher, ehemaliger Senftenberger, der extra aus Thüringen angereist war und sich freute, dass es auch vom Wettbewerb 2005 eine Anthologie geben wird. Natürlich sind darin auch die Preisträger vertreten, die in drei Alterskategorien ausgewählt wurden - Sophia Oertel (10) „So bin ich“ , Moritz Borkowski (16) „Purpurne Schatten“ , Robert Zobel (26) „Mein Herz hat einen Körperfehler“ . „Aber eigentlich“ , so der „Birkchen“ -Chef, „sind alle Gewinner. Und alle sollten einfach weitermachen“ Die Teilnehmer an der Auswertung wollen das auf jeden Fall, zunächst mal in der nächsten Woche im Schreibcamp in Brieske beim Gedankentausch und Erfahrungensammeln - auch dazu, wie bei einer nächsten Veranstaltung noch mehr Gäste angelockt werden können.

Zum Thema Schreibwerkstatt
 Der Gedanke der Begegnungen wird auch in einer Schreibwerkstatt für über 18-Jährige bis zum 6. August fortgesetzt. Damit wird, wie Anfragen beweisen, eine Bedarfslücke geschlossen: Auch Erwachsenen über 18 Jahre, die Schreiben als eine Bereicherung sehen, sollen die Möglichkeit zum Austausch und zum Sammeln von Erfahrungen bekommen.

Kontakt zur Niederlausitzer Kunstschule „Birkchen“ :
Telefon 03573 64031
E-Mail Birkchen.eV@t-online.de
Internet www.birkchen-ev.de