Von Peter Aswendt

Handwerk und Gewerbe aus Großräschen hat sich am Wochenende wieder von seiner besten Seite präsentiert. Zum 28. Mal waren die Autohäuser und das Möbelzentrum im Gewerbegebiet an der B 96 Gastgeber für die Unternehmer der Stadt. Neu dabei in diesem Jahr war die Echtholzmeisterei, die ihre Produktionshalle für alle Besucher öffnete.

„Es ist einfach wichtig, dabei zu sein, um zu zeigen was wir können“, beschreibt René Herz, einer der beiden Geschäftsführer und Inhaber der Haustechnik Großräschen GmbH, den Grund zur regelmäßigen Teilnahme an der Leistungsschau des Großräschener Handwerks und Gewerbes. „Es kommen viele Kunden vorbei und fragen nach Neuem“, bestätigt Geschäftspartner Hans-Peter Jungnickel das Interesse ihrer Kunden. Beide sehen ihren Messeauftritt eher als Kundenpflege und weniger als Akquise. Trotzdem lassen sie sich nicht lumpen und haben eine innovative Anlage mit zur Leistungsschau gebracht. „Wir haben unser Frischwassermodul Vitotrans 353 von Viessmann zur komfortablen und hygienischen Trinkwassererwärmung im Durchlauferhitzerprinzip dabei“, erklären sie. Damit soll stehendes Wasser vermieden werden, in dem sich Bakterien und Krankheitserreger sammeln können. Dass sie damit Eigenheime, wie auch ganze Wohneinheiten ausstatten können, sorgt für großes Interesse an ihrem Stand.

Zu den knapp 40 Ausstellern zählt auch die Stadt Großräschen, die mit ihren Wohnungsbauprojekten in der Nordstadt, dem Gebiet „Am Hugoschacht“ und natürlich dem Wohnfeld „Ilse“ per Bilderwand präsent ist. Bauamtsleiter Max Heyde hat alle Hände voll zu tun, die neugierigen Fragen der Besucher zu beantworten. „Bei den Wohnprojekten haben wir eine größere Nachfrage, als wir Angebote haben“, freut er sich.

Auch der geplante Strandbereich am Großräschener See, gleich hinter dem Hafen, lässt die Besucher neugierig werden. Dass in diesem Jahr noch begonnen wird, stößt auf breite Zustimmung. „Das nimmt alles eine richtig gute Gestalt an und Großräschen wird eine Perle im Seenland“, freut sich Manuela Reichwitz, die mit den Töchtern Lina und Verena die Leistungsschau besucht. Neben dem Strand werden Radwege erweitert, Parkplätze angelegt und die Erschließung für eine Bungalowsiedlung und ein Hotel vorbereitet. Eine imposante Touristinformation am Hafengelände wird ebenfalls zeitnah entstehen. „Wir sprechen hier von Zeiträumen von 2020 bis 2022, also alles in Reichweite“, freut sich Max Heyde.

Nach so vielen Informationen ist beim Messerundgang natürlich auch etwas Entspannung und Genuss angesagt. Für aromatisch duftende Aufmerksamkeit sorgt dabei Dietlind Loos. „Wir kommen zwar nicht aus Großräschen, aber über die Verbindung zur Wirtschaftsförderung waren wir schon oft hier und fühlen uns richtig heimisch“, zeigt sich die private Kaffeerösterin von der Leistungsschau angetan. Ihre kleine Rösterei steht in Elsterwerda und verwendet ausschließlich kolumbianischen Kaffee, der von den Nasa-Indianern angebaut wird. „Mit Herz und Seele hausgemacht“, heißt der Slogan des Familienunternehmens. Ihre Kaffeeleidenschaft haben Dietlind Loos und Wolfgang May bei einem Keniabesuch entdeckt: „Wir haben festgestellt, dass Kaffee ganz anders, eben besser schmecken kann als der Industriekaffee“, so die beiden Röster. Den eigenen Kaffee nennen die beiden liebevoll ihren Urwaldkaffee, den sie über eine Einkaufsgemeinschaft als ungeröstete Bohnen einkaufen. Der Rest der Veredlung passiert dann in ihrer kleinen Rösterei in Elsterwerda.

Seit vergangenem Jahr ist die Echtholzmeisterei von Paul Schiementz und Mirko Kuba im ehemaligen Gebäude der ortsansässigen Druckerei vertreten. „Da wir neu in Großräschen sind und viele durch den Namen neugierig wurden, haben wir zur Leistungsschau einfach mal unsere Werkstatt zu einem Tag der offenen Tür rausgeputzt“, schmunzelt Mirko Kuba. Über die Resonanz zeigt er sich sehr zufrieden: „Es sind sogar Anfragen eingegangen und wir werden aufgrund der Besuche einige Angebote erstellen“, freut sich der Unternehmer.

Bei einem guten Schluck Cabernet blanc oder im Eichenfass gereiftem Pinotin wird am Stand von Winzer Andreas Wobar noch eine besondere Großräschener Premiere angekündigt. „Wir werden in diesem Jahr den 1. Lichter Weinlauf innerhalb der Seenland 100 durchführen“, erzählt er. In vielen Weinbaugebieten Deutschlands ist das schon eine Tradition. Wer also am 13. Juli dieses Jahres dabei sein möchte, muss sich über die Website der Seenland-100-Organisatoren noch schnell anmelden.