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| 14:54 Uhr

Modellbaushow in der Niederrlausitzhalle Senftenberg
Leichtflieger tanzen unterm Dach

David Schönert (r.) und Marc Leutert lassen ihre Leichtflieger bei der Flugshow am Wochenende auf der Flugfläche in der Niederlausitzhalle tanzen.
David Schönert (r.) und Marc Leutert lassen ihre Leichtflieger bei der Flugshow am Wochenende auf der Flugfläche in der Niederlausitzhalle tanzen. FOTO: Aswendt Peter
Senftenberg . Bei der 5. Senftenberger Modellbaushow fallen Geschwindigkeitsrekorde. Von Peter Aswendt

Schon beim Betreten der Senftenberger Niederlausitzhalle empfängt den Besucher ein Surren und Schnurren von Elektromotoren und ab und zu auch Beifall von den zahlreichen Zuschauern auf den Rängen. Gründe waren die vielen Vorführungen der Aussteller bei der 5. Modellflug- und Racecar­show am Wochenende.

Was sonst Sport- oder Ausstellungsfläche in der Niederlausitzhalle ist, wurde von den Organisatoren kurzerhand zur Freiflugfläche oder Rennstrecke umgebaut. Dass Modellbau und Modellsport Leidenschaft bedeutet, erfährt man sofort, wenn man nach den Organisatoren der Ausstellung fragt. Wer dabei ein großes Organisationskomitee erwartet, liegt falsch. Eine im positiven Sinne „verrückte Modellbaufamilie“ organisiert dieses Treffen im Alleingang. Torsten Schmoll nebst Frau Sabine und Sohn Sebastian krönen neben ihren eigenen Aktivitäten ihre Modellbauleidenschaft mit dieser Ausstellung. „Wir nehmen keine Standgebühren, denn wir wollen unserer Modellbaugemeinschaft eine Plattform bieten, um ihrem Hobby zu frönen“, zeigt sich Torsten Schmoll (54) leidenschaftlich. Erwirtschaftet wird die Hallenmiete nur über die Eintrittsgelder, die Sabine Schmoll (50) sorgsam am Halleneingang verwaltet. „Wir sind eine große Familie, und abends machen wir ein gemeinsames Abendbrot“, freut sie sich über den familiären Umgang.

Unter den Ausstellern kennt man sich. So auch David Schönert aus Kamenz und Marc Leutert aus Meißen. „Wir treffen uns oft im Winter, immer mittwochs, hier in der Niederlausitzhalle. Hier organisiert Familie Schmoll immer Flugzeit für uns“, berichten die beiden Modellbaupiloten, die ihre Leichtflieger auf der Eventfläche bis unter das Hallendach tanzen lassen.

Eine absolute Premiere in der Niederlausitzhalle waren die Racecopter des DDair Race Teams aus Dresden. Kleine Quadcopter, also mit vier Propellern angetriebene Drohnen, die mit einer sagenhaften Geschwindigkeit von bis zu 100 Stundenkilometern den Parcours in der Senftenberger Niederlausitzhalle absolvierten. Gesteuert wird das Ganze durch eine virtuelle Brille, das heißt, der Pilot hat die Sicht, als wenn er selbst in dem Racecopter sitzt. Die kleinen Geschosse erzeugen einen Kilogramm Schub bei nur 600 Gramm Eigengewicht. „In so einer großen Halle haben wir unserer Quadcopter auch noch nicht fliegen lassen“, begründet Robert Rönsch, Mitbegründer des Teams, die vorsichtige Herangehensweise mit nur 80 Stundenkilometer. „Beim zweiten Mal erreichen wir aber die 100“, gibt er sich zuversichtlich. Ein absoluter Geschwindigkeitsrekord in der Niederlausitzhalle. Besucher, die dieses Erlebnis virtuell verfolgen wollten, konnte eine Simulation auf dem Laptop ausprobieren, sozusagen Racecopter zum Anfassen.

Für die kleinen Gäste des Wochenendes hatte der AMC Senftenberg eine Rennbahn aufgebaut, und auf der Modellbauwerft des MSV Döbeln konnten die kleinen Besucher ein eigenes kleines Kunststoffflugzeug aus Fertigteilen bemalen. Für Oskar (6) und Tilman (3), die mit ihren Großeltern aus Lauta gekommen sind, waren die Hubschrauber das Größte. Papa Eric Netzold aus Senftenberg saß mit Sohn Sascha (4) wie gebannt vor der Modellbaustelle mit Baggern, Lkw und Förderanlagen. Bei den beiden war nicht auf den ersten Blick zu ergründen, wer mehr in Begeisterung schwelgte - Vater oder Sohn.