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Leichtes Spiel für Solarmoduldiebe bei Großräschen

Großräschen. Nach Monaten der Pause haben Solarmoduldiebe wieder im Landkreis Oberspreewald-Lausitz zugeschlagen. Aus einem Park bei Großräschen sind in der vorigen Woche von Unbekannten nicht weniger als 147 Module demontiert und abtransportiert worden. Manfred Feller

Der Schaden beträgt nach Polizeiangaben mehrere 10 000 Euro. Kriminalisten haben am Tatort Spuren gesichert.

Bei dem betroffenen Solarpark handelt es sich nach Auskunft von Jens Nobis, Koordinator für Prävention in der OSL-Polizeiinspektion, nicht um jenes Gelände bei Großräschen, das im Frühjahr mustergültig und mit einigen technischen Raffinessen ausgestattet worden war, um Solarmoduldiebe abzuschrecken. Dort habe sich bislang kein Einbrecher sehen lassen.

Die Vorgehensweise der Diebe beim jüngsten Modulklau wäre dort auch unmöglich gewesen. Denn die Täter haben zunächst ein Zaunfeld herausgeschnitten und sich dann bedient. In dem gesicherten Solarpark reicht es schon, einen der im Zaun verlegten Signaldrähte zu knicken, geschweige denn zu durchtrennen - und schon wird das Einbruchssignal gesendet.

Zusätzlich sind die bei Dieben beliebten, weil teuren Wechselrichter mit Spezialschrauben befestigt und mit künstlicher DNA markiert worden. Auf den bei einer Datenbank hinterlegten Code kann auch die Polizei zugreifen. Gekrönt wurde die rund 40 000 Euro teure Sicherheitstechnik von Überwachungskameras. Der Preis relativiert sich angesichts der zuvor dort angerichteten Schäden durch Diebstahl und Betriebsausfall in Höhe von rund 400 000 Euro.

Wie in der Polizeiinspektion mittlerweile üblich, suchen die Präventionsberater den Kontakt zum Betroffenen. In diesem Fall zum Betreiber des Solarparkes in Großräschen. Wenn dieser es wünscht, werden ihm die Möglichkeiten des Schutzes vor Ort oder eben in jenem privaten Beispielpark erläutert.