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| 14:34 Uhr

Frauen aus dem Süden des OSL-Kreises räumen beim Lehrerwettbewerb ab
Lehrerinnen mit Leidenschaft und Liebe

Preisträgerin Beatrix Hoch (2.v.r.) und ihre Lehrerkolleginnen Silvia Maeßus (M.) und Beate Vater (2.v.l.) haben in Potsdam die Glückwünsche von Bildungsministerin Britta Ernst und Ministerpräsident Dietmar Woidke entgegengenommen.
Preisträgerin Beatrix Hoch (2.v.r.) und ihre Lehrerkolleginnen Silvia Maeßus (M.) und Beate Vater (2.v.l.) haben in Potsdam die Glückwünsche von Bildungsministerin Britta Ernst und Ministerpräsident Dietmar Woidke entgegengenommen. FOTO: Land Brandenburg / Ingo Kuzia
Potsdam/Lauchhammer. Sie arbeiten mit viel Herzblut und Engagement: Drei Lehrerinnen aus dem Süden des Oberspreewald-Lausitz-Kreises sind dafür jetzt geehrt worden. Von Jan Augustin

Beatrix Hoch ist die beste Lehrerin im Oberspreewald-Lausitz-Kreis. Die Lehrerin am Oberstufenzentrum in Lauchammer ist dafür jetzt mit dem Brandenburgischen Lehrerpreis 2018 ausgezeichnet worden. Vorgeschlagen wurde die Klassenleiterin von Mädchen und Jungen aus Afghanistan. Beatrix Hoch unterrichtet eine BFS-G-Plus-Klasse: Schüler, die keinen Bildungsgang der Berufsschule besuchen können und über keine ausreichenden Deutschkenntnisse verfügen, erfüllen hier ihre Berufsschulpflicht in einem zweijährigen Bildungsgang zum Erwerb beruflicher Grundbildung und von gleichgestellten Abschlüssen der Sekundarstufe I. Schüler und Kollegen von Beatrix Hoch schätzen ihre „hohe fachliche und methodische Kompetenz“ und die Leidenschaft in den Fächern Deutsch und Metall. „Integration ist für die engagierte Lehrerin keine Worthülse, sondern gelebter Alltag“, teilt Antje Grabley vom Bildungsministerium mit. So schickt Beatrix Hoch ihre Schüler auf Exkursionen in die ihnen noch fremde Stadt Lauchhammer. „Dabei lernen sie, sich zu orientieren, andere nach dem Weg zu fragen oder in Geschäften kleine Aufgaben zu lösen“, schildert Antje Grabley. Privat betreut die Lehrerin zwei syrische Familien. Und sie erlebt Dinge wie diese: Als die afghanischen Jugendlichen im Unterricht gemeinsam ein Vogelhaus bauten, bewiesen die Mädchen handwerkliches Geschick, ihr Selbstbewusstsein stieg. Die Jungs staunten nicht schlecht; in ihrer Heimat ist die Rolle der Mädchen anders definiert.

Neben Beatrix Hoch sind in Potsdam noch zwei weitere Lehrerinnen aus dem Süden des Landkreises geehrt worden: Silvia Maeßus von der Regenbogen-Grundschule Senftenberg und Beate Vater von der Geschwister-Scholl-Oberschule in Ruhland. Silvia Maeßus wurde von den Mädchen und Jungen der „Mäuseklasse 2A“ und ihren Eltern vorgeschlagen. In der „Mäuseklasse“ unterrichtet sie Kinder mit Lese-Rechtschreibschwäche, mit Lernbehinderung, ADHS, Rechenschwäche und ein Kind mit geistiger Beeinträchtigung. Die Mädchen und Jungen sowie die Eltern sagen: „Frau Maeßus ist für uns die beste Lehrerin, die wir uns nur wünschen können, und wir sind verdammt stolz auf sie.“

Beate Vater unterrichtet Mathematik, Physik, WAT und Informatik „immer praxisnah und verständlich“. Sie hat den Bereich Berufs- und Studienorientierung neu strukturiert mit den Bausteinen Praxislernen, Berufspraktika, Werkstatttage, Schulfirmengründungen und Bewerbungswochen. „Sie glaubt an uns. Sie gibt keinen von uns auf. Wir wollen ihr Danke sagen für ihre ausgezeichnete Arbeit als Lehrerin“, teilen ihre Schüler mit.

„Sie bringen den Schülern Eigenverantwortung bei, ohne dabei den Gemeinschaftssinn zu vernachlässigen und legen damit den Grundstein für ein gelingendes Miteinander“, hat Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) bei der feierlichen Preisverleihung in der Staatskanzlei erklärt. Danke sagt auch Bildungsministerin Britta Ernst (SPD): „Sie alle haben einen der verantwortungsvollsten und anstrengendsten, mit Sicherheit aber auch einen der schönsten Berufe.“