ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:49 Uhr

Leckeres aus privaten Küchen für die legendäre Niemtscher Kaffeetafel

Das Dorf- und Mühlenfest in Niemtsch hatte erneut viele Besucher, die zum Spazierengehen und Verweilen gekommen waren.
Das Dorf- und Mühlenfest in Niemtsch hatte erneut viele Besucher, die zum Spazierengehen und Verweilen gekommen waren. FOTO: Rasche/str1
Niemtsch. Musik, der gemütliche nachbarschaftliche Schwatz an der Mühle und der legendäre Kuchen der Dorffrauen locken alljährlich im Sommer zum Dorf- und Mühlenfest nach Niemtsch. Unterhaltung für die ganze Familie haben die heimischen und Gäste vom See am Wochenende genossen. str/kw

Zur sichtlichen Freude von Bürgervereins-Chefin Gundula Piotrowicz, Gastwirtin Rosemarie Dobra und Ortsvorsteher Sven Muntel. Sie sind das federführende Dreigestirn für das Volksfest - mit vielen Helfern.

Bis zu 70 Kuchen werden für die große Kaffeetafel aus allen privaten Küchen im Dorf zusammengetragen. Beim inzwischen bereits 24. Dorf- und Mühlenfest ist die Organisation natürlich längst Routine. Die freundliche Aufforderung um den leckeren Beitrag aus der eigenen Backstube landet in allen Briefkästen. Die Freiwilligen tragen sich in die Kuchenliste ein und liefern zuverlässig. "Das klappt prima", bestätigt Gundula Piotrowicz, die vor dem Fest zur Höchstform aufläuft. Verhandlungen mit Künstlern und Schaustellern sind zu führen. Und die Vorsitzende des Bürgervereins hat die Kasse immer im Blick. Denn schließlich kommen die Erlöse wieder dem Dorf zugute. Ein Willkommensgruß für die Neugeborenen gehört dazu. Ortsvorsteher Sven Muntel berichtet, die jüngste Niemtscherin ist jetzt eine Woche jung - und dreht schlafend im Kinderwagen bereits die erste Runde auf dem Festplatz.

Der Fehltritt in bürokratische Fettnäpfchen, der im Ehrenamt gerade bei Volksfesten unbewusst auch riskiert wird, wird mit einem guten Draht ins Rathaus vermieden. "Auch das Feiern wird immer schwieriger", bestätigt Gundula Piotrowicz lachend. Die gute Stimmung aber entschädigt am Ende für alle Mühen. "Es macht Spaß. Denn die Niemtscher sind auch sehr hilfsbereit", sagt sie. An Freiwilligen mangelt es selbst nach der großen Schaffe nicht, wenn nachts das Festgelände vor der Mühle noch beräumt werden muss. Und das schließt auch zugezogene Familien ein, betont Gundula Piotrowicz. Neu-Niemtscher werden schnell in die funktionierende Dorfgemeinschaft aufgenommen, "so sie das wollen".

Das hat die Chefin des Bürgervereins übrigens auch selbst erfahren. Ehemann Ralf hatte sie einst nach Niemtsch gezogen. Und die Schwiegermutter, natürlich selbst im Bürgerverein aktiv, hatte sie auch sehr schnell in die ehrenamtliche Arbeit eingeführt.

Auf das grüne, sehr gepflegte Dorf am Senftenberger See ist Ortsvorsteher Sven Muntel sehr stolz. Dass der ländliche Charakter und die gute Gemeinschaft auch im Schoß der Stadt Senftenberg dauerhaft erhalten bleiben, ist ihm wichtig. Die ausgewogene Entwicklung hat der Ur-Niemtscher auch mit Blick auf verständliche Begehrlichkeiten der Touristiker stets im Auge.

"Ich freue mich über das Engagement der Bürger", sagt er. Der neue Spielplatz werde sehr gut angenommen. Und es habe sich auch schon ein stiller Schaukel-Sponsor gefunden, um einen weiteren Wunsch der Kinder zu erfüllen. Die Stadt Senftenberg hat in die Trauerhalle auf dem Friedhof investiert - "und ist für uns ein guter und verlässlicher Partner", sagt Sven Muntel.