Die beiden Ampeln an der Kaufhaus- und an der Gerichtskreuzung in Senftenberg müssen Fußgänger weiter per Hand bedienen. Eine Umstellung auf kontaktfreien Betrieb hat die Stadt jetzt eine Absage erteilt. Bereits im April hatte ein Bürger im Bauausschuss vorgeschlagen, auf die Taster zu verzichten, um eine mögliche Corona-Übertragung zu verhindern. Nach Angaben von Wissenschaftlern kann das Virus bis zu 72 Stunden auf solchen Oberflächen lebensfähig bleiben.
Als Gründe für die Nichtumstellung gibt das Rathaus zum einen die relativ hohen Kosten an. Laut Stadtsprecher Henry Doll müssten pro Ampel rund 800 Euro investiert werden. Zum anderen würde durch die automatische Grünschaltung für Fußgänger jedes Mal der Verkehrsfluss unterbrochen, sodass Autofahrer länger warten müssten. Hinzu kommt, dass das Signal für Blinde weiterhin manuell zu bedienen sei. Nicht zuletzt wäre eine Änderung der verkehrsrechtlichen Anordnung erforderlich, die einige Zeit in Anspruch nimmt. „Aufgrund der aktuellen Gesamtsituation durch die Lockerung der Corona-Beschränkungen sowie der aktuellen Entwicklung der Infektionszahlen hält die Stadt Senftenberg einen Umbau der Ampelanlagen aktuell nicht für erforderlich“, kommentiert Henry Doll.
Im Gegensatz dazu hatte die Stadt Dresden bereits im April 480 Ampeln mit bisherigem Handbetrieb für Fußgänger entsprechend umprogrammiert. Die sächsische Landeshauptstadt geht von Kosten von rund 1000 Euro pro Anlage aus.

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