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| 18:42 Uhr

Lausitzring: Weltgrößte Windkraftanlage noch 2011

Klettwitz. Die Ausmaße sind gigantisch: 200 Meter hoch, der Rotordurchmesser misst 127 Meter, allein das Fundament wiegt 3500 Tonnen. Das Riesen-Windrad, das am Lausitzring entsteht, sprengt alle Dimensionen. Es ist das weltgrößte seiner Art im Binnenland. Alle bauvorbereitenden Arbeiten sind beendet. Die Inbetriebnahme ist für Ende Dezember geplant. Das Rad versorgt dann bis zu 18 000 Haushalte mit Strom. Von Andrea Budich

Guido Filipov hat in seiner beruflichen Karriere schon über 100 Windräder in Betrieb genommen. Die Baustelle auf dem Lausitzring ist für den jungen Projektleiter der Energiequelle GmbH trotzdem etwas ganz Besonderes. So extrem spannend und herausfordernd war für ihn noch keine Aufgabe. "Die bauliche Dimension sprengt alles Bisherige", erklärt er. Ein Blick auf die Ausmaße der Baugrube neben ihm lässt keine Nachfragen zu: Die kegelförmige Grube ist gewaltig: sieben Meter tief und 55 Meter breit ihr Durchmesser. "Nach den heftigen Regengüssen gab es hier einen See", lacht der geschäftsführende Gesellschafter des Lausitzrings, Josef Meier.

Das Riesen-Loch wird sich in den nächsten Wochen füllen. "Dann gibt es für die Lausitzer einiges zu sehen", macht der Projektleiter neugierig auf den Hochbau. Das Fundament soll schon in zwei Wochen gelegt werden. Vorbereitet dafür ist alles. Rütteldruck- und Rüttel-stopfverdichtung bis in 60 Meter Tiefe sind in dieser Woche abgeschlossen worden. "Im Untergrund kann sich nichts mehr bewegen", ist Guido Filipov ganz sicher. Dafür sind zusätzlich Schottersäulen in die Erde eingebracht worden. Sobald es losgeht, wird im Drei-Schicht-System gearbeitet, damit die Flügel sich auch tatsächlich zum Jahresende drehen. Der Betonfertigteilturm besteht aus 35 Ring-Segmenten, die auf der Baustelle hinter der Haupttribühne zusammengesetzt werden.

Die Investitionskosten für das Mammutprojekt liegen bei 15,5 Millionen Euro. Der Lausitzring und die Gemeinde Schipkau bekommen damit ein neues Wahrzeichen, das von der Autobahn aus kilometerweit zu sehen sein wird. Jeweils ein Windrad dieses größten Anlagentyps steht in Deutschland bisher nur in Magdeburg und im Bundesland Rheinland-Pfalz.

Die Stromkosten für die Rennstrecke, da ist sich Josef Meier ganz sicher, werden mit der Inbetriebnahme des Rades drastisch nach unten gehen. Erzeugt werden von dem Windrad pro Jahr 17 000 Megawattstunden elektrische Energie.

Zum Thema:

Projekt Grüner LausitzringMit der Inbetriebnahme des Windrades vom Typ E-126 wird das Projekt "Grüner Lausitzring" vollendet. Dazu gehören außerdem einer der weltgrößten Solarcarports mit 480 Stellplätzen sowie eine Biogasanlage. Der Eurospeedway ist damit die erste Rennstrecke Deutschlands, die ausschließlich mit regenerativ erzeugtem Strom bzw. Wärme versorgt wird.