Der Herbst war 2019 die mit Abstand schönste Jahreszeit. Durch die Hitze und extreme Trockenheit des Sommers regelrecht versteppte Landschaften in der Lausitz, wurden wie durch ein Wunder wieder zu neuem Leben erweckt. Auf staubtrockenen Äckern entwickelten sich wahre Pflanzenteppiche im schönsten Grün. Die Wintersaaten stehen prächtig, meint Landwirt Wolfgang Sawade in Zinnitz/Calau.

Die wenigen Niederschläge im Herbst waren sehr gut verteilt, und das nach wie vor vorhandene Defizit regte die Pflanzen zu einer intensiven Wurzelbildung an. Damit gehen sie gestärkt in den Winter.

Zusammenspiel von Regen und Wärme

Die beeindruckende Wirkung im Zusammenspiel von Regen und entsprechenden Temperaturen zeigte sich besonders auf dem Grünland. Regelrecht verdorrter Rasen wurde sozusagen über Nacht wieder grün und liefert bis in den Dezember hinein den Weidetieren bestes Futter.

Bei den aus der Ernte 2019 geringen Heu- und Futtervorräten ist das für die hiesigen Landwirte von unschätzbarem Wert. Gesammeltes Regenwasser der letzten Wochen nutzen Ronny Sommer aus Buchwalde und viele andere Kleingärtner jetzt zum Bewässern der Obstbäume und Sträucher.

„Bisher steht unser Winterdienst in der Warteschleife, es gab noch keinen Einsatz,“ informierte Günter Kockro aus Großräschen. Der gesamte November war in der Region völlig schneefrei, hatte keinen einzigen Eistag (ganztägiger Frost) und die gefürchteten Herbststürme sind ausgeblieben.

Acht Wochen Laubfall

Spiegelbild dieses Wettergeschehens war der Laubfall in diesem Herbst. Er zog sich von Anfang Oktober bis Ende November außerordentlich lange hin. Das beeindruckende Farbspiel vom Gold-Gelb der Birken bis hin zum Dunkelrot der Eichen prägte die hiesige Landschaft.

Schon das alleine ist ein Grund, Laubbäume zu pflanzen und zu pflegen. Hinzu kommt noch der schützende Schatten der Laubdächer, der beim Dauersonnenschein wie im zurückliegenden Sommer wohltuend ist. Als Lieferant von Holz, von schmackhaften heimischen Früchten und dauerhaften Bienenweiden sind die Bäume von unschätzbarem Wert.

Wetterregeln für den Winter

Aktuell gibt es zum bevorstehenden Winter folgende Wetterregeln: „Das ist ein hartes Winterzeichen, will das Laub nicht von den Bäumen weichen“ und: „ Steht der Barbaratag (4.12.) im Klee, kommt das Christkind im Schnee“.

Bei den Wünschen zum bevorstehenden Fest stehen weiße Weihnachten ganz oben. Diese Sehsucht ist riesengroß und leider in den letzten Jahren nicht erfüllt worden. „Wir sind wieder einmal dran“, meinen Jürgen Jentsch aus Calau und Günter Kobel aus Ortrand. Letztmalig gab es 2010 mit 28 Zentimeter Schnee und Dauerfrost durchgängig weiße Weihnachten. Auch der Hundertjährige Kalender macht Hoffnung: „Nach einem schönen Herbst kommt im Dezember der Winter und es folgen prächtige Wintertage.“

Wetterdaten der Station Wesnigk für November 2019


Für den Monat November 2019 hat die Station von Michael Wesnigk in Klettwitz folgende Daten aufgezeichnet.

Niederschlag: 26 mm (bei einer Norm von 42 mm)

Regen: an 19 Tagen

Höchsttemperatur: am 2.11.2019 mit 14 Grad

Tiefsttemperatur: 1.11.2019 bei minus 5,5 Grad;

an acht Tagen gab es leichten Nachtfrost,

der Monat war insgesamt ein Grad zu warm;

Sonnenstunden: 58 Stunden (105 Prozent der Norm)