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| 02:45 Uhr

Lausitzer so verschnupft wie selten

Erkältungen plagen die Lausitzer derzeit stark.
Erkältungen plagen die Lausitzer derzeit stark. FOTO: DAK/Wigger/dpa/gms
Senftenberg. Die Erkältungswelle überrollt den Landkreis. Die Menschen genesen deutlich langsamer als gewöhnlich. Von der Grippe indes ist die Region bisher weitgehend verschont geblieben. Kathleen Weser

Die Welle heftiger Erkältungen hat Fahrt aufgenommen in der Lausitz. Auch Grippefälle nehmen zu. Das bestätigt Hausärztin Dr. Steffi Kunze, die in Senftenberg praktiziert. "Seit etwa drei Wochen steigt die Zahl der Patienten mit akuten Infekten der Atemwege an", erklärt sie. Auffällig sei, dass die Menschen mit starken Erkältungen deutlich langsamer als gewöhnlich genesen. Statt etwa fünf Tage, in denen das gesundheitliche Tief sonst überstanden ist, dauere die Erkrankung jetzt vielfach deutlich länger an. 14 Tage seien nicht selten.

Steffi Kunze beobachtet in ihrer Praxis, dass vor allem über 60-Jährige derzeit an starken Erkältungen leiden. Gelegentlich hat die Allgemeinmedizinerin auch echte Influenza diagnostizieren müssen. Betroffen seien hier vor allem jüngere Menschen, die nicht geimpft seien. "Aber das ist natürlich nur eine nicht repräsentative Einschätzung aus der eigenen Praxis", betont die Ärztin.

Symptome der Grippe sind plötzliches hohes Fieber, Gliederschmerzen, anhaltende Erschöpfung und trockener Husten. Der Höhepunkt der Grippewelle ist erfahrungsgemäß im März zu erwarten.

Im Klinikum Niederlausitz gibt es derzeitig kein Influenza-Problem. Und bei den grippalen Infekten sind es auch nicht wesentlich mehr als sonst zu dieser Jahreszeit. Das erklärt Unternehmenssprecherin Daniela Graß.

Der Krankenstand sei beim Personal derzeit auch höher. Da der Arbeitgeber aber keine Kenntnisse über die Art der Erkrankung eines Mitarbeiters habe, sei nur zu vermuten, dass auch Erkältungen eine größere Rolle spielten.

"Wir haben Ende des vergangenen Jahres eine besondere Kampagne gestartet, damit die Grippeschutzimpfung im Klinikum Niederlausitz stärker wahrgenommen wird", bestätigt Daniela Graß. Ein Ärzteteam habe die Mitarbeiter an mehreren Tagen auch direkt am Arbeitsplatz informiert und - so gewünscht - sofort Impfungen vorgenommen. Auf weitere Möglichkeiten der Grippeschutzimpfung beim Gesundheitsamt oder Hausarzt bestehe kein Einfluss. "Wir sind schon enttäuscht, dass nicht mehr Mitarbeiter die Grippeschutzimpfung im Klinikum in Anspruch genommen haben", stellt Klinikum-Geschäftsführer, Diplom-Mediziner Hendrik Karpinski, fest.

Der Influenza-Stamm, der in diesem Winter verstärkt die echte Grippe auslöst, ist im diesjährigen Impfstoff nicht enthalten. Aus drei Virusstämmen, von denen zwei jeweils besonders stabile Varianten und einer der Haupterreger des vergangenen Jahres sind, wird das aktuelle Schutzschild gegen die Influenza hergestellt. Die Impfung hilft trotzdem, versichert Allgemeinmedizinerin Steffi Kunze. "Das Immunsystem wird in jedem Fall gestärkt und damit wehrhafter gegen Viren und Keime", betont sie. Bürgern, die seit gut zwei Wochen nicht erkältet sind und waren, empfiehlt die Ärztin auch jetzt noch, sich impfen zu lassen.

Allerdings geht der Impfstoff in ihrer Senftenberger Praxis schon spürbar zur Neige.

In Oberspreewald-Lausitz bleibt auch das Gesundheitsamt derzeit ruhig. Einige wenige Grippefälle in Kindergärten sind registriert worden. Der sächsische Nachbarkreis Bautzen indes vermeldet schon 763 Influenza-Fälle - das seien bereits jetzt doppelt so viele wie im Vorjahr in der gesamten Grippesaison bis Mitte März.

Zum Thema:
Mehrfaches gründliches Händewaschen am Tag und das Benutzen von Desinfektionsmitteln sind oberste Gebote in der Erkältungszeit. Das erklärt Dr. med. Thomas Buthut, der Leiter des Instituts für Krankenhaushygiene im Klinikum Niederlausitz. Zudem sollte vorsorglich auf das übliche Händegeben zur Begrüßung oder Verabschiedung verzichtet werden, sofern man vielleicht sogar selbst schon etwas angeschlagen ist, um Krankheitserreger nicht weiter zu verbreiten. Persönliche Gegenstände wie Handtücher und Geschirr sollten nicht gemeinsam benutzt und immer gut gereinigt werden.