Von Torsten Richter-Zippack

Der Leuchtturm an der Südböschung gilt als Wahrzeichen des Geierswalder Sees. Seit fünf Jahren zieht der Gastronomie- und Hotelkomplex zahlreiche Gäste aus Nah und Fern an. Besucher, die allerdings per Schiff nach Geierswalde anreisen, haben schlechte Karten. Denn der Schiffsanleger ist rund einen Kilometer vom Leuchtturm entfernt. Das entspricht einem Fußweg von zweimal zwölf bis 15 Minuten.

Anlegestelle unterhalb des Leuchtturms hätte nur Vorteile

„Die Fahrgäste verstehen das nicht, da die Zeit zwischen An- und Ablegen zu kurz ist, um vom Schiff zu uns zu laufen, hier etwas zu verweilen und anschließend wieder zurückzugehen“, bringt Heike Struthoff, Geschäftsführerin der Leuchtturm Gastro GmbH, das Dilemma auf den Punkt. Eine Anlegestelle direkt unterm Leuchtturm wäre da wesentlich praktischer.

Das sieht auch Reederin Marianne Löwa so. Ihr Solarkatamaran Aqua Phoenix steuert in der Saison zweimal täglich den Geierswalder See an. „Könnten meine Gäste direkt am Leuchtturm an Land gehen, würden beide Seiten profitieren.“ In die gleiche Kerbe schlägt auch der ehemalige Geierswalder Bürgermeister und Ortsvorsteher Karl-Heinz Radochla: „Wir brauchen mehr Schiffsanleger auf dem Geierswalder See. Es wäre sinnvoll, würde ein Ingenieurbüro die Kosten für einen Anleger am Leuchtturm ermitteln. Das Projekt müsste dann in den Fonds für den Strukturwandel in der Lausitz einfließen.“

Angespannte Haushaltslage verbietet Anlegestelle

Nach Angaben des Landratsamtes Bautzen ist eine alternative Anlegestelle am Geierswalder See jedoch nicht geplant. Landrat Michael Harig ist Vorsitzender des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen (LSS). „Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage eines Teils der Verbandskommunen wäre eine derartige Investition weder mehrheitsfähig noch ökonomisch sinnvoll“, stellt Sprecherin Sarah Günther klar.

Ein weiterer Grund sei, dass sich an der Südböschung, an der sich der Leuchtturm befindet, keine geeigneten Uferbereiche für einen Schiffsanleger anbieten. Sarah Günther sagt aber auch, dass die Entwicklung am See und die Nachfrage beobachtet werden, um bei nachgewiesenem Bedarf reagieren zu können. Einen langen Atem beweist auch Unternehmerin Heike Struthoff: „Das Lausitzer Seenland ist eben noch nicht fertig. Da muss überall noch etwas dranrumgefeilt werden“, sagt sie.

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