In Deutschland befindet sich ein 1400 Kilometer langes grünes Band. Die Aneinanderreihung verschiedener Naturschutzgebiete entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze soll die innerhalb von 40 Jahren gewachsene Artenvielfalt sichern. Senftenberg war in Zeiten des Ost-West-Konfliktes zwar kein Grenzort. Dennoch könnte die Stadt in Zukunft ebenfalls ein grünes Band erhalten. Allerdings weder entlang einer Grenze, noch als Naturschutzgebiet. Sondern als knapp drei Kilometer langen Grünstreifen unmittelbar nördlich des Senftenberger Sees zwischen dem Stützpunkt des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) unweit der Gaststätte Gaumensegel und dem Buchwalder Badestrand. Das schwebt zumindest dem Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) vor.

Senftenberger Urwald, Naschgärten und Glühwürmchen

„Wir wollen zwischen See und Stadt ein Stück Wildnis zurückholen“, beschreibt Verbandsvorsteher Detlev Wurzler die Intention des Vorhabens. Die dort bestehenden Freiflächen, fast alle in kommunalem Eigentum, könnten mit wenig Aufwand in ökologisch hochwertige Areale verwandelt werden.

Unter anderem könnte der Senftenberger Urwald etabliert werden. Des Weiteren denken die Protagonisten an Blühwiesen und an Naschgärten mit Obstgehölzen. Selbst ein Ort zum Beobachten von Glühwürmchen fehlt im Konzept nicht. Ein Vorbild bildet das Hafencamp in Großkoschen. Dort existiert schon seit mehreren Jahren eine Wiese mit zahlreichen Blumen. Diese wird nicht nur von den Insekten reichlich angenommen, sondern auch von den Gästen gelobt.

Sowohl für Touristen als auch Senftenberger gedacht

„Unser grünes Band soll vom Frühjahr bis zum Herbst auf kurzer Strecke unterschiedliche Landschaftsbilder bieten“, erklärt Detlev Wurzler. Und das nicht nur für die Touristen, sondern ebenso für die Einheimischen. „Die Senftenberger haben auch Erwartungsansprüche. Diesen wollen wir gerecht werden“, kommentiert der Verbandsvorsteher.

Der Zweckverband will das Vorhaben ab dem kommenden Winter mit eigenen Kräften umsetzen. Spätestens im Frühjahr 2023 soll das grüne Band vollendet sein. Schließlich steht in jenem Jahr das Jubiläum „50 Jahre Senftenberger See“ ins Haus. Am 1. Juni 1973 war der erste Strandabschnitt in Großkoschen eröffnet worden.

Im Hinblick auf das runde Jubiläum soll rund um den See noch eine ganze Menge mehr passieren. Eine Vielzahl kleinerer und größerer Projekte könnte bis dahin umgesetzt sein. Beispielsweise ein behindertengerechter Zugang zum Seewasser in Großkoschen. „Damit können Menschen im Rollstuhl direkt bis in den See gelangen“, kündigt Wurzler an. Dazu werde die Feuerwehrzufahrt im Familienpark entsprechend umgestaltet. Ein Fördermittelantrag wurde bereits eingereicht.

Großkoschener Schiffsanleger könnte umziehen

Zudem soll der Schiffsanleger in Großkoschen saniert werden. Möglicherweise könnte auch ein Umzug in Richtung des großen Urlauberparkplatzes am Koschener Ortseingang erfolgen. Davon würden insbesondere Busreisegruppen profitieren, die bislang einen mehrere hundert Meter langen Fußmarsch absolvieren müssen. Was, wann genau mit dem Schiffsanleger passieren wird und an welchem Ort, steht bislang aber noch in den Sternen. „Aus eigenen Mitteln können wir solch ein Vorhaben ohnehin nicht stemmen“, stellt Detlev Wurzler klar.

Außerdem plant der Zweckverband LSB, an seinem Strandhotel in Senftenberg einen eigenen Strand zu errichten. Dieser soll mittels einer steingeschütteten, rund 20 Meter langen Buhne vor Sandabträgen geschützt werden.

Nicht zuletzt ist vorgesehen, die Strandpromenaden in Großkoschen und in Niemtsch aufzuwerten, Strandmuscheln und Umkleiden aufzustellen, am Stadthafen für mehr Schatten zu sorgen sowie einen Fitnessparcours zu entwickeln. Für das Jubiläumsjahr 2023 gibt es laut Detlef Wurzler indes noch keine Veranstaltungspläne.

Vierfach-Jubiläum im Jahr 2023


Am 1. Juni 2023 jährt sich die erste Strandfreigabe am Senftenberger See zum 50. Mal. Darüber hinaus stehen in jenem Jahr drei weitere Jubiläen an. So wird dann der Senftenberger Stadthafen seit zehn Jahren bestehen. Er war am 23. April 2013 eröffnet worden. Des Weiteren werden am 1. Juni 2023 auf den Tag genau zehn Jahre ins Land gegangen sein, als der Koschener Kanal als erste schiffbare Verbindung im Lausitzer Seenland für den Boots- und Schiffsverkehr freigegeben wurde. Bereits für den Juli 2020 rechnet Detlev Wurzler vom Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg mit der 50 000. Schleusung im Verbinder zwischen dem Senftenberger und dem Geierswalder See. Außerdem wird sich das Bauende am Barbarakanal zwischen dem Geierswalder und dem Partwitzer See am 9. Dezember 2023 zum 20. Mal jähren. In Betrieb gegangen war der Überleiter aber erst im Herbst 2019. Zudem könnte 2023 der Startschuss für das „blaue Band“ zwischen Senftenberg und Großräschen erfolgen. Für die Freigabe des Wasserweges muss aber die planmäßige Sanierung des Sedlitzer Sees vollendet sein sowie genügend Flutungswasser zur Verfügung stehen.