Erstmals werden in der Ortslage von Frauendorf Türkentauben gesichtet. Bereits Ornithologe Dr. Udo Bärmann aus Lauchhammer hat im Jahr 1953 von diesen Vögeln in seinen Aufzeichnungen berichtet. Von Graugänsen mit flauschigem Nachwuchs ist besonders der siebenjährige Oskar Wachtel aus Frauendorf begeistert. Das Erkennen von Heidelerche, Zilpzalp und anderen an ihrem Gesang überfordert ihn aber noch. Aber das Wandern durch die vom Frühling geprägte Landschaft bereitet dem Jungen, ebenso allen anderen 40 Teilnehmern, Freude.

Zu denen, die erstmals dabei sind, gehört Andreas Sarodnik aus Kroppen. „Es ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, vorhandenes Wissen aufzufrischen und zu erweitern sowie mit Naturfreunden ins Gespräch zu kommen“, lautet seine Einschätzung. Warum 29 Höckerschwäne in einer Gruppe auf einem Teich gesichtet wurden, kann er sich nicht erklären. „Vielleicht feiern sie Junggesellenabschied“, meint ein Teilnehmer scherzhaft.

„Die Bestandsentwicklung von Wasservögeln und der fehlende Vogelgesang bei der gesamten Exkursion sind auffallend und sind besorgniserregend. Zählen und beobachten der Vogelwelt allein reicht nicht, um die Lage zu verändern“, resümiert Experte Werner Blaschke aus Lauchhammer. Umfangreiches Wissen sei nötig und Voraussetzung, um zu helfen und Lebensräume zu erhalten. Dazu leisten die Exkursionen in Frauendorf immer wieder einen wichtigen Beitrag. Hier werden über einen langen Zeitraum in einem kleinen Territorium exakte Unterlagen erarbeitet und immer wieder ergänzt.

Nicht in die Bestandsliste der Vögel aufgenommen werden kann indes die Rotte Schwarzwild mit Nachwuchs, die Frank Schicketanz mit Ehefrau aus Lauchhammer auf der Fahrt nach Frauendorf einen gehörigen Schreck eingejagt hatte. Auch mehrere Füchse werden an diesem frühen Morgen gesichtet. Für Bodenbrüter gehen von diesen Tieren Gefahren für ihre Gelege aus. Negative Bestandsentwicklungen in der Vogelwelt sind auch hier zu suchen, weiß Naturschützer und Jäger Dietrich Hein aus Ruhland.

Das keine einzige Feldlerche in der Frauendorfer Flur trällert, macht ihm ebenfalls Sorgen. Das Tier bekommt als Vogel des Jahres 2019 besondere Aufmerksamkeit.

Die Vorstellung des interessanten Naturraumes um die Frauendorfer Teiche mit seiner Vogelwelt und die Gastfreundschaft des Frauendorfer Traditionsvereines sind lobenswert und ein Grund, nächstes Jahr wieder zu kommen, sind sich alle einig. In diesem Jahr werden insgesamt 42 Vogelarten verhört und beobachtet, das liegt im Durchschnitt der letzten 20 Jahre.

Immer gesichtet und verhört während dieser Zeit Amsel, Star, Blaumeise, Buchfink, Zaunkönig, Zilpzalp, Kohlmeise, Höckerschwan und Stockente. 94 verschiedene Vogelarten insgesamt wurden in den zurückliegenden Jahren festgestellt.

Die Gemeinde Frauendorf hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten und bekannten Treffpunkt der Ornithologen entwickelt. Revierförster Carsten Heinze vom Traditionsverein ist der Cheforganisator. Er gestaltet in jedem Frühjahr mit Exkursionsführer Werner Blaschke eine Vogelstimmenwanderung, die für alle Interessierte offen ist. Diesmal war es bereits die 20. Auflage.