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| 02:48 Uhr

Lausitzer Legende in Großräschen

"Lausitzer Legende" – Wolfgang Joswig kommt zur Leistungsschau.
"Lausitzer Legende" – Wolfgang Joswig kommt zur Leistungsschau. FOTO: str1
Großräschen. Am Großräschener See sind realistische Visionäre am Werk. Als verschworene Gemeinschaft hatten sie schon am aktiven Tagebau Meuro begonnen, den eigentlich ungeplanten See zu entwickeln. Kathleen Weser

Dazu gehört der Senftenberger Stadtplaner Wolfgang Joswig. Er hatte den realen Verlust von Bückgen Ende der 80er Jahre so kurz vor der Wende noch vor Augen, als die neue Stadt am Hafen in ihm gedanklich schon zu wachsen begann.

Dieser Zukunftsplan, den die Großräschener Stadtväter mit Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) an der Spitze zwar deutlich verhaltener als der Planer, aber trotzdem sehr mutig zu schmieden begannen, ist längst greifbar geworden. Die Großräschener Hafenstadt wächst. Die Ideen, die viele Bürger der Stadt und der Lausitz darüber hinaus zunächst mit der wortlosen Geste des Zeigefingers auf die eigene Denkerstirn kommentierten, sind auf fruchtbaren Boden gefallen. Privates Geld wird investiert - vom Seehotel als erste Initialzündung bis zu attraktiven Wohnhäusern mit Seeblick und sicher auch für das nunmehr avisierte Familienhotel nahe des künftigen Ilse-Strandes. Zur 26. Großräschener Leistungsschau für Handwerk und Gewerbe am nächsten Wochenende hat Planer Wolfgang Joswig von der Stadt den Auftrag, die neueste Vision am Hafen in verschiedenen realistischen Ansichten bildhaft darzustellen.

Wolfgang Joswig wird zudem mit seinem vierten Buch "Lausitzer Legende" über die Grube Ilse und die Rückeroberung des verlorenen Ortes zur Messe erwartet. Das bestätigt Wirtschaftsförderin Dr. Cornelia Wobar. Eine Signierstunde ist vorgesehen. Und hier darf der Autor und federführende Neuplaner des verschwundenen Ortes Bückgen auch ausgiebig befragt werden. Mit spürbarer Freude ist Wolfgang Joswig in der Zukunft von Großräschen unterwegs. Das hat er vor allem in den unterhaltsamen Führungen durch den noch trocken liegenden Stadthafen immer wieder bewiesen. Zum diesjährigen Saisonstart im Lausitzer Seenland, zu den Seenlandtagen im April, dürfte dieser Rundgang übrigens letztmalig stattfinden können. Denn das Wasser im Großräschener See, den es den ursprünglichen Kohleplänen der 1980er Jahre für den Tagebau Meuro zufolge gar nicht mehr geben sollte, steigt jetzt.

Im Sachbuch "Lausitzer Legende" beschreibt Wolfgang Joswig, wie es ganz anders kam. Der unterhaltsame Autor kommt dabei auch an Otto Rindt, dessen Seen-Verbund-Visionen aus den 1960er Jahren schließlich die Initialzündung auch für die Internationale Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land (2000 bis 2010) waren, und seinem Weggefährten Helmut Rippl aus Cottbus nicht vorbei. Mit dem Gartenarchitekten hatte Joswig 1994 die Studenten-Workshops "Hommage an Otto Rindt" auf den Weg gebracht. Die Pückler-Kenner und -verehrer haben in Großräschen aus einer Tagebauwüste einen Landschaftspark mit Allee der Steine gestaltet.

Das 112 Seiten starke Buch zeichnet den Weg von der "Verzweiflung bei den Einwohnern Anfang der 1990er-Jahre", wie es Großräschens Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) in seiner Laudatio zur Buchpremiere bezeichnet hatte, bis zur nunmehr erlebbaren "Weißen Hafenstadt am Großräschener See".

Signierstunde mit dem Planer und Autor Wolfgang Joswig Sonnabend, 4. März, 14 bis 15 Uhr zur Leistungsschau in Großräschen, Autohaus Rauhut