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Lausitzer Künstler setzen das Thema "Marga" in Szene

Landart-Liebhaberin: Jana Arlt erarbeitet ein 36 Quadratmeter großes begehbares und rundherum beschriftetes lyrisches Labyrinth.
Landart-Liebhaberin: Jana Arlt erarbeitet ein 36 Quadratmeter großes begehbares und rundherum beschriftetes lyrisches Labyrinth. FOTO: Gabriele Philipp/gph1
Brieske. Die Gruppe "Kreis 07" hat am Samstag das 10. Kunstpleinair auf dem Briesker Markt veranstaltet. Besucher loben die öffentliche Inszenierung. Gabriele Philipp / gph1

Ungewöhnlicher Betrieb herrscht auf dem Briesker Marktplatz zur Samstagsnachmittagsstunde. Zum zehnten Mal hat sich die Künstlergemeinschaft "Kreis 07" zusammengefunden. Ein Teil von ihnen und eingeladene Gäste nähern sich auf unterschiedlichste Weise dem Thema "Marga", wie sollte es an diesem besonderen Ort auch anders heißen.

Stille und nachdenkliche, freundliche und ausführliche, fröhliche und ernste Künstler findet man unter ihnen, die gern Auskunft über ihre Arbeiten geben. Während die einen sich über den Namen Marga Gedanken machen, suchen die anderen Motive in der Gartenstadt.

Die Schmuckdesignerin Christine Przybilski findet die typischen Details der Industriearchitektur im Zechenhaus und der Kraftzentrale inspirierend und so genial, dass sie sich ausschließlich dem Zeichnen widmet. Renate Hensel, immer mit der Kamera in der Tasche, will mit ihren Fotografien einen Vergleich der Entwicklung der Gartenstadt von 1995 bis heute zeigen.

Sich auf den Ort einlassend und Marga als Namen für eine Gestalt favorisierend, spezialisiert sich Bernd Winkler mit seinem Zeichenstift auf die Darstellung der Gebäude rund um den Markt.

Die Idee von Bernhard Glück ist es, mit echtem Ocker aus der Pößnitz die ins Alter gekommene Marga vor der Kirche zu malen. Ihm ist der Zusammenhang zwischen "alt" und "neu" wichtig - das Gotteshaus, unverändert in den Jahren und das Mütterchen davor, vom Leben und der Zeit gekennzeichnet.

Die Grafikdesignerin Franka Just lässt sich auf eine sehr meditative Arbeit mit Kreisen ein. Sie sagt: "Markplätze sind immer rund. Ich mach mir Gedanken über Farben und lasse auch abschweifende Gedanken zu. Das ist inspirierend und erholsam zugleich."

Während sich Siegfried Engelmann mit Rohrfeder und echter Tusche aus Myanmar an das schwierige Thema mit einer (nicht vorhandenen) Baumgruppe vor der Kirche versucht, ist Frank Gottschalk mit Entwürfen für eine Skulptur aus Ton beschäftigt. "Sie wird sehr lichtdurchlässig werden, weil Marga ein Kind des Lichtes ist", erklärt er.

Jana Arlt ist Mitglied des am Markt ansässigen Literatur-Zentrums "Ich schreibe". Schon vor Jahren entstand nach einigen Kunsttreffs vor Ort die Idee, gemeinsam mit dem Kunstverein "Pro Ars Lausitz" eine größere Aktion zu planen. Durch Unterstützung, Förderung und Präsentation der Künstler im Landkreis Oberspreewald-Lausitz ist der "Kreis 07" in die glückliche Lage gekommen, davon zu profitieren. Aber nicht nur als Mitveranstalter, sondern auch als Liebhaberin der sogenannten Landart (vergängliche Kunst) präsentiert sich Jana Arlt. Sie erarbeitet ein 36 Quadratmeter großes begehbares und rundherum beschriftetes lyrisches Labyrinth. "Es ist ein Symbol und eine Erfahrung, darin zu laufen, denn dabei passiert etwas Unaussprechliches", sagt sie.

Mit Bernhard Glück leitet Barbara Seidl-Lampa den Kunstverein. Sie selbst ist immer für die Kunst unterwegs. Mit dem Thema und dem Begriff Marga kann sie zu Beginn wenig anfangen. Sie sucht eine Verbindung zu dem Namen und gestaltet deshalb eine Collage zum Gedicht "Todesfuge" von Paul Celan.

Die Künstler sind dankbar für jede Unterstützung, so vor allem Bernd Gleitsmann aus Lauchhammer, der sich für die gesamte Logistik zuständig fühlt - vom Transport, Auf- und Abbau der Zelte, über Tischgarnituren und viele kleine Dinge, ohne die ein Kunstpleinair nicht durchführbar wäre.

Eine ganze Reihe Besucher schaut den Malenden über die Schulter, Kunstinteressierte vor allem, Freunde, aber auch zufällig Vorbeikommende. Einhellig ist die Meinung: Eine gute Idee, Entstehung und Ergebnis künstlerischer Arbeiten auf diese besondere Art in der Öffentlichkeit zu zeigen.