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| 17:50 Uhr

Strukturwandel in der Lausitz
Lausitzer auf der Jagd nach Fördermillionen

Karsten Feucht ist Koordinator der Innovationswerkstatt Wasser-Landschaft-Lausitz. Im IBA-Studierhaus in Großräschen fand jetzt die Auftaktveranstaltung für das Förderprojekt statt.
Karsten Feucht ist Koordinator der Innovationswerkstatt Wasser-Landschaft-Lausitz. Im IBA-Studierhaus in Großräschen fand jetzt die Auftaktveranstaltung für das Förderprojekt statt. FOTO: Jan Augustin / LR
Großräschen. Für den Strukturwandel in Umbruch-Regionen hat der Bund einen neuen Fördertopf geöffnet. Von Jan Augustin

Eine Denkfabrik am Großräschener Hafen? Ein Wasser-Kompetenz-Zentrum am Cottbuser Ostsee oder eine Firma, die schwimmende Häuser in Modulbauweise herstellt? „Es sind erste Ideen und noch Visionen“, betont Karsten Feucht. Der 52-Jährige ist Koordinator der „Innovationswerkstatt Wasser-Landschaft-Lausitz“. Das beim Verein des IBA-Studierhauses angesiedelte Bündnis beteiligt sich beim Casting für ein Förderprogramm des Bundesforschungsministeriums. Es heißt „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ und soll strukturschwachen Regionen in Ostdeutschland zugute kommen. Von 105 Antragstellern sind noch 32 im Rennen - darunter vier aus der Lausitz. Bis Ende Oktober haben diese nun Zeit, ein überzeugendes Konzept zu erarbeiten. Der Bund wählt dann die zwölf erfolgversprechendsten Ideen aus und fördert diese für die Umsetzung mit einer Summe von je bis zu acht Millionen Euro.

Dass sich aus der Lausitz insgesamt vier Initiativen um die Fördergelder beworben haben, ist für Karsten Feucht vom IBA-Studierhaus alles andere als ein Problem. „Das ist doch super“, sagt er. Und es erhöht die Chancen, dass mindestens eines der vier Projekte gefördert wird. „Wenn wir alle schlafen würden, wäre das viel schlimmer“, betont Karsten Feucht.

Bei der Auftaktveranstaltung der Großräschener Innovationswerkstatt am Montagabend im IBA-Studierhaus hat die Zuversicht bei den Akteuren jedenfalls überwogen. „Das WIR-Programm passt sehr gut zu uns. Wir hoffen, dass wir dabei sind“, erklärt Prof. Rolf Kuhn, ehemaliger Chef der IBA Fürst-Pückler-Land 2000 bis 2010 und heutiger Vereinsvorsitzender. Großrä­schens Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) betont, dass der Strukturwandel in der Lausitz nicht nur von außen bestimmt werden dürfe, sondern von innen kommen müsse. „Das ist unsere Stärke des Projektes“, sagt er selbstbewusst. Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland, ist froh, dass das Bündnis nicht nur brandenburgische, sondern auch sächsische Unterstützer gefunden hat. Der BTU-Vizepräsident Prof. Matthias Koziol erkennt zwar „riesige Herausforderungen“ wie die demografische Entwicklung und den Fachkräftemangel in der Lausitz. Er sieht aktuell aber auch ein „super gutes politisches Fenster“.

Im Boot der Großräschener Innovationswerkstatt Wasser-Landschaft-Lausitz rudern viele Akteure für ein erfolgreiches Konzept. Beteiligt sind die Stadt Großräschen, das IBA-Studierhaus, das Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften in Finsterwalde, der Verein Wasser-Cluster-Lausitz in Cottbus, das Institut für Schwimmende Bauten, die Hochschule Zittau/Görlitz und die BTU Cottbus-Senftenberg. Hilfe angeboten haben am Montagabend der Bergbaubetreiber Leag und die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Beide Unternehmen wollen sich einbringen, erklären unisono Dr. Thomas Koch (Leag) und Jörg Schlenstedt (LMBV). „Weitere Partner haben ihre Absicht erklärt, das Bündnis zu unterstützen und mitzuarbeiten“, sagt Karsten Feucht.