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| 14:20 Uhr

Nicht nur im Advent
Festlich angestrahlte Kirchen in der Lausitz

 Die Schleifer Kirche präsentiert sich ganzjährig angestrahlt. Das Gotteshaus wird bereits im Jahr 1346 erstmals erwähnt.
Die Schleifer Kirche präsentiert sich ganzjährig angestrahlt. Das Gotteshaus wird bereits im Jahr 1346 erstmals erwähnt. FOTO: Richter-Zippack
Uhyst/Bad Muskau/Schleife. Zahlreiche Kirchen in der Region präsentieren sich im Advent und zu Weihnachten festlich angestrahlt. Sie bringen Licht in die dunkelste Zeit des Jahres. Doch der Trend geht immer mehr zu ganzjährig angeleuchteten Gotteshäusern. Von Torsten Richter-Zippack

Mehr und mehr setzt sich in der mittleren Lausitz der Trend durch, die Gotteshäuser ganzjährig anzuleuchten. Als Gründe werden besonders die beeindruckende Ästhetik sowie das Gefühl von Wärme angegeben. Inzwischen sind die „Licht-Gotteshäuser“ aus vielen Orten nicht mehr wegzudenken. Moderne Beleuchtungstechnik macht es möglich, sagen die jeweiligen Protagonisten.

Seit mehr als zehn Jahren wird die evangelische Kirche in Lohsa angestrahlt, sagt Kirchenmann Günter Wenk, und zwar ganzjährig. „Die Idee dazu hatte ein ortsansässiger Elektromeister, der auch die beiden Strahler zur Verfügung stellte und installierte. Das Gotteshaus neben dem Marktplatz wird mit Einbruch der Dämmerung bis 22 Uhr angestrahlt. „Die dabei anfallenden Energiekosten erfassen wir nicht separat“, sagt Günter Wenk. „Sie werden vom Haushalt der Kirchengemeinde finanziert.“ Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Die Kirche bleibt voraussichtlich bis Weihnachten 2019 aufgrund ihrer Sanierung geschlossen. Da die Lohsaer mit Uhyst einen Pfarrsprengel bilden, finden dort die Gottesdienste statt. Allerdings wird die Uhyster Kirche nach Angaben von Pfarrer Matthias Gnüchtel nicht angestrahlt. Immerhin wolle sich die Lohsaer Kirchengemeinde am örtlichen Weihnachtsmarkt am 15.Dezember beteiligen. Im Verkaufswagen direkt vor dem Lohsaer Gotteshaus soll es Glühwein und Leckereien geben.

Die Jakobskirche in Bad Muskau wird ebenfalls ganzjährig angestrahlt. Hinzu kommt, so Pfarrerin Miriam Arndt, kann seit dem ersten Advent ein großer Herrnhuter Stern am Turm der Jakobskirche bewundert werden. Die Idee zur abendlichen Außenbeleuchtung kam von Arndts Vorgänger, Pfarrer Steffen Schumann. Umgesetzt wurde das Vorhaben durch Frank Dutsch von der Kirchengemeinde. Der Turm wird mittels LED-Leuchten angestrahlt. Zum Winterlichtfest im Februar gibt es zusätzlich eine bunte Anstrahlung, die ebenfalls von Frank Dutsch realisiert wird. Das Lichterschauspiel werde von den Bad Muskauern sehr positiv aufgenommen. „Der angestrahlte Turm ist durchaus ein Wahrzeichen unserer Stadt“, fasst Miriam Arndt zusammen. Seit gut einem Vierteljahrhundert erfährt auch die Gablenzer Trinitatiskirche eine Beleuchtung von außen. Das geht auf einen Beschluss des Gemeinderates im Zuge der 725-Jahr-Feier des Ortes anno 1992 zurück. Rudi Machnikowsky hatte die entsprechende Technik installiert. Die Natriumlampen sorgen für ein warmes, heimeliges Licht. „Möglicherweise war die Gablenzer Kirche das erste beleuchtete Gotteshaus im Altkreis Weißwasser“, mutmaßt Pfarrerin Arndt.

Die Schleifer Kirche auf dem Dorfanger wurde bis vor vier Jahren nur in der Advents- und Weihnachtszeit festlich angestrahlt. Da dieses Bild so romantisch wirkt, ist die Außenbeleuchtung nunmehr das ganze Jahr in Betrieb. Derzeit kann das Schauspiel zwischen 18 und 23 Uhr betrachtet werden, sagt Birgitt Marusch von der evangelischen Kirchengemeinde. Dank fest installierter Energiesparscheinwerfer, vier Stück an der Zahl, wird das festliche Bild erzeugt. Die entsprechenden Kosten trage die Kirchgemeinde. Einen Höhepunkt während der Adventszeit bildet am 23. Dezember um 14 Uhr der Gottesdienst mit dem Licht von Bethlehem. Anschließend laden die offenen Höfe zum Bummeln ein.

Übrigens: Nur am Silvesterabend soll die Bergsche Kirchruine im Muskauer Bergpark in warmes Licht gehüllt werden. „Wir wollen dort gegen 23 Uhr eine Andacht zum Jahresende feiern“, begründet Miriam Arndt.

Ein Licht-Jubiläum steht dieses Jahr in Bluno an. Denn seit genau zehn Jahren wird die dortige Fachwerkkirche angestrahlt. „Am 30. Oktober 2008 hatten wir deswegen ein Lichterfest gefeiert“, erinnert sich Jörg Redlich von der Kirchengemeinde. Seitdem leuchtet das Gotteshaus aus dem Jahr 1673 während des Winterhalbjahres. Die Idee dazu stammt vom damaligen Ortsvorsteher Bernhard Boch, der das Vorhaben mithilfe zweier örtlicher Unternehmen sowie der Feuerwehr in die Wege leitete. Seitdem strahlen sechs Sparlampen à 70 Watt die hölzerne Konstruktion an. Am dritten Advent (16. Dezember) wird um 16 Uhr zur Adventsmusik mit den Kirchenchören aus Bernsdorf und Bluno unter Leitung von Kreiskantor Johannes Leue eingeladen..

Hosena und Hohenbocka sind ebenfalls Beispiele für ganzjährig angestrahlte Kirchen. „Wir leuchten sie zwischen 18 und 22 Uhr an“, sagt Pfarrer Gerd Simmank. „Das handhaben wir bereits seit dem Jahr 2007 so“, fügt der Kirchenmann an. In Hohenbocka kommen dazu zwei Strahler mit jeweils 250 Watt zum Einsatz. In Hosena reichen hingegen ein Strahler à 250 Watt sowie ein LED-Strahler mit 80 Watt aus. „Der Pfarrer persönlich richtet die Scheinwerfer aus“, erklärt Gerd Simmank. „Die Einwohner nehmen die angestrahlten Kirchen inzwischen als eine Selbstverständlichkeit wahr“, weiß Pfarrer Simmank aus vielen Gesprächen. Ein Höhepunkt kurz vor Weihnachten in der Hosenaer Christuskirche ist das Adventssingen am 22. Dezember um 15 Uhr.

Auch die Hoyerswerdaer Johanneskirche erstrahlt ganzjährig im abendlichen Lichterglanz. Die Kirche als Mittelpunkt der Altstadt werde mit der Straßenbeleuchtung an- und ausgeschaltet. Darüber hinaus gibt es zwei zusätzliche feste Scheinwerfer auf Laternenpfählen links und rechts des Kirchturms. „Die Anstrahlung wird von den Leuten durchweg positiv angenommen. Wenn es mal zu einem Ausfall kommt, wird dies sogleich bemerkt und nach dem Grund gefragt“, berichtet Annegret Holder.