"Laufen setzt Glückshormone frei", so Ronny Grünert, der den Einführungskurs "Nordic Walking" in Lauchhammer fachlich begleitet. Und tatsächlich, selbst wenig sportbegeisterte "Schreibtischler" finden Gefallen und Entspannung beim Laufen wie sich beim Kursbeginn zeigt. Ronny Grünert von der Cottbusser Nordic Walking Schule Brandenburg erklärt den Teilnehmern, worum es eigentlich geht. "Der Spaß an der Bewegung, nicht irgendein Leistungsdruck steht im Vordergrund." Die Sportart kommt aus Finnland. Dort wurde festgestellt, dass durch die ganzkörperliche Laufbewegung mit Hilfe von Stöcken sehr schonend bis zu 600 Muskeln gleichzeitig trainiert werden. Die Gelenke werden nicht so belastet wie beim traditionellen Joggen und durch den Einsatz der Stöcke werden Muskelgruppen trainiert, die sonst nicht angesprochen werden. Und: "Auch untra inierte Menschen können sofort ins Nordic Walking einsteigen", erklärt Grünert.
Benötigt werden neben den Stöcken, die sich durch ein spezielles Schlaufensystem für die Hände von traditionellen Wanderstöcken unterscheiden, nur gute Turnschuhe und witterungsentsprechende Kleidung sowie Getränke für unterwegs.
Wichtig, so lernen die Kursteilnehmer, ist das kurze Aufwärmen. Denn "zum Walking gehören nicht nur die Laufeinheiten sondern auch Dehnungsübungen und gymnastische Einlagen", so Grünert. So erklärt sich auch, warum auf dem Parkplatz hinter dem Vereinshaus eine Truppe sportlich gekleideter Menschen allerlei von allgemeiner Fröhlichkeit begleitete Verrenkungen vollführt.
Dann wird es ernst: Nach den Anweisungen des Trainers werden die Stockhöhen eingestellt, die Hände in die Griffschlaufen sortiert und losgestakst. "Die Stöcke werden mit der natürlichen Armbewegung beim Laufen bewegt", zeigt Grünert. Aha! Nach ein paar Versuchen finden auch weniger gelenkige Menschen den Rhythmus. Die Stöcke werden immer etwas schräg nach hinten gehalten und können bei richtiger Anwendung die Gelenke entlasten, da sie einen Teil des Körpergewichtes aufnehmen.
"Richtig nach hinten durchziehen, den Oberkörper gerade", weist der Trainer an. Dann geht's Richtung Wald. "Und Lächeln", so Grünert. Warum auch nicht? Bei Sonnenschein durch den Schnee zu stapfen, nicht zu schnell, das macht in der Tat Spaß. Da stören die Lästereinheiten der unbestockten Spaziergänger nicht wirklich. Beschwingt geht es durch den Winterwald. Oberkörper gerade, Takt einhalten. Nach anfänglicher Ruhe wird die Gruppe gesprächiger. Das ist ein Sport! Ein gutes Gefühl, etwas für sich zu tun, ohne danach Ohnmachtsgefühle zu haben wie nach einer schnellen Runde Joggen.
Noch ein Pluspunkt: Die meisten Krankenkassen fördern Nordic-Walking-Kurse finanziell, so dass die Gebühren von 65 Euro pro Kurs größtenteils rückerstattet werden. Gut vorstellbar, dass sich die meisten der Neu-Freitzeit-Sportler weiterhin in Laufgruppen treffen und das Stadtbild mit ihrem Anblick bereichern, wie Strahlemann Grünert während des Laufens erzählt.
Nach einigen Kilometern durch Lauchhammer kommen die Teilnehmer wieder am Vereinshaus an. Keiner schnauft. Noch ein paar Abschlussdehnübungen, begleitet von lustigen Gruppenspielchen - dann ist Schluss. Bis zur nächsten Trainingseinheit.
Infos unter: 0 355 - 78 42 544 bzw. 0172 - 36 13 013 oder im Internet: www.nordic-walking-schule-brandenburg.de
Basiskurse in Lauchhammer, "Rekosi" Vereinshaus, Weinbergstraße 15:
4. April bis 29. April immer montags und freitags 18 Uhr.