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| 14:26 Uhr

Grundwasserwiederanstieg
Weiter Zoff um die Schlosssiedlung

 Blick auf die Schlosssiedlung in Lauchhammer-West. 55 der 127 Häuser sollen LMBV-Plänen zufolge vor dem ansteigenden Grundwasser gesichert werden. Die Bewohner fordern ein ganzheitliches Konzept.
Blick auf die Schlosssiedlung in Lauchhammer-West. 55 der 127 Häuser sollen LMBV-Plänen zufolge vor dem ansteigenden Grundwasser gesichert werden. Die Bewohner fordern ein ganzheitliches Konzept. FOTO: LMBV / Peter Radke
Lauchhammer. Betroffene Lauchhammeraner wehren sich gegen die Einzelhaussicherung bezüglich des ansteigenden Grundwassers. Sie verlangen ein ganzheitliches Konzept. Von Torsten Richter-Zippack

Das Grundwasser steigt. Und damit auch der Frust bei den Bewohnern der Schlosssiedlung in Lauchhammer-West. Um ihre Häuser gegen den Grundwasserwiederanstieg zu sichern, planen die Bergbausanierer von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) eine Sicherung betroffener Einzelhäuser.

Diese beinhaltet das Verfüllen von Kellern oder aber deren Abdichtung mit wasserfestem Material. Die Betroffenen halten dagegen, dass das Wasser trotzdem vor Ort sei und weiter das Mauerwerk schädigen könne. Während des jüngsten Arbeitskreises des Braunkohlenausschusses in Lauchhammer wurde deshalb wieder eine Flächenlösung verlangt. Mithilfe einer Drainage könne das überschüssige Wasser in den Binnengraben und weiter in die Schwarze Elster abgeleitet werden.

LMBV-Abteilungsleiter Michael Matthes hält mit dem finanziellen Aspekt dagegen. „Die Flächenlösung würde ewige Kosten bedeuten. Wir müssen uns für die wirtschaftlichere Variante entscheiden.“ Und das seine die Einzelhauslösung. Schließlich sei die Betreibung der Drainage nicht für umsonst zu haben. Eine weitere Alternative wäre eine Anhebung der jeweiligen Häuser. Technisch sei das durchaus machbar. Doch die entsprechende Differenz zur wirtschaftlichsten Lösung müssten die Eigentümern selbst tragen.

Landtagsmitglied Gabriele Theiss (SPD) kann sich indes nicht vorstellen, dass die Umsetzung der Einzelfall-Varianten für alle Häuser billiger würde als eine komplexe Lösung. Michael Matthes verspricht jedoch, niemanden im Regen stehen zu lassen. Die Schlosssiedlung besteht aus 127 Häusern, für 55 seien Maßnahmen erforderlich.

Die Bewohner sind darüber hinaus wütend, dass selbst zehn Jahre nach dem Hochwasser von 2010 vonseiten der Bergbausanierer mit dem Bauen noch nicht begonnen sei. Vor knapp einem Jahrzehnt standen etliche Keller unter Wasser.

Ursprünglich hatte die LMBV die Drainage-Lösung selbst auf der Liste. Doch seit drei Jahren wird dieses Vorhaben nicht mehr weiterverfolgt. Grund sei die notwendige Behandlung des Wassers, bevor es in die Vorflut gegeben werden dürfe. Das verlange die oberste Wasserbehörde, wie der Lauchhammeraner Bürgermeister Roland Pohlenz (parteilos) anmerkt. Zum anderen seien weit weniger Grundstücke betroffen als ursprünglich angenommen.

Ein weiteres großes Problem sei, dass die Anwohner der Schlosssiedlung im Zuge der Grundwasserabwehr zahlreiche Papiere wie Dokumente, Kaufverträge, Baugrundgutachten und ähnliches vorhalten müssen. „Damit sind insbesondere die älteren Bewohner völlig überfordert“, weiß Gabriele Theiss aus mehreren Gesprächen. Sie glaubt, dass rund zwei Drittel der Bewohner an dieser Hürde scheitern könnten.

Wie es jetzt in der Schlosssiedlung weitergeht? Derzeit befinden sich 25 Keller bei den Bergbausanierern in der Planung. Was mit den übrigen geschieht, ist noch ungewiss.