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| 22:48 Uhr

Im neuen Doppelhaushalt verankert
Lauchhammer plant Rathaus-Neubau

FOTO: LR / Catrin Würz
Lauchhammer. Die Stadt hat erstmals einen Doppelhaushalt für zwei Jahre beschlossen. Darin ist jetzt auch vom Neubau eines Rathauses die Rede. Ein Meilenstein ist gesetzt. Von Catrin Würz

Eine jahrelang diskutierte und immer wieder ad acta gelegte Vision für Lauchhammer soll nun doch noch Wirklichkeit werden: Die Stadt plant, ein neues Rathaus zu bauen – einen modernen Verwaltungsstandort, der den Innenbereich von Lauchhammer-Mitte beleben soll. Zum ersten Mal steht der Neubau nun als fest geplantes Zukunftsprojekt samt Kosten von rund 6,3 Millionen Euro im gerade beschlossenen städtischen Haushaltsplan 2018/19 drin. „Ein erster Meilenstein ist gesetzt“, sagt Bürgermeister Roland Pohlenz (parteilos).

Schon seit Jahren wird an der Idee von einem neuen Rathaus für Lauchhammer getüftelt. Doch die schwierige Finanzlage der vergangenen Jahre hatte die Pläne immer wieder im Keim erstickt. Inzwischen hat die Landesregierung in Potsdam jedoch ein erstes, zaghaftes Ja für solch einen Neubau gesetzt und eine Förderung im Rahmen des Stadtumbaus in Aussicht gestellt. „Das war der Ausgangspunkt für uns, die Pläne weiter zu prüfen und zu verfolgen“, so Pohlenz.

Um alle Für und Wider abzuklopfen, wurde zur Rathaus-Frage eine Studie in Auftrag gegeben. Das Ergebnis der umfangreichen Betrachtungen ließ das Pendel klar in Richtung Neubau ausschlagen. Denn der jetzige Rathaus-Standort in Lauchhammer-Süd befindet sich nicht nur in Randlage ziemlich weit ab vom eigentlichen Ortszentrum, sondern müsste ebenfalls mit erheblichen Investitionen saniert werden, um die aktuellen Anforderungen an einen Verwaltungsbau zu erfüllen. In den 1990er-Jahren war die Kommunalverwaltung von Lauchhammer in das Bürogebäude der einstigen Bergbauverwaltung des BKK Lauchhammer eingezogen. Doch das Gebäude erfüllt heutige Standards nicht, ist nicht behindertengerecht, hat teilweise auch Sanierungsbedarf und ist zudem zu groß für die Stadtverwaltung einer Kommune mit inzwischen nur noch 14 500 Einwohnern.

Roland Pohlenz sieht zudem noch viele andere gute Gründe für einen Rathaus-Neubau in Lauchhammers schick sanierter Mitte, die allerdings mit dem Bevölkerungsschwund mehr und mehr ein strukturelles Problem bekommen hat. „Wir haben in den vergangenen Jahren fast zwölf Millionen Euro in die Verschönerung des Innenstadtbereiches gesteckt. Da ist es doch nur konsequent, wenn wir zur Belebung dieses Stadtteiles nun auch die Verwaltung dort ansiedeln“, erklärt er.

Der Neubau des Rathauses soll auf der Brachfläche einer abgerissenen DDR-Kaufhalle an der Wilhelm-Pieck-Straße und damit mitten im baulich aufgewerteten Zentrum von Lauchhammer-Mitte erfolgen. Das Grundstück – direkt neben dem Busplatz gelegen – ist bereits Eigentum der Stadt. Das Sechs-Millionen-Euro-Projekt ist in den ersten Doppelhaushalt von Lauchhammer für die Jahre 2018/19 aufgenommen worden – als verbindliches Vorhaben. Jedoch werde eine Realisierung erst für die Jahre 2020 bis 2022 geplant, bestätigt der Bürgermeister.

Ein deutliches Zeichen für die Bürger, dass es mit dem Rathaus-Wechsel ernst wird, will die Stadtverwaltung schon im kommenden Jahr setzen. In leerstehenden Geschäftsräumen in Nachbarschaft zum „Rathaus-Grundstück“ wird ab 2019 eine erste Anlaufstelle als Bürgerservice installiert. Zwei Ämter mit viel Publikumsverkehr - Einwohnermeldeamt und Wohngeldstelle - sollen ab 2019 bereits am künftigen Verwaltungsstandort öffnen.