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| 18:38 Uhr

Straßenbau-Projekt ist fertig
Ortsdurchfahrt Grünewalde ist frei

 Mit einem Banddurchschnitt der Bauherren und Bauausführenden ist die Kreisstraße in Grünewalde am Mittwochnachmittag nach Erneuerung offiziell wieder freigegeben worden.
Mit einem Banddurchschnitt der Bauherren und Bauausführenden ist die Kreisstraße in Grünewalde am Mittwochnachmittag nach Erneuerung offiziell wieder freigegeben worden. FOTO: Mirko Sattler
Grünewalde. Mit viereinhalbmonatiger Verspätung rollt seit Mittwoch nun endlich der Verkehr durch die Lauchhammerstraße in Grünewalde. Der Bau war mit etlichen Problemen behaftet. Von Torsten Richter-Zippack

Wenige Tage vor Ostern ist die Grünewalder Ortsdurchfahrt (Lauchhammerstraße) wieder freigegeben worden. Ursprünglich war dieser Termin bereits für den 30. November avisiert. Doch aufgrund einer Vielzahl von Problemen hat sich das Bauende um viereinhalb Monate verschoben. Mal wurden Leitungen gefunden, die zuvor nicht bekannt oder anders als angegeben verlegt waren. Mal gab es Lieferprobleme beim Asphalt, zählt Kreissprecherin Marlen Weser die Schwierigkeiten auf. Immerhin, so Weser weiter, musste aufgrund des milden Winters nur eine kurze witterungsbedingte Pause eingelegt werden. Als Bauherr fungierte der OSL-Kreis in Kooperation mit der Stadt Lauchhammer.

Rückblick: Bis zum Beginn der Bauarbeiten im Juli 2018 galt die Lauchhammerstraße mit einer Länge von gut 700 Metern als ausgemachte Löcherpiste. Zahlreiche Schlaglöcher raubten den Anwohnern die Nerven. Mehr noch: Wenn es stark regnete, gab es aufgrund der mangelhaften Entwässerung erhebliche Probleme. Nicht zuletzt existierte nur ein partieller Gehweg, sodass Fußgänger die Straße nutzen mussten.

Im Zuge der Bauarbeiten entstanden laut dem Landkreis OSL eine neue Regenentwässerung mit entsprechenden Wassermulden und ein neuer Grabendurchlass. Zahlreiche Elektrokabel, Trink- und Abwasserleitungen, diverse Gastrassen, Breitbandanschlüsse mussten um- beziehungsweise neu verlegt werden. Nicht zuletzt bekam die eigentliche, insgesamt sechs Meter breite Fahrbahn eine neue Asphaltschicht. Außerdem wurden die Bushaltestellen erneuert und die jeweiligen Grundstückseinfahrten dem neuen Straßenniveau angepasst. Die Stadt Lauchhammer  zeichnete sich indes für den beidseitigen, rund 700 Meter langen Gehwegbau verantwortlich, sagt Sprecher Heiko Jahn.

Die Anwohner sind mit dem Ergebnis zufrieden, weiß Ortsvorsteher Reinhard Lanzke aus Gesprächen. „Auch während der Bautätigkeit gab es mit der Firma ein gutes Miteinander“, resümiert er. Die Straße war seinen Angaben zufolge erst zu DDR-Zeiten asphaltiert worden. „Als Kind habe ich hier noch eine Kiesstraße in Erinnerung“, sagt Lanzke.

Manche der alten Leitungen seien bereits während der 1930er-Jahre verlegt worden. Dass diese nicht alle korrekt in den Unterlagen verzeichnet sind, ist für Reinhard Lanzke kein Einzelfall. „Diese Probleme gibt es zumindest in Ostdeutschland ziemlich häufig.“ Erst nach der Wende wurden die per Hand gezeichneten Pläne entsprechend digitalisiert.

Insgesamt sind in die Lauchhammerstraße in Grünewalde rund 1,3 Millionen Euro investiert worden. Der Landkreis hatte bereits Ende 2015 entsprechendes Geld aus einem Bundesprogramm mit 90-prozentiger Förderung erhalten. Die übrigen zehn Prozent stellt das Land Brandenburg zur Verfügung.

Die in West-Ost-Richtung verlaufende Lauchhammerstraße gilt als wichtigste Verbindung zwischen Grünewalde und Kleinleipisch. Gleichzeitig bildet die Trasse das Tor der Grünewalder in Richtung Kostebrau, Schipkau und Senftenberg. Im Gegenzug nutzen viele Lauchhammeraner und Schwarzheider diese Straße, um an den Badesee Grünewalder Lauch zu gelangen.

Indes befindet sich eine weitere Straßenbaumaßnahme des OSL-Kreises in der Vorbereitung. So sollen die beiden Auffahrten zur Autobahnbrücke zwischen Kemmen und Craupe, westlich von Calau, saniert werden, informiert Kreissprecherin Marlen Weser.

In Grünewalde wirft indes die nächste Straßenbaustelle ihre Schatten voraus. Voraussichtlich im kommenden Jahr soll am Ortsausgang in Richtung Staupitz eine Brücke über den neuen Ableiter der Kleinen Restlochkette errichtet werden. Als Bauherrin fungiert dann die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV). Für den von den Grünewaldern immer wieder angemahnten Ausbau der Zufahrt zum Lauch gibt es indes noch keinen neuen Stand.