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Europäischer Breitband-Preis in Brüssel vergeben
Gratulation per Mail im Internet-Höchsttempo für Lauchhammer

Starke Glasfaserkabel bringen auch die dörflichen Ortsteile der Stadt Lauchhammer auf Höchstgeschwindigkeiten im Datennetz.
Starke Glasfaserkabel bringen auch die dörflichen Ortsteile der Stadt Lauchhammer auf Höchstgeschwindigkeiten im Datennetz. FOTO: Rolf Vennenbernd / dpa
Lauchhammer. Die Glasfaserstadt Lauchhammer ist zwar nicht Sieger des Wettbewerbs um den Europäischen Breitband-Preis 2017. Aber gewonnen haben die Partner, die beispielhaft Tempo machen im Datennetz des ländlichen Raumes, und die Nutzer allemal. Von Kathleen Weser

Der Preis in der Kategorie für herausragende Breitband-Projekte im ländlichen Raum ist nach Griechenland gegangen. Reinhard Lanzke, der Ortsvorsteher von Grünewalde, aber lobt stolz: „Bereits mit der Nominierung ist dieses zukunftsfähige Projekt anerkannt worden. Es ist für unsere Stadt Lauchhammer ein riesiger Erfolg.“ Und er gratuliert nach der Preisverleihung in Brüssel am Montagabend sofort - natürlich per Mail, versendet im Internet-Höchsttempo.  

Das Alleinstellungsmerkmal ist, dass im gesamten Dorf jedes Grundstück mit dem Glasfasersystem erschlossen ist. Und das ermöglicht, echte Geschwindigkeiten im Giga-Bit-Bereich „bis in jedes, auch das letzte Haus, zu übertragen“. Die Lausitzer Kabelbetriebsgesellschaft (LKG) Lauchhammer garantiert in Grünewalde an jedem Anschlusspunkt mindestens die Datenübertragungsleistung von 50 Megabit pro Sekunde oder 100 und 200. Das sind die zukunftsweisenden Merkmale. „Praktisch heißt das: Ein superschnelles Internet, HD-Fernsehen und Telefonie mit höchsten Ansprüchen sind erlebbar. Und das Schöne am Hochgeschwindigkeits-Internet in Grünewalde ist: Man gewöhnt sich so schnell an das flinke Surfen“, schwärmt Reinhard Lanzke. Anwendungen für private und gewerbliche Nutzungen mit Geschwindigkeiten von mehr als  200 Megabit pro Sekunde gebe es gegenwärtig kaum, aber in Zukunft sicher. „Unser Glasfasernetz ist damit für Anwendungen der nächsten Jahre und Jahrzehnte ausgelegt, denn technisch möglich und sofort realisierbar sind in Grünewalde bereits jetzt 1000 Megabit pro Sekunde und mehr auch für ganz spezielle Nutzer im Höchstgeschwindigkeitsbereich“, erklärt Reinhard Lanzke weiter.

Der wesentliche Unterschied zu anderen Wettbewerbern ist: Es werden eben nicht „bis zu 50 MBit/s“ angeboten, was in der Regel bedeutet, dass diejenigen, die im direkten Umkreis eines Verteilers liegen, den „bis zu“-Wert erreichen können. Die weiter weg liegenden aber müssen sich in der Regel mit erheblich niedrigen Übertragungsgeschwindigkeiten begnügen. „Wir sind froh, dass eine solche gemeinschaftliche Lösung in Grünewalde mit drei Partnern umgesetzt wurde“, sagt der Ortsvorsteher abschließend. Das Trio Lausitzer Kabelbetriebsgesellschaft Lauchhammer (Glasfasernetz), EnviaM-Mitnetz-Strom (Erdkabelanschluss aller Grundstücke) und die Stadt Lauchhammer (Erdverkabelung und Erneuerung der Straßenbeleuchtung) haben das Werk gemeinsam vollbracht - in einem Kabelgraben.

Stolz schauen die Grünewalder nach Brüssel. Denn hier ist eine unternehmerische Zukunftsleistung der Gegenwart im Wettbewerb um den European Broadband Award 2017 in der Kategorie „Territorialer Zusammenhalt in ländlichen und abgelegenen Gebieten“ zu Recht ins Finale gekommen.