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Lauchhammer für den Stadtumbau und die ländliche Entwicklung gut aufgestellt

Roland Pohlenz.
Roland Pohlenz. FOTO: Stadt
Das Jahr ist zu Ende. Zeit für einen Rück- und Ausblick. Heute mit Roland Pohlenz (parteilos), Bürgermeister von Lauchhammer.

Was ist für Sie das wichtigste Ergebnis des vergangenen Jahres für die Stadt Lauchhammer gewesen?
Das sind mehrere. Wir haben unser Hallenfreizeitbad attraktiver gemacht. Ohne Fördermittel. Das ist uns mit einer soliden Haushaltspolitik gelungen. Und wir haben uns im Stadtumbau und in der ländlichen Entwicklung gut aufgestellt. In Kostebrau ist der Feuerwehrstützpunkt fertig modernisiert. Für Kleinleipisch steht das Dorfentwicklungskonzept. Mit der Mückenberger und der Bockwitzer Straße sind große Verkehrsadern flott gemacht worden. Der Bauplan für die L 60 nach Kostebrau ist aufgegangen. Das Jahr 2016 war ein gutes für Lauchhammer.

Was hat Sie besonders gefreut?
Dass es uns gelungen ist, innerhalb der Energieregion Lausitzer Seenland mit sinnvollen Projekten aus den europäischen Töpfen der ländlichen Entwicklung zu partizipieren. Unsere Ortsteile Grünewalde, Kostebrau und Kleinleipisch profitieren sehr und werden lebenswerter.

Was hat Sie geärgert?
Dass einige Botschaften, die wir im Namen Dritter verkündet haben, leider nicht verlässlich gewesen sind. Lauchhammer hat ein schweres Erbe des Bergbaus zu bewältigen. Denn die Probleme liegen mitten im Stadtgebiet. Das müssen vor allem auch die Einwohner aushalten. Und deshalb müssen die Planungen transparent sein und auch der Zeitrahmen eingehalten werden. Bei der Ortrander Straße ist das nicht der Fall. Das ist durchaus begründet. Denn die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) hat die Planungen optimiert. Und das ist gut. Weniger schön ist allerdings, wenn angekündigte Verkehrseinschränkungen deshalb noch nicht in Kraft treten und niemand etwas davon weiß. Der Unmut der Bürger ist dann verständlich. Und auf den Ärger können wir alle gut verzichten.

Finanziell ist die Bergbausanierung jetzt über das neue Jahr hinaus weiter abgesichert. Das nimmt auch uns eine große Sorge. Dass es verlässlich weitergeht, dafür müssen wir alles tun. Auch wenn der Begriff schon anders belegt ist, will ich nochmals betonen: Für Lauchhammer und die Bürger der Stadt ist die Bergbausanierung die Grundsicherung für das Leben.

Vor welchen weiteren Herausforderungen sehen Sie die Stadt Lauchhammer im Jahr 2017?
Wir haben denkmalwerte Gebäude in der Neustadt I gegen den weiteren Verfall gesichert. Gemeinsam mit den Wohnungsvermietern haben wir daran zu arbeiten, den schwierigen Stadtumbau weiter voranzutreiben. Lauchhammer wird parallel dazu beginnen, Freiflächen im öffentlichen Bereich auf Vordermann zu bringen.

Zwei stadtbildprägende Gebäude im Kernbereich von Lauchhammer-Mitte sollen saniert werden: Der Umbau der ehemaligen Gaststätte "Zur Krone" und die grundhafte Instandsetzung des Gebäudes Pieckstraße 1 stehen an. Wir haben uns ein ambitioniertes Investitionsprogramm vorgenommen. Die Herausforderung ist, es so umzusetzen. Denn auch die verwaltungstechnische Begleitung ist ein Kraftakt. Wir haben uns gut aufgestellt und werden ohne Zeitverzug starten.

Was wünschen Sie sich?
Wir haben eine klare Linie für den weiteren Weg unserer Stadt. Den sollten wir selbstbewusst und konsequent beschreiten. Kritisch, fair und gemeinsam mit aller Kraft.

Es fragte Kathleen Weser.