| 12:09 Uhr

Bürgermeister gesucht
Wahlkampf-Finale in Lauchhammer

Amtsinhaber Roland Pohlenz wirbt bei Facebook und auf einer Internetseite um Stimmen wie auf diesem Screenshot zu sehen ist.
Amtsinhaber Roland Pohlenz wirbt bei Facebook und auf einer Internetseite um Stimmen wie auf diesem Screenshot zu sehen ist. FOTO: Screenshot Jan Augustin / LR
Lauchhammer. Wird der alte auch der neue Bürgermeister in Lauchhammer? Oder gewinnt der Herausforderer die Stichwahl am Sonntag? Auch das Internet hat noch keine Antwort, dafür wird hier heftig diskutiert. Von Jan Augustin

Finale Phase im Bürgermeisterwahlkampf: Amtsinhaber Roland Pohlenz will an diesem Freitag noch einmal um Stimmen kämpfen. „Hinterfragen Sie meine Pläne!“, fordert er auf seiner Internetseite zu einem Besuch ab 16 Uhr in die Gaststätte „Siedlerklause“ in Kleinleipisch auf. Ab 18 Uhr will er im Gasthof „Zum Löwen“ in Grünewalde „sachkundige Antworten, handfeste Lösungen und realistische Einschätzungen“ liefern.

Auch sein Herausforderer Mirko Buhr ist am Freitag noch in der Spur. Von 10 bis 12 Uhr will der Marktkauf-Chef Bratwürste, Fettbemmen und Soljanka auf dem Marktplatz verkaufen und den kompletten Umsatzerlös dem Hospiz „Friedensberg“ spenden. Ab 18 Uhr lädt er zur letzten Bürgersprechstunde vor der Stichwahl in die Gaststätte „Treffpunkt Pizza Bowling“ nach Lauchhammer-West ein.

In Lauchhammer sind am Sonntag rund 13 000 Einwohner aufgerufen, ihr Kreuz zu setzen: entweder für Roland Pohlenz oder für Mirko Buhr. Von insgesamt fünf Bewerbern, allesamt Männer, sind diese beiden Kandidaten übrig geblieben. In der ersten Runde vor zwei Wochen kratzte Pohlenz zwar an der erforderlichen 50 Prozent-Marke, schaffte das mit 47,9 Prozent aber nicht ganz. Buhr holte bei seiner ersten Wahl beachtliche 33,8 Prozent.

Im Internet tobt seitdem eine Wahlkampfschlacht, die teilweise unter die Gürtellinie geht. „Wir haben die Wahl zwischen Pest und Cholera“, heißt es in einem der vielen Kommentare. „Wir brauchen keine Experimente“, sagt der eine - „Acht Jahre sind doch echt genug“, meint da ein anderer.

Die teils anonymisierten und unsachlichen Stellungnahmen im Netz werden von beiden Kandidaten kritisiert. „Das geht unter die Gürtellinie“, sagt Roland Pohlenz. Mirko Buhr ist zwar auch ein Freund des Dialoges, sagt er. „Wenn möglich aber im persönlichen Gespräch.“

Herausforderer Mirko Buhr hat auch eine eigene Homepage und eine eigene Facebook-Seite.
Herausforderer Mirko Buhr hat auch eine eigene Homepage und eine eigene Facebook-Seite. FOTO: Screenshot Augustin / LR

Das Stimmungsbild im Internet ist insgesamt aber ausgewogen. Es gibt Befürworter von Roland Pohlenz, dem es gelungen sei, „Ruhe und Besonnenheit“ in die Stadtverordnetenversammlung zu bringen und ihm die Unterstützung zusagen. Andere wünschen sich, dass mit dem „jungen und dynamischen“ Mirko Buhr frischer Wind in die Stadt kommt. Für ein Mitglied der Facebook-Gruppe „Lauchhammer“ sind Roland Pohlenz und Mirko Buhr die Gewinner mit den mehrheitlichen Wählerstimmen der Bürger: „Also sind die beiden Kandidaten die, die die Bürger wollen. Da von Pest und Cholera zu sprechen, ist schon vermessen.“

Neuer hauptamtlicher Bürgermeister von Lauchhammer für die nächsten acht Jahre wird am Sonntag der Kandidat, der mehr als die Hälfte der Stimmen erhält und wenn diese Mehrheit mindestens 15 Prozent der Wahlberechtigten ausmacht. Dass diese Hürde übersprungen wird, gilt als ziemlich sicher. Schon vor zwei Wochen lag die Wahlbeteiligung bei fast 50 Prozent. „Wir hoffen, dass es ein ähnliches Ergebnis wird oder es sogar noch mehr werden“, sagt Wahlleiterin Andrea Mende. Für ausreichend abgegebene Stimmen spricht auch ein höherer Anteil an beantragten Briefwahlunterlagen - beim ersten Wahlgang wurden etwa 670 Unterlagen bestellt. Für die Briefwahl ist das Rathaus heute noch bis 18 Uhr geöffnet, informiert Andrea Mende.