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| 11:34 Uhr

Altlasten
Bergbausanierer decken alte Mülldeponie in Lauchhammer-Ost ab

 Planierarbeiten auf der alten Mülldeponie in Lauchhammer-Ost, am Ortsausgang Richtung Kostebrau.
Planierarbeiten auf der alten Mülldeponie in Lauchhammer-Ost, am Ortsausgang Richtung Kostebrau. FOTO: Mirko Sattler
Lauchhammer. Die alte Deponie an der Kostebrauer Straße in Lauchhammer muss saniert werden. Der Grund: Das Grundwasser steigt weiter. Von Torsten Richter-Zippack

Asche, Schlacke, Glasbruch, Plastik, Keramik, Schrott, Textilien, Sägespäne, Gummi, Kalk, Bauschutt, Lederreste, Holz: Diese Materialien lagern in der Mülldeponie an der Kostebrauer Straße zwischen Lauchhammer-Ost und Kostebrau. Die Fläche in unmittelbarer Nähe der Geigerschen Alpen (vegetationslose, rund 100 Jahre alte Förderbrückenkippe) wird derzeit saniert, sagt Frank Sauer von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) als Bergbausaniererin an.

Zwar gab es bereits im Sommer 2006 erste Untersuchungen zur Altlastensituation auf der Deponie. Doch wegen des prognostizierten Grundwasseranstieges musste das Gefahrenpotenzial jetzt neu bewertet werden. Allerdings, so erklärt Sauer, sei eine vollständige Beräumung des Deponiekörpers weder umwelttechnisch erforderlich und wirtschaftlich vertretbar. Stattdessen solle die Deponie abgedeckt werden. Das Ziel: die Reduzierung der Regenwasserversickerung.

Zunächst wurde das Areal abgeholzt und die Wurzelstöcke sowie der oberirdische Abfall beräumt. Dabei handelt es sich laut Ausschreibung um eine Gesamtmenge von rund 4,4 Tonnen auf 3,7 Hektar. Anschließend erfolgt LMBV-Angaben zufolge die Profilierung der Deponieoberfläche. Auf diese wird eine einen halben Meter mächtige Rekultivierungsschicht aufgebracht. Nicht zuletzt erfolgt der Bau von Anlagen zur Erfassung des Oberflächenwassers und dessen Ableitung über einen knappen Kilometer in die Vorflut.

Zudem sind Maßnahmen zum naturschutzfachlichen Ausgleich geplant. Auch der bisherige Wirtschaftrsweg erfährt im Zuge dieser Maßnahme seine Wiederherstellung. Er dient der Erreichbarkeit der bereits sanierten 1008-Kippe sowie als Verbindung in Richtung Schwarzheide-West. Diese Halde hat ihre Bezeichnung nach dem gleichnamigen Absetzer erhalten. Das Gelände ist im Zuge des Tagebaus Friedländer entstanden, der nach dem Zweiten Weltkrieg in den Tagebau Schwarzheide (bis 1955) überging.

Die Arbeiten an der Deponie an der Kostebrauer Straße ganz in der Nähe der Kreuzung der Straßen nach Lauchhammer-Ost, Kostebrau und LIchterfeld haben bereits Mitte Februar begonnen. Fertig soll alles im September dieses Jahres sein, kündigt LMBV-Sprecher Dr. Uwe Steinhuber an.

Im Raum Lauchhammer-Schwarzheide sind bereits mehrere Mülldeponien auf Kippenland saniert worden. Ein Beispiel bildet das Areal am Schwarzheider Forstweg. Die zu DDR-Zeiten größte Hausmülldeponie der Chemiestadt wurde zwischen 1995 und 1997 saniert. Fast 46 000 Kubikmeter Haus- und Gewerbemüll galt es dort zu entsorgen. Auch in diesem Gebiet musste aufgrund des steigenden Grundwassers gehandelt werden. Eine weitere Deponie wurde am Nordwestufer des nicht weit entfernten Ferdinandsteiches, ebenfalls in Schwarzheide-West, durch die Bergbausanierer saniert. Durch den Abtrag der kontaminierten Bodenschichten wuchs die Fläche des gefluteten Restloches der alten Grube Ferdinand-Ostfeld ein gutes Stück an.