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| 10:51 Uhr

Diskussion angestoßen
Aus dem Lauch soll der Grünewalder See werden

 Blick auf den Grünewalder Lauch aus der Vogelperspektive. Mitten durch den See verläuft die Grenze zum Elbe-Elster-Kreis.
Blick auf den Grünewalder Lauch aus der Vogelperspektive. Mitten durch den See verläuft die Grenze zum Elbe-Elster-Kreis. FOTO: Mirko Sattler
Grünewalde. Der Grünewalder Ortsvorsteher Reinhard Lanzke regt einen neuen Namen für das Badegewässer namens Grünewalder Lauch an. Denn der Gedanke an die Zwiebel liegt zu nah. Von Torsten Richter-Zippack

„Was ist der Grünewalder Lauch?“, fragt Ortsvorsteher Reinhard Lanzke. „Der Begriff hat zwei Bedeutungen. Zum einen den Badesee, zum anderen das dort befindliche Erholungsgebiet. Nicht zuletzt führt der Name Lauch bei ortsfremden Gästen mitunter zur Verwirrung. Sie denken nämlich an Zwiebelgewächse.“ Daher schlägt Lanzke die Umbenennung des Badegewässers in Grünewalder See vor. Der Name des Erholungsgebietes, also Grünewalder Lauch, soll dagegen erhalten bleiben. „In Ermangelung eines eigenen Namens hat der See die gleiche Bezeichnung wie das gesamte Gebiet“, begründet der 70-Jährige sein Ansinnen.

Lanzkes Angaben zufolge stammt der jetzige Gewässername vom Aufbaustab des einstigen Tagebaus Plessa-Lauch, aus dem der See in den 1970er-Jahren hervorgegangen war. Unter den Bergleuten ist bis heute die Arbeitsbezeichnung Restloch 117 verbreitet. Der Begriff Lauch beziehungsweise Laugk stammt hingegen aus dem Sorbischen. Er umschreibt eine feuchte Wiese oder auch ein kleines Gewässer. Beispielsweise in der Region sind der ebenfalls aus dem Bergbau hervorgangene Laugkteich in Schwarzheide-West sowie das Gewerbegebiet Am Räschener Laug in Großräschen.

Reinhard Lanzke kündigt an, sein Konzept zur Umbenennung des Badesees den Lauchhammeraner Stadtverordneten im Mai vorstellen zu wollen. Letztendlich müssten die Stadtverordneten auch einen entsprechenden Beschluss fassen. In der Vergangenheit gab es bereits Umbenennungen weiterer gefluteter Tagebaurestlöcher unweit des Stadtteils Kleinleipisch.

Lanzkes Amtskollege Fred Wickfeld, Bürgermeister der Gemeinde Gorden-Staupitz, äußert sich bislang zurückhaltend. „Ich spreche das Thema in unserer nächsten Gemeinderatssitzung am 25. Februar an. Persönlich werde ich langfristig darüber nachdenken. Zudem müssten die Kosten für eine Umbennenung ermittelt werden und wer diese bezahlt.“ Durch den Grünewalder Lauch verläuft die Grenze zwischen dem OSL- und dem Elbe-Elster-Kreis und damit auch die Gemeindegrenze zwischen Lauchhammer und Gorden-Staupitz.

Jens Bohge, Geschäftsführer der Themencamping GmbH am Grünewalder Lauch, sagt, dass ihm die Umbenennungsidee schon länger bekannt sei. „Der Gedanke, den See mehr in den Fokus zu rücken, sind für uns nachvollziehbar und plausibel. Dies lässt sich aber auch durch eine gezielte Vermarktung realisieren. Der Grünewalder Lauch ist nicht nur ein Eigenname, sondern auch durch unser intensives Marketing zu einer Marke im Camping- und Seenland-Tourismus geworden.“ Der Lauch habe im Lausitzer Seenland ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Nicht zuletzt heiße es im Volksmund seit über 40 Jahren „wir fahren zum Lauch“. Darüber hinaus stifte eine doppelte beziehungsweise parallele Bezeichnung für das gleiche Reisegebiet bei den Gästen nur Verwirrung. „Es bedeutet auch, dass man fünf bis sieben Jahren benötigt, den neuen Namen am Markt zu platzieren“, resümiert Jens Bohge.

Eine markante Umbenennung im Lausitzer Seenland war indes der Wechsel vom Ilse-See zum Großräschener See im Jahr 2011. Dieser Schritt war damals auf Vorschlag und mit Beschluss des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg und unter Einbeziehung von Touristikern erfolgt. „Die Stadt Großräschen ist der Argumentation gefolgt und hat in der Folge die Beschilderung und das Info-Material der Stadt aktualisiert“, sagt Sprecherin Kati Kiesel. Letztendlich sind die IBA-Städter mit der Umbenennung sehr zufrieden: „Dieser Schritt hat sehr zu einer einheitlichen Kommunikation für die Vermarktung des Seenlandes beigetragen“, resümiert Kiesel.

Nach Angaben von Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland, hat die Namensgebung, wenn überhaupt, nur eine Innenwirkung. Für die Gäste sei dieser Aspekt weniger wichtig. Ob sich eine Umbenennung des Grünewalder Lauchs lohnen würde, lässt Winkler offen. Nur so viel: „Der Grünewalder Lauch hat einen sehr hohen Anteil an Stammkunden. Die Ruhe des Campingplatzes und eine doch eher familiäre Umgebung wird von den Gästen sehr geschätzt. Der Lauch spricht damit teilweise andere Zielgruppen als der Rest des Seenlandes an.“