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| 11:10 Uhr

Müllentsorgung
Ärger mit der Aschetonne

 Mit der Leerung ihrer Aschetonne hat Edeltraud Rudolph immer wieder Probleme. Oft fällt die Asche beim Kippen nicht heraus. Deshalb befestigt sie jedes mal einen Zettel mit dem klaren Hinweis für die Abfallentsorger daran.
Mit der Leerung ihrer Aschetonne hat Edeltraud Rudolph immer wieder Probleme. Oft fällt die Asche beim Kippen nicht heraus. Deshalb befestigt sie jedes mal einen Zettel mit dem klaren Hinweis für die Abfallentsorger daran. FOTO: LR / Catrin Würz
Lauchhammer. Eine Lauchhammeranerin beklagt, dass ihr Restmüllbehälter öfter nach der Leerung gar nicht leer ist. Der Abfallverband sieht als Grund die problematische Befüllung ausschließlich mit Asche an. Von Catrin Würz

Mit der Mülltrennung nimmt es Edeltraud Rudolph sehr genau. Die 68-Jährige aus Lauchhammer kompostiert Küchenreste, sammelt Verpackungen aus Plastik und Aluminium mit dem Grünen Punkt separat und trägt auch Pappe und Papier ordnungsgemäß zum Recyceln zusammen. „Der einzige Müll, der bei mir anfällt, ist die Asche aus meiner Heizung", erklärt die Rentnerin. Acht bis zehn Tonnen pro Jahr voll Asche lässt Edeltraud Rudolph von der Müllabfuhr entsorgen.

Doch genau darin liegt auch das große Problem der Lauchhammeranerin. Denn immer wieder kommt es vor, dass ihre Restmülltonne mit der Asche darin bei der Müllentsorgung nicht richtig geleert wird. „Wenn ich die Tonne nach der Leerung ins Haus hole, ist in drei von fünf Tonnen immer noch ein Rest Asche drin, manchmal sogar noch mehr als die Hälfte“, ärgert sich die Seniorin. Sie glaubt, dass das passiert, weil die Tonne am Müllfahrzeug nicht richtig angeschlagen wird, damit auch wirklich alles heraus rutscht. Seit gut vier Jahren habe sie dieses Problem - obwohl sie alles versucht, damit es vermieden wird. Die Hauseigentümerin deckt die Tonne mit einem doppelten Schutz vor Nässe ab. „Hier kommt kein Tropfen Regen ran“, versichert sie. Und wenn Edeltraud Rudolph ihre volle Tonne zur Entsorgung an die Straße stellt, kommt jedes Mal ein in Folie eingeschweißter Zettel darauf, auf dem sie die Mitarbeiter des Entsorgungsunternehmens bittet, die Tonne mehrfach anzuschlagen und sie zu leeren. „Und obwohl ich das alles mache, sind auch im letzten Winter wieder mehrere Tonnen nicht ganz leer gewesen“, ärgert sie sich. „Das sehe ich nicht ein, denn schließlich habe ich kein Geld zu verschenken“, schildert sie das Problem am RUNDSCHAU-Reporter-Telefon.

Beim Abfallentsorgungsverband Schwarze Elster (AEV) ist das Problem von Edeltraud Rudolph bekannt. Schon seit mehreren Jahren sei man mit der betroffenen Bürgerin in Kontakt und man bedauere ihre Unannehmlichkeiten. „Doch die Ursache für die unvollständige Leerung des Restabfallbehälters liegt darin, dass die Tonne ausschließlich mit Asche befüllt wird“, erläutert Björn Naumann vom Verband AEV. Asche hat ein sehr hohes Verharrungsvermögen im Abfallbehälter. Dem könne man entgegenwirken, indem die Asche mit anderen Haushaltsrestabfällen vermischt wird, um die Struktur der Monoasche zu unterbrechen. „Zum Beispiel mit Kehricht. Und ein Abfallbeutel aus dem Haushalt wirkt am Boden der Tonne Wunder“, schlägt der AEV-Mitarbeiter vor. Die Argumentation, dass in einem Haushalt ausschließlich Asche und keine weiteren Restabfälle anfallen, widerspreche doch sehr der allgemeinen Lebenserfahrung.

Von Vorteil für die Leerung sei auch, wenn die Innenwände des Restmüllbehälters sauber, glatt und damit rutschfähig seien. „Dies erreicht man, indem man nach jeder Leerung die Innenwände mit einem Handfeger reinigt“; so der Tipp, den der Abfallentsorgungsverband auch regelmäßig in seinem Abfallkalender publiziert. Der Verband habe der Kundin aus Lauchhammer deshalb im März kostenlos den Abfallbehälter umgetauscht, bestätigt Björn Naumann - und habe zugleich auf eine dritte Möglichkeit hingewiesen: Würde in den Restabfallbehälter ein Kunststoffsack eingehangen, wäre auf jeden Fall für die vollständige Leerung des Behälters gesorgt.

Der Abfallentsorgungsverband weist jedoch strikt den Vorwurf zurück, dass das Einsatzpersonal sich nicht genügend Zeit für die Leerung der Restmüllbehälter nimmt. „Die Leerung der Abfallbehälter erfolgt vollständig automatisiert mit genormten Zeiten und kann vom Einsatzpersonal nicht beeinflusst werden. Diese Fahrzeugtechnik ist zertifiziert und wird regelmäßig geprüft. Die korrekte Arbeitsweise der Technik wird bei täglich 3000 korrekten Behälterleerungen nachgewiesen“, teilt der Pressesprecher des Abfallverbandes mit. Weil das Problem bei der Bürgerin aus Lauchhammer bekannt sei, „haben Müllwerker in der Vergangenheit versucht, den Restabfallbehälter mehrmals zu schütteln, um eine vollständige Entleerung sicherzustellen - leider auch ohne Erfolg“, berichtet Björn Naumann. Er verweist darauf, dass die drei vorgeschlagenen Punkte an anderen Problemstellen mit Ascheentsorgung jedoch zur Lösung geführt hätten.

Für Edeltraud Rudolph bleibt nun zunächst die Ungewissheit, wie es mit ihrer Aschetonne ab Herbst weitergeht. Denn bei der Rentnerin ist die aktuelle Heizperiode nun erst mal zu Ende - und damit vorübergehend auch der Ärger mit der Aschetonne.

 Mit der Leerung ihrer Aschetonne hat Edeltraud Rudolph immer wieder Probleme. Oft fällt die Asche beim Kippen nicht heraus. Deshalb befestigt sie jedes mal einen Zettel mit dem klaren Hinweis für die Abfallentsorger daran.
Mit der Leerung ihrer Aschetonne hat Edeltraud Rudolph immer wieder Probleme. Oft fällt die Asche beim Kippen nicht heraus. Deshalb befestigt sie jedes mal einen Zettel mit dem klaren Hinweis für die Abfallentsorger daran. FOTO: LR / Catrin Würz