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| 02:32 Uhr

Landkreis reagiert auf Vogelgrippe-Fall

Das Veterinäramt hat im Süden des OSL-Kreises Regionen zum Beobachtungsgebiet erklärt – so wie hier zwischen Peickwitz und Hosena.
Das Veterinäramt hat im Süden des OSL-Kreises Regionen zum Beobachtungsgebiet erklärt – so wie hier zwischen Peickwitz und Hosena. FOTO: Augustin
Senftenberg/Bernsdorf. Jetzt hat das Problem auch die Region erreicht: Am Mittwoch wurde bei einem verendeten Trauerschwan im Tiergehege Bernsdorf das hochgefährliche Vogelgrippevirus H5N8 festgestellt. Die zuständige Behörden – das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt im Landkreis Bautzen - handelte sofort: Noch am Mittwoch wurde der gesamte Ziervogelbestand des Geheges getötet – darunter sechs Pfauen, zwei Fasane, Schwäne, Laufenten, Cayugaenten, Hühner und sieben Täubchen. Catrin Würz und Jan Augustin

Die Tiere waren von der Geflügelpest betroffen, obwohl sie in geschützten Volieren und Ställen gehalten wurden.

Auf die Bernsdorfer Tragödie hat am Freitag auch das Veterinäramt des Oberspreewald-Lausitz-Kreises reagiert und ein Beobachtungsgebiet festgelegt: Es umfasst den Ortsteil Hosena, die Gemeinde Hohenbocka, die Gemeinde Grünewald und den Gemeindeteil Sella. Tierhalter in diesem Gebiet haben weiterhin sämtliches Geflügel in geschlossenen Ställen oder unter einer Schutzvorrichtung zu halten, teilt Amtstierarzt Jörg Wachtel mit. In der von ihm erteilten Tierseuchenallgemeinverfügung werden zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen angeordnet. Unter anderem muss der Tierhalter unabhängig von der Größe seines Bestandes oder sonstiger Vogelhaltung sicherstellen, dass die Ställe oder die sonstigen Standorte des Geflügels von betriebsfremden Personen nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einwegkleidung betreten werden.

Jörg Wachtel macht den Ernst der Lage deutlich: "Der aktuell nachgewiesene Erreger der Geflügelpest stellt eine große Gefahr für heimische Geflügelbestände dar, und die ergriffenen Maßnahmen zielen darauf ab, den Eintrag in selbige zu verhindern." Die Anordnung der sofortigen Vollziehung sei geboten, da durch die Verschleppung von Tierseuchen eine "erhebliche Gefährdung der Allgemeinheit" ausgehe.

Tötungen wie in Bernsdorf seien leider zwingend notwendig, um eine weitere Ausbreitung der Geflügelpest zu verhindern, erklärt das Landratsamt in Bautzen. "Aufgrund der kurzen Ansteckungszeit und der hohen Übertragungsfähigkeit des Virus ist davon auszugehen, dass sich weitere Tiere aus der Umgebung infizieren können", heißt es in der Mitteilung aus Bautzen.

In Bernsdorf wurde deshalb jetzt ein Geflügelpest-Sperrgebiet ausgerufen. Im Umkreis von drei Kilometern vom Ort des erkannten Virusbefalls müssen Tierhalter strengste Restriktionen einhalten. Sie müssen unaufgefordert Informationen über ihren Geflügelbestand an das Veterinäramt weiterleiten, haben strengste Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten und dürfen keine Tiere oder Produkte aus dem Bestand heraus oder in ihn hinein verbringen.

Bei der Stadtverwaltung Bernsdorf sitzt der Schreck über die plötzlich akute Seuchengefahr tief. Zwar habe man die Ausbreitung der Geflügelpest im Raum südlich von Bernsdorf verfolgt. Über Meißen, Ottendorf-Okrilla und Laußnitz waren zuletzt immer näher Vogelgrippe-Fälle gemeldet worden. "Wenn es einen aber dann selbst betrifft, ist es doch ein Schock", sagt Hauptamtsleiterin Gabriele Witschaß. Der Verlust des kompletten Vogelbestandes im Tiergehege sei ein schwerer Schlag - auch wenn die Stadt in naher Zukunft sowieso Veränderungen am Konzept des Geheges geplant hatte.

Zum Thema:
Es erstreckt sich über Bernsdorf mit den Ortsteilen Straßgräbchen und Wiednitz (mit Ausnahme von Heide). Halter von Hunden und Katzen haben sicherzustellen, dass diese nicht frei herumlaufen. Für Geflügelhaltungen gilt: Für die Dauer von 15 Tagen darf Geflügel im Beobachtungsgebiet nicht verbracht werden.Das Beobachtungsgebiet im Oberspreewald-Lausitz-Kreis umfasst den Ortsteil Hosena der Stadt Senftenberg, die Gemeinden Hohenbocka und Grünewald mit dem Gemeindeteil Sella.Mit Sorge beobachtet auch Lorenz Eskildsen, der Inhaber und Geschäftsführer der in Großgrabe ansässigen Lorenz Naturhöfe GmbH, die Ausbreitung der Geflügelpest in der Region. In seinem Stall bei Großgrabe wachsen derzeit circa 3000 Bio-Puten heran. Sein Geflügelstall liegt im Bernsdorfer Sperr- und Beobachtungsgebiet. Somit darf er laut Verfügung derzeit seine Tiere nicht transportieren lassen.