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| 17:48 Uhr

Paradies für Moorfrosch und Teichmolch
Landkreis stellt die Wuppen unter Naturschutz

 Das Naturschutzgebiet Wuppen liegt zwischen Hermsdorf und Lipsa.
Das Naturschutzgebiet Wuppen liegt zwischen Hermsdorf und Lipsa. FOTO: LR / Lehmann
Ruhland. Das elf Hektar große Quell- und Teichgebiet zwischen Hermsdorf und Lipsa ist ein Paradies für gefährdete Amphibien. Von Jan Augustin

Der Moorfrosch liebt es, Grasfrosch und Teichmolch auch. Das Quellgebiet der Wuppen am Westhang eines leicht ansteigenden Moränenzuges zwischen Hermsdorf und Lipsa (Amt Ruhland) bietet für die stark gefährdeten Amphibien den idealen Lebensraum. Damit das so bleibt, ist die elf Hektar große Fläche jetzt offiziell zum Naturschutzgebiet ernannt worden. Die Kreistagsabgeordneten von Oberspreewald-Lausitz gaben dafür einstimmig grünes Licht. Ferry Richter, Sachgebietsleiter der unteren Naturschutzbehörde, ist begeistert von dem kleinen Biotop: „Das Gebiet ist so abwechslungsreich und einzigartig. Die naturnahen Quellaustritte und die zugehörigen Quellbereiche bieten besondere Bedingungen für spezialisierte faunistische und floristische Arten“, erläutert er. Für Arten, die nährstoffarmes und kühles Wasser benötigen, seien die Quellen wertvolle Rückzugsgebiete.

Die Schutzbedürftigkeit wurde bereits 1996 in einem Gutachten nachgewiesen. Der Name „Wuppen“ geht vermutlich auf die sorbische Bezeichnung für Quelle oder Ausfluss zurück, erklärt Ferry Richter. Bis Mitte der 1980er-Jahre seien die beiden Teiche in dem Gebiet fischereiwirtschaftlich genutzt worden. Wegen der temporären Quellschüttungen, der zunehmenden Beschattung und schließlich auch wegen der Kleinflächigkeit sei die Bewirtschaftung aber beendet worden. Die Teiche verblieben als wichtige naturnahe Wasserbiotope ohne Fischbesatz. Mittlerweile sind sie stark verlandet und großflächig mit Röhricht bewachsen.

Die Fläche der Wuppen befindet sich im Eigentum des Naturschutzbundes, Regionalverband Senftenberg, der das Gebiet wegen der besonderen Bedeutung für den Natur- und Artenschutz einst von der bundeseigenen Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft erworben hatte. „Das Engagement des Nabu-Regionalverbandes Senftenberg für das Gebiet und im Gebiet ist bemerkenswert“, lobt Ferry Richter die Arbeit der Naturschützer. Mit „Wuppen“ hat der Landkreis Oberspreewald-Lausitz jetzt insgesamt 27 Naturschutzgebiete.