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Prozessauftakt am Landgericht Cottbus
Schwerer Raub mit Machete und Faustschlägen ins Gesicht

Das Landgericht Cottbus verhandelt seit Donnerstag gegen drei Männer aus Lauchhammer. Ihnen wird schwerer Raub vorgeworfen.
Das Landgericht Cottbus verhandelt seit Donnerstag gegen drei Männer aus Lauchhammer. Ihnen wird schwerer Raub vorgeworfen. FOTO: Jan Augustin / LR
Cottbus/Senftenberg. Drei Lauchhammeraner müssen sich seit Donnerstag vor dem Landgericht verantworten. Es droht lange Haft. Von Jan Augustin

Die Beute ist fast lächerlich im Vergleich zur drohenden Strafe. Mindestens fünf Jahre sieht das Strafgesetzbuch für schweren Raub unter Gewaltanwendung und -androhung mit einer Waffe vor. Ob das den drei Männern aus Lauchhammer bewusst war, als sie im März 2016 gewaltsam in eine Wohnung eingedrungen sein sollen, um dann ihr Opfer um ein Notebook, ein Smartphone, eine Playstation und um ein paar Computerspiele leichter zu machen, ist unklar. Denn die Angeklagten – zwei 31-Jährige und ein 26-Jähriger - schweigen am Donnerstag zum Prozessauftakt am Cottbuser Landgericht. Jeweils mit einem Verteidiger ausgestattet beantworten sie ohne große Anteilnahme nur die Angaben zur ihrer Person.

Die Staatsanwaltschaft indes hat ein klares Bild von den insgesamt zwei Straftaten, die sie den in Lauchhammer lebenden Männern vorwirft. Brutal ist demnach vor allem der Überfall im vergangenen Jahr. Kurz vor Mitternacht am 20. März sollen sie gegen den Willen des Geschädigten in seine Wohnung eingedrungen sein. Ein Angeklagter soll ihn zunächst in das Badezimmer eingesperrt und ihm dann zwei- bis dreimal mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Anschließend soll dieser Angeklagte dem Geschädigten eine Machete an den Hals gehalten haben. Wenn er etwas sage, dann werde er abgestochen, soll er gedroht haben. Währenddessen sollen seine Kumpane die Wohnung durchsucht und die Gegenstände an sich genommen haben.

Der zweite Tatvorwurf datiert im Mai 2015. Zwei der Angeklagten sollen in eine Wohnung eingedrungen sein und vom Opfer unter Gewaltandrohung Geld gefordert haben. „Ansonsten gibt’s in die Fresse“, soll gesagt worden sein. Nachdem der Geschädigte erklärt haben soll, er habe kein Geld, sollen die Angeklagten die Wohnung zunächst wieder über die Terrassentür verlassen haben, wenige Minuten später aber zurückgekommen sein. Einer der Angeklagten soll schließlich das Mobiltelefon des Geschädigten an sich genommen haben.

Neben der Schuldfrage muss die 2. Große Strafkammer auch die Schwere der Tat abwägen. Der Unterschied ist groß. Die Strafe für einen minder schweren Raub liegt zwischen sechs Monaten und fünf Jahren. Die Aussagen von zwei Polizisten, die damals die Wohnungen der Angeklagten durchsuchten und das gestohlene Samsung-Smartphone fanden, helfen für diese Einschätzung allerdings kaum weiter. Zudem muss der Vorsitzende Richter André Simon zum Auftakt noch auf die Schilderung des vermeintlichen Macheten-Opfers verzichten, weil dieser nicht zum Termin erscheint. Er wird nun zum zweiten Verhandlungstag am kommenden Donnerstag erwartet.