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| 16:17 Uhr

Befahren verboten
Land erweitert Insel-Sperrbereich

Wie lange Finger ragen die Schüttungsrippen der unter Naturschutz stehenden Insel in den Senftenberger See.
Wie lange Finger ragen die Schüttungsrippen der unter Naturschutz stehenden Insel in den Senftenberger See. FOTO: foto-radke@gmx.de Fotograf / Radke Peter
Senftenberg. Die Insel im Senftenberger See ist weiter in Bewegung. Neue Untiefen sind entstanden. Weil das gefährlich ist, hat die Schifffahrtsbehörde den Sperrbereich um die Insel erweitert. Von Jan Augustin

Wasser, Wind und Wetter setzen der Insel im Senftenberger See weiter zu. Die Erde der ehemaligen Innenkippe des Tagebaus Niemtsch bewegt sich und wird unterspült. Im nördlichen Bereich ist es an einigen der Schüttungsrippen, die gut sichtbar wie lange Finger in den See ragen, zu weiteren Untiefen gekommen. Darüber informiert Steffen Streu, Sprecher des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung. Weil die Unebenheiten gefährlich sind für die Schifffahrt, können die bisherigen Sperrbereichsgrenzen nicht mehr eingehalten werden, erklärt Streu weiter. Es bestehe nunmehr die Notwendigkeit, die mit Bojen ausgewiesene Sperrbereiche im 1300 Hektar großen Senftenberger See zu vergrößern.

Jörg Bräunig vom Segelclub 1878 Senftenberg hört diese Ankündigung gar nicht gerne. „Das ist jedes Jahr die gleiche Diskussion“, ärgert sich das Vorstandsmitglied. Wenn der Sperrbereich erweitert wird, „dann wäre der See für Segler und Wassersportler zunehmend uninteressant“. Mit der Insel und ihrem bisherigen Sperrbereich habe sich der Verein zwar mittlerweile arrangiert. „Für den Segler ist das jetzt in Ordnung“, betont er. Jedoch hätte die Fahr-Verbotszeit von November bis April schon längst genutzt werden müssen, um das Problem zu lösen, kritisiert der passionierte Segler.

Schifffahrt und Segelsport sollen aber auch mit dem neuen, insgesamt rund 800 Hektar großen Sperrbereich zu Wasser und zu Land weiter möglich sein. Der nördlichste Punkt befindet sich 250 Meter östlich vom Strandhotel in einem Abstand von 350 Metern vom Ufer entfernt, erklärt Birgit Schuster vom Landesamt für Bauen und Verkehr. Somit ergebe sich an der engsten Stelle eine Nutzung von 310 Metern für die nicht motorisierte Schifffahrt und eine Fläche von 250 Metern für die motorisierte Schifffahrt.

In der Annahme, dass er keine Dauerlösung bleibt, hat Klaus Brinschwitz von der Wassersportschule Senftenberger See Verständnis für den neuen Sperrplan. Sicherheit gehe vor. Ohnehin hat der Bereich keine Auswirkungen auf seine Schule, sagt der Inhaber.

Der Zweckverband Lausitzer Seenland (LSB) habe von der geplanten Veränderung kurzfristig erfahren, teilt Verbandsvorsteher Volker Mielchen mit. Der LSB sei derzeit in Gesprächen mit den zuständigen Behörden. „Wir sind bemüht, die Sperrbereiche in Einklang mit der touristischen Nutzung zu bringen“, sagt Volker Mielchen.

Die rote Linie markiert den Sperrbereich um die Insel im Senftenberger See.
Die rote Linie markiert den Sperrbereich um die Insel im Senftenberger See. FOTO: screenshot / LR

Ob der ab etwa April eingerichtete Sperrbereich auch im Jahr 2019 erhalten bleiben muss, wollen die Behörden Ende dieses Jahres festlegen. Entscheidend wird sein, wann die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungssgesellschaft (LMBV) den Untiefen zu Leibe rücken kann. Die LMBV plane, die Schüttungsrippen baulich derart zu verändern, dass diese natürlich vorkommende Veränderungen nicht beziehungsweise kaum noch auftreten werden, erläutert Ministeriumssprecher Steffen Streu. Derzeit befinde man sich im Planungsverfahren. „Daher ist davon auszugehen, dass die Maßnahme der Grenzverlagerung des Sperrbereichs nur vorübergehend ist. Ein Termin für die Aufhebung steht noch nicht fest“, so Streu.

Die unsanierte und unter Naturschutz stehende Insel im Senftenberger See wird regelmäßig kontrolliert, erklärt LMBV-Pressesprecher Uwe Steinhuber. Mit einem Schwimmbagger wolle die LMBV die Unebenheiten ausgleichen. Ziel sei eine Wasserüberdeckung von zwei Metern. Wann genau der Bagger anrückt, ist indes noch unklar.