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Lagunen-Aus als Affront gegen Sedlitz gewertet

Der Schock sitzt tief in Sedlitz. Das Entwicklungsprojekt für den Senftenberger Ortsteil am Sedlitzer See ist in der jüngsten Ratsrunde endgültig vom Tisch der Stadt gefegt worden. Kathleen Weser

Senftenberg. Dies ist mit den erwarteten starken Argumenten der bekannten Zweifler geschehen. Aber auch Vertreter der anderen Ortsteile, die aus dem Senftenberger Stadt-Etat bereits millionenschwer profitieren, haben die Sedlitzer Lagune mit versenkt.

Christina Nicklisch (UWS), die Briesker Ortsvorsteherin, zeigt sich davon überzeugt, dass sich die Stadt mit einem 3,5-Millionen-Euro-Kredit selbst bei einem sehr günstigen Zinssatz kräftig verhebt. Die Sorge mit Großprojekten habe sie in Brieske erlebt.

Die Gartenstadt Marga habe nur um den Preis der Eingemeindung nach Senftenberg fertiggestellt werden können. Sichtbares Ergebnis: Dank des kommunalen Kraftaktes, der die Sanierung durch die Treuhandliegenschaftsgesellschaft begleitet hat, erstrahlt die Gartenstadt wieder neu in altem Glanz; bis auf ein Gebäude, die alte Fleischerei, die die Briesker als gesellschaftliches und Informationszentrum am Markt noch nicht aufgegeben haben.

Hagen Schuster (UWS), Ortsvorsteher aus Hosena, zweifelt an ernsthaften Interessenten für das Lagunendorf am Sedlitzer See. Zudem sei der Zeitpunkt für die Entscheidung vor der Kommunalwahl äußerst schlecht. Diese Verantwortung könne nicht an ein bald neues Parlament weiter gereicht werden.

Hosena erhält für viel Geld eine neu gestaltete Ortsmitte mit zentralen Sportanlagen und einem kleinen Vereinshaus, das auch weiter der Unterstützung aus dem Stadtsäckl bedarf.

Ablehnend stimmt auch Lothar Berg (SPD), der Ortsvorsteher von Großkoschen, ab. Das Dorf am Senftenberger See ist herausgeputzt worden und ein Paradebeispiel dafür, dass den kommunalen auch private Investitionen folgen.

Überraschend hat sich auch Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD), bislang ein glühender Verfechter der Wohn- und Feriensiedlung am Sedlitzer See, auf die Seite der ablehnenden Mehrheit gestellt. Das spannende Bauvorhaben sehe er nach wie vor als Chance für die Stadt und das Lausitzer Seenland. Trotzdem sei er in den vergangenen Monaten ins Wanken gekommen. Mehrere Millionen Euro seien in die Hand zu nehmen.

Die Lagune erfordere einen hohen Abstimmungsbedarf bei Genehmigungsverfahren und mit der Bergbausaniererin. Als kritischen Punkt für seine Entscheidung, nein zur Lagune in Stadthand zu sagen, nennt Andreas Fredrich die "großen Unsicherheiten durch den noch sehr frühen Planungsstand". Unter den Vorzeichen könne eine solches Großprojekt nur von einer verlässlichen Mehrheit gestemmt werden. Eine solche durfte aufgrund der von Anfang an kontroversen Debatten um das IBA-Projekt Lagunendorf nicht zu erwarten gewesen sein.

Die Abstimmung gegen die Lagune wird als eine gegen den Ortsteil Sedlitz empfunden. Frank Ciesielski (CDU), der stellvertretende Ortsvorsteher, hatte den Eindruck bereits im jüngsten Hauptausschuss geäußert.