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| 16:31 Uhr

Laster nutzen Ausweichstrecken und die Nacht
Lärmstreit an B 169 verlagert sich

 Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint: Die Allmosener spüren eine deutliche Abnahme des Lkw-Verkehrs auf ihrer Ortsdurchfahrt.
Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint: Die Allmosener spüren eine deutliche Abnahme des Lkw-Verkehrs auf ihrer Ortsdurchfahrt. FOTO: LR / Jan Augustin
Senftenberg. Das Durchfahrtsverbot zwischen Klein Oßnig und Allmosen zeigt mit täglich 400 weniger Lastern Wirkung. Anwohner sind teilweise zufrieden. Scharfe Kritik kommt aus der Wirtschaft. Von Jan Augustin

Anwohner und Autofahrer spüren es: Seit dem vor drei Monaten eingeführten Lkw-Durchfahrtsverbot zwischen Klein Oßnig und Allmosen sind deutlich weniger Brummis unterwegs. Das belegen jetzt auch die ersten offiziellen Zahlen des Monitoring. Wie das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung bestätigt, hat sich der Lkw-Verkehr auf dem gesperrten Abschnitt etwa um 40 Prozent reduziert. „Das ist ein gutes Ergebnis, das unsere Erwartungen übertrifft“, sagt Ministeriumssprecher Steffen Streu. Ihm zufolge passieren nach einer ersten Auswertung ungefähr 600 schwere Laster die Strecke. „Allerdings gibt es auch Ausweichverkehre, beispielsweise über Calau oder die Bundesstraße 97“, räumt Streu ein. An einer Auswertung hierfür werde noch gearbeitet.

Lob aus Allmosen, Kritik aus Klein Oßnig

„An manchen Tagen denkt man, es fährt gar kein Auto mehr“, sagt Bärbel Schaks, Inhaberin eines Friseur- und Kosmetiksalons in Allmosen. Sie sei zufrieden mit der jetzt erzielten Wirkung. „Ich kann nicht meckern. Insgesamt ist es ruhiger geworden“, sagt auch Roland Tischer, der direkt an der viel befahrenen Ortsdurchfahrt wohnt.

Ganz so optimistisch schätzt Gerhard Düring aus Klein Oßnig, Sprecher der Interessengemeinschaft B 169, die Situation nicht ein. Zwar decken sich die Ministeriums-Werte mit der eigenen Zählung. Jedoch bleibe die Nacht ein „großes Problem. Von daher greift die Maßnahme nicht“. Gerhard Düring und seine Mitstreiter wollen nun beobachten, welche Lärmpegel errechnet werden. Auffällig sei noch immer, dass sich weiter viele internationale Spediteure nicht an das Verbot halten – im Gegensatz zu regionalen Firmen, die das neue Durchfahrtsverbot aber scharf kritisieren.

Ausweichverkehr zwischen Vetschau und Bronkow

Das bestätigt die Industrie- und Handelskammer Cottbus (IHK) nach einer nicht repräsentativen Umfrage bei Firmeninhabern am Dienstag. „Die regionalen Unternehmer halten sich strikt an die Sperrung“, betont IHK-Sprecher Robert Kaltschmidt. Um Kunden beliefern zu können, müssen die Firmen demzufolge Ausweichstrecken benutzen. Viel mehr befahren als zuvor sind etwa die Landesstraßen 54 und 55 zwischen Vetschau und der Autobahnauffahrt Bronkow. Betroffen ist auch die Bundesstraße 97 ab Gallinchen. „Der Zeitaufwand ist um ein Vielfaches größer. Mehrkosten sind definitiv vorhanden“, betont Kaltschmidt. Die IHK halte weiter an dem Standpunkt fest, dass der regionalen Wirtschaft durch die Sperrung jährlich Mehrkosten von circa zehn Millionen Euro entstehen. Diese ergäben sich durch die längere Wegstrecke von mindestens 33 Kilometern über die Autobahn. Einhellig sei dem IHK-Sprecher übermittelt worden, dass schnellstmöglich die seit Jahren diskutierten Ortsumfahrungen in Angriff genommen werden müssen.

Nach Angaben von Ministeriumssprecher Steffen Streu befinden sich die Ortsumgehungen für Klein Gaglow/Annahof/Klein Oßnig, Neupetershain/Nord, Lindchen und Allmosen derzeit in der Vorplanung. Streu: „Aussagen zum Baubeginn können aufgrund der sehr frühen Planungsstadien bzw. bisher nicht begonnener Planung für diese Maßnahmen nicht getroffen werden.“